Gerippter Brachkäfer

Von einem allabendlichen Schauspiel berichtete Udo Effertz letzte Woche Folgendes:

Zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr sammeln sich jeden Abend die Lachmöwen auf der Pferdeweide und warten darauf,  dass das Schwärmen losgeht. In der Dämmerung fängt der „Gerippte Brachkäfer“, im Volksmund auch Junikäfer genannt, in großen Schwärmen an zu fliegen. Der Junikäfer ähnelt sehr dem Maikäfer, ist aber nur 14-18 Millimeter groß und trotzdem ein gutes Abendessen für die Möwen.

Text und Fotos: U. Effertz

Blüten auf der Bienenwiese

Auch wenn es zurzeit keinen angesäten Blühstreifen auf unserer Bienenwiese in Hüde gibt, lassen sich doch einige schöne Blüten entdecken.

Im Zuge der Umgestaltung des hinter der Fläche liegenden Bereiches um des Regenrückhaltebecken herum ist aber geplant, für noch mehr Blüten zu sorgen.

Rosen-Malve
Rosen-Malve
Flockenblume
Johanniskraut – nicht zu verwechseln mit dem giftigen Korbblüter Jakobs-Kreuzkraut.
Schwarze Königskerze
Wiesen-Labkraut

Fotos: Udo Effertz

„Wasser marsch“ auf der Bienenwiese

Die sommerlichen Temperaturen und die Trockenheit haben einen Gießeinsatz auf der Bienenwiese in Hüde dringend nötig gemacht. Also sind wir mit einem Fahrzeug der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ – ausgerüstet mit einem Wassertank – ausgerückt und haben die Bäume mit dem Nötigsten versorgt. Die Obstbäume wurden außerdem mit Bewässerungssäcken ausgestattet, um die Wasserversorgung in Zukunft etwas besser in den Griff zu bekommen. Bleibt zu hoffen, dass die Bäume den Sommer gut überstehen. Ein Baum wird im Herbst auf jeden Fall ersetzt werden müssen, da sich wohl die Wühlmäuse an seinen Wurzeln gütlich getan haben.

Fotos: Udo Effertz

Trauerschnäpper

Trauerschnäpper mögen Nistkästen und ziehen diese natürlichen Höhlen sogar vor. So können sie nicht nur alte Wälder mit vielen Baumhöhlen besiedeln, sondern sind bei ausreichendem Nistkastenangebot auch in jüngeren Baumbeständen, Parks und Gärten zu finden. In Hüde haben sie sich ein handbemaltes Exemplar ausgesucht und ziehen dort nun ihre Brut groß.

Trauerschnäpper, Weibchen (Foto: Udo Effertz)

Ein zweiter Blick ins Storchennest

Nachdem wir vor einem Monat einen Blick ins Storchennest in Sandbrink geworfen haben, schauen wir nun noch einmal nach. Das Bild ist bereits Ende letzter Woche aufgenommen worden. Die drei Storchenkinder scheinen alle genug zu essen zu bekommen.

Storchennest in Sandbrink (Foto: Ralph Effertz)

Ornithologische Gedanken zur Zeit

von Herbert Zucchi

Kackt uns ein Vogel auf den Kopf,
ist es wohl nie ein Wiedehopf,
denn diese Spezies ist sehr rar.
Das heißt, dass es ein andrer war.
Noch seltener sind blaue Racken,
sodass auch die uns nicht bekacken.
Im Küstenraum, das ist gewiss,
trifft uns am ehsten Möwenschiss,
und in der Stadt schmückt unsre Haube
schonmal die Scheiße einer Taube.
Ein kleiner Klecks auf unsrer Jacke
ist rein statistisch Spatzenkacke,
auch von ’ner Meise könnt er sein,
denn ihre Kleckse sind sehr klein.
Doch wenn er etwas größer war,
dann stammt er wohl von einem Star.
Würd es die Vögel nicht mehr geben,
wär vogelkackefrei das Leben,
doch möcht die Vögel ich nicht missen –
sonst wärn wir wirklich angeschissen!

In Anlehnung an den gestrigen Beitrag war dies nun eine andere Annäherung an das Thema Scheiße. Das Gedicht wurde im Juli/August 2021 in der 92. Ausgabe des Osnabrücker Stadtteilmagazins „Wüstenwind“ veröffentlicht.

Der Verfasser Prof. Dr. Herbert Zucchi lehrt und forscht an der Hochschule Osnabrück als Professor für Zoologie / Tierökologie / Umweltbildung. Er hat in Marburg Biologie studiert und dort auch promoviert.

Alles Scheiße oder Gut Dung will Weile haben

Es mag für unsereins vielleicht etwas unappetitlich sein, aber eine Vielzahl von Organismen – unter ihnen hunderte Insektenarten – ernähren sich von Mist. Und wenn die Insekten etwas zu fressen finden, freuen sich auch die Vögel. Hier ein paar Zahlen zum Thema:

Ein Pferd produziert täglich 15 bis 23 kg Pferdeäpfel. Erst nach mehr als 48 Stunden verlässt das, was ein Pferd frisst, den Darm.

Ein Rind lässt pro Tag 8 bis 10 Kuhfladen fallen. Ein Kuhfladen wiegt bis zu 2 kg und bietet Nahrung für mehr als 1000 Insekten.

Laut Untersuchungen aus England liefert ein rund 600 kg schweres Rind mehr als elf Tonnen Dung im Laufe eines Jahres auf der Weidefläche. Dieser Dung soll durch 120 kg Insektenlarven genutzt werden.

2019 konnten 3,6 Millionen Rinder in Deutschland auf Weiden grasen. Das entspricht 31 % aller in Deutschland gehaltenen Rinder. Seit 2010 zeigt sich ein Rückgang der Weidehaltung, da damals noch 37 % der Rinder zumindest zeitweise die Möglichkeit zum Weidegang hatten. In Niedersachsen, dem Bundesland mit dem nach Bayern zweitgrößten Rinderbestand, konnten 34 % der Rinder die Weide nutzen.

Eine einzelne Schwalbe fängt in der Brutzeit pro Tag bis zu 2000 Insekten.

Text: U. Effertz mit C. Poitzsch