Singschwäne als Wintergäste

Singschwäne brüten überwiegend an den Tundra-, Waldseen und Feuchtgebieten im Norden und überwintert in Nordwest und Mitteleuropa auf feuchten und gewässernahem Grünland, so dass die stimmfreudigen Schwäne auch bei uns zu sehen sind.

Diese Aufnahmen stammen aus der nähe von Vörden, aber Sichtungen werden auch in anderen Teilen der Diepholzer Moorniederung getätigt.

Foto: Werner Brinkschröder

Der Name rührt von den trompetenden Lauten des Singschwans her, die sehr charakteristisch sind und ihn gut von dem etwas kleineren Zwergschwan unterscheiden. Er hat aber noch viele weitere Laute im Repertoire.

Langsam verbreiten sich die Brutgebiete Richtung Südwesten und erste Bruten in Ostdeutschland sind bereits nachgewiesen.

Text: Christian Vogel

Schwanzmeisen

Die Schwanzmeise ist bei uns das ganze Jahr anzutreffen, nichtsdestotrotz sieht man sie meist in kleinen Trupps im Winter in den Gärten und an Futterhäusern. Dann sind zusätzlich Überwinterungsgäste aus dem Nordosten in Deutschland zu sehen.

Der Name ist etwas irreführend, da sie nicht näher mit den anderen Meisen verwandt ist, sie gehört allerdings in dieselbe Großgruppierung, dort finden sich, neben den Meisen, z.B. auch Laubsänger, Schwalben und Lerchen.

Namensgebend ist der auffallend lange Schwanz, bei einer Gesamtlänge von 13 bis 15 cm entfallen 7 bis 9 cm auf den Schwanz. Damit kann sie gut auf kleinen Ästen balancieren und hangeln um an ihre Nahrung zu gelangen.

Fotos: Udo Effertz
Text: Christian Vogel

Zauneidechsen am Stemweder Berg

Im Rahmen des integrierten Life Projektes (IP-Life) „Atlantische Sandlandschaften“ haben wir, die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer e.V., an mehreren Standorten am Nordhang des Stemweder Bergs lebensraumverbessernde Maßnahmen für die Zauneidechse (Lacerta agilis) vorgenommen. So wurden Wald- und Gehölzränder aufgelichtet, Stein- und Holzhaufen errichtet und Winterquartiere angelegt. Ein Winterquartier besteht aus einem Loch in dem z.B. ein alter Wurzelballen liegt und mit lockeren Sand bedeckt ist, abgedeckt wird das ganze mit Reisig und einem Holzhaufen. Die Holz- und Steinhaufen dienen als Versteck, Sonnenplatz und dem Nahrungserwerb.

Juvenile Zauneidechse

Während wir die Planung durchgeführt haben, hat der Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbetrieb, Küsten- und Naturschutz, als Umsetzungsbehörde in Niedersachsen die konzeptionelle Arbeit übernommen. Das Projekt wurde finanziell durch die EU gefördert. LIFE-Projekte sind ein Förderinstrument der EU zur Umsetzung von Natur- und Umweltschutzmaßnahmen. Das IP-LIFE ist ein Gemeinschaftsprojekt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Die Zauneidechse ist nach dem Bundesnaturschutzgesetzt (BNatSchG) streng geschützt und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste der bedrohten Tierarten in Deutschland. Grund genug für uns Unterstützung für die Zauneidechsen am Stemweder Berg zu leisten. Durch Flächenverlust, Verlust an kleinflächig gegliederten Lebensräumen und Steigerung der Nutzung in Land- und Forstwirtschaft ist dieser Kulturfolger besonders gefährdet, da ihr typischer Lebensraum immer mehr verschwindet.
Der letzte belegte Nachweis einer Zauneidechse am Stemweder Berg ist schon ein wenig her, trotzdem bedeutet dies nicht, dass sie vollständig verschwunden sind. Auf der ersten Seite des Ginko-Blatts von 2010 der Stiftung Naturschutz des Landkreises Diepholz ist sie u.a. noch zu finden (http://www.stiftung-naturschutz-diepholz.de/veroeffentlichungen/ginkgo-blaetter/gk2010.html). Zudem werden Beobachtungen von Spaziergängern auch immer mal wieder berichtet.

Die Zauneidechse bevorzugt magere Biotoptypen, wie trockene Waldränder, sandige Böden und Wildgärten. Der Name dieser Art beruht auf der Angewohnheit Grenzstrukturen und Übergänge, sog. Saumbiotope, zu besiedeln, z.B. Trockensteinmauern, Waldränder und Hecken sowie Zäune. Als wechselwarme Tiere benötigen die Eidechsen neben offenen Abschnitten zum Sonnen, auch dicht bewachsene Areale um Überhitzungen zu vermeiden und sich vor Fraßfeinden zu verstecken. Alle diese Lebensraumtypen finden wir am Stemweder Berg und haben somit gute Bedingungen für den Fortbestand dieser Art.

Mit unseren durchgeführten Maßnahmen unterstützen wir aber nicht nur die Zauneidechse, sondern auch deren Hauptnahrung – Insekten und Spinnen. Durch das Ausbringen von Totholz und die Anlage von Steinhaufen habe wir auch die Lebensraumansprüche vieler Gliederfüßer verbessert.
Wolle man den Bogen jetzt noch weiter spannen, könnte man die daraus resultierenden Verbesserungen des Nahrungsnetzes über Vögel bis hin zu Beutegreifern nachverfolgen.

Weitere Informationen zum IP-Life „Atlantische Sandlandschaften“ gibt es hier: http://www.sandlandschaften.de/

Darüber hinaus hat bereits die AG Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e.V. eine weitere Fläche eidechsenfreundlich gestaltet und weitere Begleitmaßnahmen werden kurzfristig noch umgesetzt.

Weißwangengänse am Dümmer

Die Weißwangengans, oder auch Nonnengans, zählt, anders als Grau-, Bläss- und Saatgans, zu den Meeresgänsen und ist am häufigsten an der Küste anzutreffen. Aufgrund des schwarz/weißen Kontrastes fallen Nonnengänse leicht unter den grauen Gänsen auf.

Foto: Udo Effertz (Archivbild)

Als Überwinterungsgast in Deutschland können oft große Scharen von mehreren 1.000 Tieren dieser Vögel im Wattenmeer oder auch im Deichvorland beobachtet werden. In den letzten Jahren stoßen diese Gänse immer weiter in das Binnenland vor und so wird auch das Dümmer-Gebiet in den Wintermonaten verstärkt von diesen Gänsen angeflogen. Während ab Oktober mit dem Einflug der Bless- und Saatgänse bereits einzelne Weißwangengänse in der Dümmerniederung zu sehen sind, steigt seit einigen Jahren ab Januar der Bestand auf bis zu 330 Exemplare an. Eine ähnliche Entwicklung scheint sich jetzt wieder anzubahnen. Augenblicklich halten sich bereits über 100 Weißwangengänse im Gebiet auf und es ist eine stetige Zunahme zu verzeichnen. Vielleicht wird in diesem Winterhalbjahr der bisherige Höchstbestand sogar übertroffen.

Die Weißwangengänse benötigen gegenüber anderen Meeresgänsen mehr Süßwasser und fliegen dafür oft weite Strecken in das Binnenland. Ihre Salzdrüse ist nicht so leistungsfähig, wie beispielsweise die der Ringelgans (ebenfalls eine Meergans). Trotzdem sind Rastbestände im Binnenland noch ungewöhnlich, werden aber von Jahr zu Jahr mehr. Ob der Süßwasserbedarf ausschlaggebend für die Besiedelung des Binnenlandes ist, die zunehmenden Bestände oder eine ganz andere Ursache dafür verantwortlich ist, ist nicht geklärt.

Nachdem diese Art fast ausgestorben war und in den 1950er Jahren nur noch ein Bestand von etwa 15.000 Tieren weltweit gezählt wurde, konnte durch Unterschutzstellung der weltweite Bestand auf derzeit etwa 880.000 Tiere anwachsen. Die ursprünglich vorwiegend an der russischen Eismeerküste brütende Nonnen- oder auch Weißwangengans hat ihr Brutgebiet in den letzten Jahrzehnten auf den Ostseeraum, Grönland, Spitzbergen und inzwischen auch auf Deutschland, insbesondere Schleswig-Holstein, erweitert. Entsprechend der steigenden Bestandszahlen sind auch die Überwinterungsbestände dieser Gans in Norddeutschland erheblich angestiegen.

An der Küste sind die Weißwangengänse, aufgrund der starken Zunahmen, lokal auch für die Landwirtschaft problematisch. Als häufigste und am meisten verbreitete Art dort sind sie oft auf den, dem Deich angrenzenden Wiesen und Äcker bei der Nahrungsaufnahme zu finden.

Text: Werner Brinkschröder und Christian Vogel

Vogelbeobachtungen

Am 08.01.2018 am Vormittag flogen zwei Trupps ( 18 und 45 Ex.) Kraniche
über Hüde gen Süden. Östlich vom Dümmer war auch einiges unterwegs (wurde aber nicht gezählt).
Über Hörstel wurde am 07.01.2018 ein Trupp von ca. 30 Kranichen kreisend beobachtet.
Im Ochsenmoor wurden am 08.01.2017 ca. 500 Kiebitze , 8 Bachstelzen und einige Stare gezählt.
Bei den Gänsen werden es wohl zwischen 15000 und 20000 gewesen sein.

Die Beobachtungen machte Udo Effertz.

Ungewöhnliches Rastverhalten

Die milde Witterung in den Monaten November und  Dezember 2017 hatte auch im Großraum Dümmer und der Diepholzer Moorniederung Auswirkungen auf das Rastverhalten insbesondere der Kraniche, der Gänse und Kiebitze.

Während in den Vorjahren die meisten Kraniche Ende November ihren Zug in Richtung Frankreich und Spanien fortgesetzt hatten, so sind augenblicklich noch große Rastansammlungen in der Diepholzer Moorniederung und auch in den übrigen  Rastgebieten Niedersachsens zu beobachten. Im Oppenweher Moor und rund um das Geestmoor wurde Anfang Dezember der Rastbestand auf ca. 4.800  Kraniche geschätzt und im gesamten Land Niedersachsen ging man von einem Rastbestand von ca. 47.000 Individuen aus.

Der letzte bedeutende Kranichabzug in unserem Raum erfolgte am 13. Nov. 2017. Für die zweite Januarwoche ist ein Temperaturrückgang angekündigt worden. Vielleicht werden die Kraniche hierdurch veranlasst, ihre Reise gen Südwesten fortzusetzen.

Fotos: Werner Brinkschröder

Interessant war auch vor einigen Wochen der Durchzug/Zugstau der Kiebitze am Dümmer. Mehrere tausend Kiebitze standen  auf den Feuchtwiesen und suchten nach Nahrung. Es wäre wünschenswert, wenn die derzeitigen Flachwasserzonen alljährlich auch bis in das späte Frühjahr vorhanden wären.

Begünstigt wird das massierte Auftreten der genannten Arten auch durch die teils großflächigen Flachwasserbereiche auf den Wiesen und Feldern.
Erwähnenswert sind zusätzlich die Rastbestände der Gänse. Während in den unmittelbaren Dümmer-Randbereichen vorwiegend Blessgänse (ca. 25.000 Ex.) rasten, haben sich in der Diepholzer Moorniederung einige zehntausend Gänse (überwiegend Saatgänse) „häuslich eingerichtet“.

Text: Werner Brinkschröder

Turmfalke

Turmfalken sind in Deutschland sowie in West- und Südeuropa überwiegend Standvögel und bleiben das ganze Jahr über in ihren Brutgebieten. Die nord- und osteurpäischen Vertreter hingegen ziehen häufig in den Süden. Dabei können sich die Überwinterungsgebiete von Südeuropa bis in die tropischen Regenwälder erstrecken.
In Jahren mit großen Wühlmauspopulationen konnten Turmfalken auch schon im Winter in Finnland beobachtet werden.

Diese Aufnahme entstand in Lembruch:

Foto: Werner Brinkschröder
Text: Christian Vogel

 

Rehwild im Winterhaar

In der Nähe der Vogelwiese konnte dieses Foto gemacht werden.

Zu sehen ist ein Stück Rehwild im grauen Winterhaar, dass es sich in der Dämmerung gemütlich gemacht hat.
Jetzt im Herbst/Winter schließt sich das Rehwild zu sogenannten Sprüngen, Gruppen von mehreren Tieren, zusammen und geben ihr im Sommer übliches Revierverhalten auf.

Foto: Werner Brinkschröder