Sturmmöwe und andere Beobachtungen

Gestern, am 21.08.2017, konnte am Dümmer ein „enormer“ Durchzug von Uferschwalben beobachtet werden. Ebenso waren große Trupps von Schafstelzen anwesend. In der Bucht vor Strandlust konnten 120 Exemplare gezählt werden.

Auf dem Foto ist eine adulte Sturmmöwe zu sehen.

Außerdem können immer wieder farbberingte Lachmöwen am Dümmer beobachtet werden. Wahrscheinlich wurde dieses Tier in Polen beringt.

Fotos und Beobachtungen: Werner Brinkschröder

Nachtrag: Die Lachmöwe wurde tatsächlich in Polen beringt. Im Großraum Osnabrück halten sich zur Zeit mehrere in Polen beringte Lachmöwen auf.

Silberreiher am Dümmer

Seit Mitte Juli rasten wieder verstärkt Silberreiher im Dümmer-Randgebiet. Der Gesamtbestand beträgt derzeit ca. 65-70 Ex..

Die Vögel halten sich vornehmlich in den Wiesen nördlich des Dümmers sowie in den sog. Rüschendorfer Wiesen auf.

Der Schlafplatz in der Nordbucht wird schon wieder gut besucht.

Foto und Text: Werner Brinkschröder

Ein Storch

Es wird nicht mehr viele Gelegenheiten geben, den Storch in unseren Breiten zu fotografieren. Diesen Storch habe ich am Schäferhof ausgemacht, welcher versucht hat sein offensichtlich sehr nasses Gefieder zu trocknen, bevor es dann in den nächsten Tagen in Richtung Süden auf die lange Reise der Überwinterung geht.

Foto und Text: Christian Schulte

„43CT“ – die Geschichte eines Schwans

Foto und Text: Werner Brinkschröder

Seit Monaten hält sich wieder der mit dem gelben Halsring „43 CT“ beringte Höckerschwan im Ochsenmoor auf. Zu diesem Vogel hat mir der zuständige Beringer, Herr Doktor Volker Blüml, freundlicherweise folgende Infos übersandt:

„43CT“ wurde erstmals am 15.07.1998 am Alfsee als Mauservogel, älter als vorjährig, mit dem Halsring „AP44“ beringt. Am 05.09.2003 gelang dort ein Wiederfang bei der Mauser, der Vogel hatte seinen Halsring „AP44“ verloren und nun mit dem bis heute vorhandenen Code „43CT“ versehen. Der Vogel hat 1999 erfolgreich am Dümmer gebrütet und im darauffolgenden sowie weiteren Wintern an der Mittelweser überwintert. Er ist seitdem regelmäßig Brutvogel am Dümmer, hat in erfolglosen Brutjahren aber (wie 2003, s.o.) auf dem Alfsee bzw. 2001 an den Meißendorfer Teichen bei Celle gemausert. In den letzten Jahren gibt es aber keine Hinweise mehr, dass er die Dümmerniederung verlassen hätte, wo er zeitweise sehr häufig gemeldet wird. Da er Jahrgang <= 1996 sein muss (s.o.), ist der Vogel schon mind. 21 Jahre alt.

Der Haubentaucher – Ein Charaktervogel des Dümmers auf dem Rückzug

Fotos: Werner Brinkschröder

Während in den Achtzigerjahren bis zu 370 Haubentaucher-Brutpaare auf dem Dümmer gezählt werden konnten, waren es 2011 immerhin noch ca. 40 Brutpaare. Inzwischen ist auch diese Zahl weiterhin zurückgegangen. Seit einigen Jahren ist es eine erwähnenswerte Feststellung, Haubentaucher mit Jungvögeln auf dem Dümmer anzutreffen. Möglicherweise werden auch in diesem Jahr nicht einmal 10 Paare ihren Nachwuchs auf dem See großziehen. Die Gründe für das weitgehende Verschwinden des einstmals häufigen Brutvogels ist offensichtlich der fehlende Kleinfischbestand.

Seit Jahrzehnten wird der Dümmer von zahlreichen Kormoranen als Rastgebiet und seit 2007 zudem auch als Brutbiotop genutzt. Bereits durch die ständige Anwesenheit von 100 Kormoranen und einem täglichen Fischverzehr je Kormoran von nur 350 Gramm, werden pro Jahr mehr als 12 Tonnen Fisch dem See entnommen. Die Anwesenheit der Kormorane ist sicherlich auch eine wesentliche Ursache dafür, dass der Dümmer derzeit über einen außerordentlich geringen Kleinfischbestand verfügt.

Werner Brinkschröder bittet darum, ihm Haubentaucher-Brutvorkommen mitzuteilen.

Seine Mailadresse lautet:

brinkschroeder.werner@web.de

Text: Werner Brinkschröder

Durchgängigkeit der Grawiede ist wieder gegeben

Seit Mitte Juni ist die ökologische Durchgängigkeit der Grawiede für Fische und andere Wasserorganismen wieder gegeben. In einem letzten Schritt entfernten die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer e.V. (NUVD) in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Spicker aus Mellinghausen, dem NLWKN-Betriebsstelle Sulingen, dem Hunte-Wasserverband, den Unterhaltungsverbänden „Obere Hunte“ und „Hunte“, der Wilhelm Fricke GmbH aus Lembruch und der Sportfischergemeinschaft Lembruch e.V. das letzte Wanderhindernis in diesem Fluss. Östlich von Lembruch befand sich noch eine Sohlschwelle, die einen Höhenunterschied von etwa 40 cm überwand und für Fische und andere Wasserorganismen in Richtung Dümmer nicht überwindbar war.

Die Sohlschwelle vor den Umbaumaßnahmen; Foto: Marcel Holy

Durch die jetzt stattgefundene Maßnahme wurde zunächst die Spundwand an zwei Stellen durchbrochen und somit ein ständiger Wasserdurchfluss, auch bei geringen Wasserständen, geschaffen, der auch von den im Wasser lebenden Tieren zu jeder Zeit in beide Richtungen genutzt werden kann.

Vorbereitung zum Einschneiden der Spundwand; Foto: Christian Vogel

Um weiterhin einen kontrollierten Abfluss gewährleisten zu können, wurden im nächsten Schritt mit Kies und Wasserbausteinen sechs Becken errichtet. Diese Becken bilden nun die neue Sohlgleite, die durch entsprechende Abflüße in den Becken, die Wandermöglichkeit der Tiere gewährleistet. Zudem gibt es in jedem Becken auch strömungsberuhigte Bereiche um den Aufstieg zu erleichtern.

Fertiggestellte Sohlgleite; Foto: Marcel Holy

Dieser Maßnahme vorangegangen waren der Bau des Fischaufstiegs an der Grawiede-Schleuse am Dümmer durch die NLWKN Betriebsstelle Sulingen und die Errichtung der Umleitungsrinne/Sohlgleite kurz vor der Einmündung in die Hunte durch den Unterhaltungsverband „Hunte“. Somit ist die Grawiede wieder komplett ökologisch durchgängig und ganz nebenbei konnte ein Kernkriterium der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch noch erfüllt werden.

Text: Christian Vogel