Die Kraniche zieht es in den Süden

Heute setzte ein starker Kranichzug ein. In breiter Front zogen Kraniche in südwestliche Richtung.
Werner Brinkschröder aus Belm dokumentiert das Zuggeschehen im Frühjahr und Herbst seit mehreren Jahren sehr umfangreich und freut sich für die daraus entstehenden Sammelberichte über Zugbeobachtungen aus der Diepholzer Moorniederung und dem Großraum Osnabrück, am besten mit Anzahl, Uhrzeit und Zugrichtung.
Kontakt: brinkschroeder.werner@web.de

Foto: W. Brinkschröder

Genetische Untersuchungen an der Schleie

Im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt das Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden eine wissenschaftliche Erhebung zur Erfassung der genetischen Diversität der Schleie (Tinca tinca) in den Haupt-Flussgebietseinheiten Deutschlands durch. Ziel ist die Identifizierung genetisch eigenständiger Populationen sowie der langfristige Erhalt dieser genetisch und phänotypisch regional angepassten „evolutionären Einheiten“.
Aufgrund der guten Kenntnisse des Gebiets und der Fischbestände wurde die NUVD vom Fachdezernat Binnenfischerei des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) als Ansprechpartner für eine Befischung in der Dümmerregion benannt.
Nach vorheriger Abstimmung und Gewässerauswahl fand nun die Befischung statt. Dafür wurde als aussichtsreichste Stelle zunächst ein Stillgewässer im Bereich der Südbucht ausgewählt.
Dabei kam die Elektrofischerei zum Einsatz. Mit einem speziellen Kescher wird ein Spannungsfeld im Wasser erzeugt, das bei den Fischen eine unwillkürliche Bewegung hin zum Kescher erzeugt und diese schließlich immobilisiert, sodass sie leicht eingesammelt werden können. Auch wenn es sich nicht so anhören mag, ist es eine sehr schonende Fischfangmethode, die jedoch streng reguliert ist und einer mehrtägigen Schulung sowie einer behördlichen Genehmigung für jede Befischung bedarf.

Dass es in dem ausgewählten Gewässer Schleien gibt, zeigten bereits mehrere tote Exemplare am Ufer, also wurde die Befischung optimistisch begonnen.
Zunächst wurde vom Boot gefischt, ein schmalerer Teil des Gewässers mit mehr Bewuchs wurde anschließend watend befischt.
Obwohl sicherheitshalber der ganze Tag und mehrere Gewässer für die Befischung eingeplant waren, wurde bereits nach etwa einer Stunde die erforderliche Gesamtzahl von Schleien erreicht, sodass anschließend die Beprobung der Fische durchgeführt werden konnte.
Hier im Bild ist eine mittelgroße, mehrjährige Schleie zu sehen. Die Fische wurden zunächst gewogen und vermessen, anschließend wurde ein kleines Stück der Bauchflosse entnommen, um daraus die benötigten genetischen Informationen gewinnen zu können. Auf der rechten Scherenklinge ist das entnommene Flossenstück zu erahnen.
Zudem wurde die Befischung genutzt, um weitere Informationen über den Fischbestand zu gewinnen. So wurden neben Plötze, Aal und Hecht sowie zahlreichen Kamberkrebsen auch mehrere Steinbeißer gefangen. Diese zählen zu den prioritären Arten im niedersächsischen Fischartenschutz und werden zudem im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt.
Text und Fotos: Marcel Holy

Aufnahmen aus dem Ochsenmoor

Ich heiße Erik und haben ein zweiwöchiges Praktikum bei der Naturschutzstation am Dümmer See gemacht. Mit den folgenden Bildern zeige ich ihnen was ich während meines Praktikums gesehen habe.

Hier habe ich ein Braunkelchen auf einen Weidezaunpfahl auf der Südseite des Ochsenmoors fotografiern können.

Auf diesem Bild kann man eine Ricke mit zwei Kitzen sehen die am äsen (fressen) sind.

Nun kann man einen Silberreiher auf der Nahrungssuche sehen. Silberreiher ernähren sich von Mäusen, Kröten, Würmer etc.

Auf diesem Foto kann man zwei Graugänse sehen und wenn man genau hinschaut kann man auch sehen, dass die rechte Gans einen Sender um den Hals trägt. Der Sender ist dafür da um die Flugruten der Gänse zu erkunden (verfolgen).

Auf diesem Foto kann man ca. 100 Komorane sehen jedoch ist dies nur 1/10 von den Komoranen die aktuell am Dümmer gezählt wurden.Das macht sich bei dem Fischbestand des Dümmers erheblich bemerkbar.

Zu guter letzt noch ein schönes Herbstfoto.

Gehölzarbeiten in der Verlandungszone gehen zu Ende

In dieser Woche gehen die umfangreichen Gehölzarbeiten in der Verlandungszone des Dümmers sowie in der Hohen Sieben außerhalb des Dümmers zu Ende. Dabei wurden ein Schlepper mit Forstmulcher, ein Bagger mit extra breitem Kettenlaufwerk und Mulchkopf sowie zwei Pistenraupen mit Forstmulchern eingesetzt, um Weiden und Erlen zurück zu drängen und dadurch Schilf und anderen Röhrichtpflanzen wieder mehr Raum zu geben.

Begonnen wurden die Arbeiten im landseitigen Teil des NSG Hohe Sieben. Hier wurde ein Schlepper mit Zwillingsreifen und Forstmulcher eingesetzt. Diese Aufnahme entstand während der Arbeiten. Der Gehölzbereich am linken Bildrand wurde vollständig entfernt, der Baumbestand am Deich blieb erhalten:
Nach Beendigung der Arbeiten an der Hohen Sieben wurden die Arbeiten an der Vogelwiese fortgesetzt. Auf dem Bild ist neben dem Umfang der Mulcharbeiten auch der niedrige Wasserstand in den dortigen Stillgewässern gut zu erkennen:
Die letzte Station des Schleppers mit Forstmulcher war anschließend die Südbucht. Neben einem freien Blick auf die Wasserfläche vor dem Südturm wurde auch in den gut befahrbaren Bereichen westlich des zweiten Sielgrabens viel vorest gehölzfreies Röhricht geschaffen. Lediglich einzelne Weiden direkt am Deichfuß blieben als Nahrungsquelle für die im Deich beheimatete Sandbienenpopulation erhalten.
Trotz des niedrigen Seewasserstandes waren die Bedingungen in der Verlandungszone am Westufer des Dümmers schwierig. Hier wurden anstelle des Schleppers zwei leistungsstarke Pistenraupen eingesetzt. Dank ihrer breiten Kettenlaufwerke haben diese einen deutlich geringeren Bodendruck als bereifte Fahrzeuge.
Hier die Raupe der Staatlichen Moorverwaltung:
Beide Raupen nördlich des Erlenbruchwaldes „Dobben“:
Am linken Bildrand der Nordteil der Dobben:Blick vor die Dobben:
Gemulchte Gehölzbereiche vor dem Südteil der Dobben:
Südlich der Dobben wurden ebenfalls größere Bereiche mit Weiden- und Erlenaufwuchs gemulcht. Das große zusammenhängende Weidengebüsch etwa in der Bildmitte wurde belassen, da hier Aufwand und zu erwartender Erfolg bei der Wiederbesiedlung mit Röhrichtvegetation in keinem Verhältnis gestanden hätten:
Text und Fotos: Marcel Holy

Wolf am Dümmer – aber schon länger her…

Bei der Durchsicht von Aufnahmen einer Wildkamera, die schon längere Zeit in der Verlandungszone des Dümmers im Einsatz war, tauchte eine kleine Überraschung auf. Die Kamera hat den Besuch eines Wolfs am Dümmer dokumentiert.
Die Aufnahme stammt vom 10. November 2017. Regelmäßige Hinweise auf Wölfe hat es seitdem nicht gegeben, jedoch sporadische Hinweise und auch einzelne Fotonachweise. Ein territoriales Wolfsvorkommen in der direkten Umgebung des Dümmers ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, noch ist es aber nicht so weit. Aber es bleibt spannend…

Besenderte Uferschnepfen jetzt online

Nachdem in den letzten Jahren nur Uferschnepfenküken mit VHF-Sendern ausgestattet wurden, um sie mittels aufwändiger Kreuzpeilungen für die Zeit vom Schlüpfen bis zum Flüggewerden verfolgen zu können, sind in diesem Jahr 10 Uferschnepfen, jeweils fünf nahezu flügge Jungvögel und Altvögel, mit Satellitensendern ausgestattet worden. Dank eines Solarmoduls liefern die Sender nun dauerhaft Daten, sodass auch die Zugwege und Überwinterungsgebiete der Vögel genau erfasst werden können.
Da ein Jungvogel noch am Dümmer prädiert wurde, sind derzeit noch 9 Vögel „live“ zu verfolgen.
Der Link zu den Sendervögeln und nähere Informationen zu den Zielen der Besenderung finden sich unter folgender Adresse: http://www.wiesenvoegel-life.de/en/meadow-birds/black-tailed-godwit/satellite-tracking.html
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