Aalbesatz

Der NLWKN-Vollzugshinweis zum Fischartenschutz für den Europäischen Aal benennt folgende Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen:
– Anhebung des fischereilichen Mindestmaßes auf 45 cm.
– Ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern: Bau bzw. Anpassung von Fischaufstiegsanlagen an die Ansprüche von natürlich aufsteigenden (Glas-)Aalen.
– Schutz abwandernder Aale an technischen Anlagen (Turbinen, Entnahmebauwerke für Kühlwasser etc.).
– Neuerteilung von Baugenehmigungen bzw. Umrüstungen nur bei Nutzung fischschohnender Technik (z.B. Wasserkraftschnecke statt Turbine)
– Verhinderung eines weiteren Bestandsanstiegs des Kormorans, um das Prädationsrisiko nicht weiter ansteigen zu lassen.
– Aalbesatz

Zum Besatz wird Folgendes näher ausgeführt: Eine zwingende Voraussetzung für den Erhalt des Aalbestandes ist mindestens die Aufrechterhaltung des jetzigen Besatzumfangs durch die Fischerei. Unter der Voraussetzung, dass zukünftig genügend Besatzaale zu nicht wesentlich erhöhten Preisen zur Verfügung stehen werden, kann erwartet werden, dass die Fischerei (private Finanzierung) das bisherige Besatzniveau aufrechterhält. Darüber hinaus ist die Steigerung des Besatzes (z. B. mit Mitteln aus dem Europäischen Fischerei-Fonds) elementar für eine Erholung der Bestände.

Gemeinsam mit dem Fischereibetrieb Dobberschütz, der das berufliche Fischereirecht auf dem Dümmer gepachtet hat, haben wir nun rund 100 kg autochthonen Aal in den Dümmer besetzt.
Da die Bestandserfassungen, die wir regelmäßig mit dem Anglerverband Niedersachsen durchführen, gezeigt haben, dass Steinschüttungen bevorzugte, da sichere Einstände der Aale sind, haben wir den Besatz in direkter Nähe solcher Habitate vorgenommen, um die Fische keinem erhöhten Prädationsrisiko auszsetzen.

Video: Marcel Holy

Binsenpflanzung

Wir pflanzen seit mehreren Jahren im Dümmer Teichbinsen, um zu schauen, wie sich die Pflanzen an unterschiedlichen Standorten entwickeln. Dabei haben wir bislang unabhängig von Wassertiefe, Untergrund und Wellenexposition die Erfahrung gemacht, dass sich die Binsen in der Regel sehr gut entwickeln.
Wichtig ist aber ein Zaun gegen Fraßschäden, da die Binsen bei verschiedenen Tierarten auf dem Speisezettel stehen.
Unser Ziel ist es, diese Pflanze, die den See sowohl optisch als auch ökologisch prägte, wieder in großen Beständen zu etablieren.

Hier eine Pflanzung an der Huntemündung. Die Binsen wurden 2019 aus heimischen Samen gezogen und am 22.6.2020 gepflanzt.
Dieses Foto vom 7.8.2020 zeigt die erfreuliche Entwicklung innerhalb von anderthalb Monaten.

Marcel Holy

Schutz für junge Austernfischer

Auf dem Kiesdach des Kinderheims in Lemförde brüten schon seit mehreren Jahren Austernfischer. In der Vergangenheit sind jedoch keine Jungvögel flügge geworden, da sie das Dach früh verlassen haben und in der Regel auf den angrenzenden Straßen überfahren wurden.
In diesem Jahr haben wir als gemeinsames Projekt mit der Heimleitung und den dort wohnenden Kindern einen Zaun um das Dach gebaut, der die Jungvögel am vorzeitigen Verlassen hindert. Da sie im Gegensatz zu anderen Limikolen wie Kiebitzen und Uferschnepfen ohnehin gefüttert werden, ist der Platz ausreichend und zudem noch sicher vor Katzen und Mardern.
Am 28. Mai. sind 4 Küken geschlüpft, bislang haben 3 überlebt und sind auf dem besten Weg, flügge zu werden. Wir werden berichten, wenn sie ausgeflogen sind.

Ein Austernfischer sitzt auf dem Dach.
Das Kiesdach mit dem umgebenden Zaun.
Ein junger Austernfischer.

Alle Fotos: Udo Effertz

Rehrettung

Im Moment wird die erste Silageernte eingefahren. Ackergras und Grünroggen werden früh geerntet, sodass die Flächen direkt umgebrochen und anschließend mit Mais bestellt werden können. Die starkwüchsigen Kulturen sind dabei leider auch beliebte Deckungen für Rehkitze, Hasen, die ersten brütenden Fasanenhennen und andere Tierarten. Diese finden häufig den Tod im Mähwerk, wenn nicht mit Scheuchen gearbeitet wird, die am Vortag der Mahd in den Flächen platziert werden, die Flächen nicht mit Hunden abgesucht werden, keine Wildwarner am Mähwerk angebracht sind oder zumindest bereits am Vortag ein kleiner Teil der Flächen gemäht wird, was manche Tiere zum Verlassen ihres vormals als sicher empfundenen Einstands veranlasst. Neben den Verlusten der Wildtiere, die mittlerweile schon empfindliche Strafen für Landwirte nach sich gezogen haben, die nichts unternommen haben, um diese zu verhindern, kann es zu Botulismuserkrankungen bei Rindern oder anderen Tieren kommen, die mit Silage gefüttert wurden, in der Tierkadaver enthalten waren.

Eine effiziente Möglichkeit zum Absuchen von Wiesen und Grünroggenflächen bieten mittlerweile Drohnen mit Wärmebildtechnik.

Zwar gibt es des öfteren „Fehlalarme“, weil Feldhasen aus der Luft für Rehkitze gehalten wurden, aber auch die sollen ja die Flächen verlassen. Und es gelingen erfreulicherweise immer wieder Funde der niedlichen Kitze.

Diese werden dann entweder in unmittelbarer Nähe der Mahdflächen abgelegt oder, wenn sie schon so alt sind, dass sie auf eigenen Beinen wieder in diese hinein laufen könnten, in gut durchlüfteten Kartons bis nach der Mahd verwahrt, sodass sie sich nach der Freilassung wieder mit ihren Mutterricken zusammenfinden können.

Und manchmal findet man auch ganz kleine Kandidaten, die man vor dem Mähtod retten kann.

Junghasen

Eine andere Form der Rehrettung gab es kürzlich mit diesem Bock, der sich entweder ganz versehentlich oder beim Fegen mit seinem Gehörn in einer Litze verfangen hatte. Mit dicken Handschuhen und einem Messer konnte er befreit werden. Hilfreich war, dass er im Graben lag – so gab es keine Schläge mit den Läufen.

Marcel Holy