Nasse Flächen

Der starke Regen vom letzten Wochenende hat für diese Jahreszeit ungewöhnlich viel Wasser ins Ochsenmoor gebracht. Wo zuvor nur noch klägliche Pfützen in den tiefsten Senken verblieben waren, sind nun wieder geschlossene Wasserflächen zu sehen.

Blick vom Ochsenmoor Turm Richtung Schäferhof

Für die Wiesenvögel ist das toll. So finden auch später brütende Kiebitze gute Bedingungen für die Aufzucht der Jungen vor. Auch für den Wachtelkönig sind diese Bedingungen optimal: relativ hohe Vegetation mit sehr feuchtem Boden. Es sollte sich also lohnen, Augen und vor allem Ohren offen zu halten. Vielleicht sucht sich der ein oder andere dieser seltenen Vögel das Ochsenmoor als Brutrevier aus.

Blick vom Erlebnispfad Richtung Haßlinger Straße

Nachteile bringt der hohe Wasserstand auf den Flächen allerdings auch mit sich. So kurz vor dem Ende der Brutzeit werden die Wiesen mit dem hohen Aufwuchs wohl nicht für eine baldige Heuernte abgetrocknet sein. Zumal noch mehr Regen angekündigt ist. Die Mahd wird entsprechend spät ausfallen und möglicherweise keine nutzbare Ernte einbringen, da das Gras schon auf den Flächen faulig werden könnte.

Schilfpflanzung am Olgahafen

In der letzten Woche haben wir im Auftrag des NLWKN an der Aussichtsmole am Olgahafen in Dümmerlohausen Schilf und Teichbinsen angepflanzt. Hinter dem wachsenden Sichtschutz sollen die Besucher in Zukunft störungsfrei die Beobachtungshütten erreichen können.

Bereits eine Woche zuvor haben wir die gesamte Fläche mit einer Größe von ca. 700 m² eingezäunt, um Verbisschäden durch Gänse und andere Wasservögel sowie Nutrias zu verhindern. Nach der Pflanzung wurden die Pflanzen mit Schnüren und Flatterband auch nach oben gesichert.

Die Schilf- und Binsenpflanzen haben wir zum Teil aus Samen, die direkt am Dümmer gesammelt wurden, gezüchtet, zum Teil aber auch Rhizomstücke genutzt, die ebenfalls schnell neue Triebe bilden.

Entlang der Mole wurde im Rahmen der Hafenunterhaltung Sediment aufgespült, das zuvor die Einfahrt in die Hafenanlagen behinderte. Dabei wurde darauf geachtet, das Sediment nicht bis über den Wasserspiegel aufzuspülen, um an dieser Stelle wasserdurchflutetes Röhricht entstehen zu lassen. Hier können im Natura-2000-Gebiet Dümmer wertbestimmende Vögel wie Schilfrohrsänger, Wasserralle und Rohrdommel zukünftig einen Lebensraum finden. Auch als schützender Einstand für Fische sind die wasserständigen Röhrichte wichtig. Einerseits dienen die Fische seltenen Arten wie der Trauerseeschwalbe, der Rohrdommel oder dem Haubentaucher als Nahrung, andererseits sind sie wichtige Helfer gegen die lästigen Zuckmückenschwärme. Wasserdurchflutete Röhrichtbestände kommen derzeit im Dümmer jedoch kaum noch vor. Deshalb arbeiten wir und auch der Naturschutzring Dümmer momentan mit verschiedenen Erprobungs- und Entwicklungsmaßnahmen daran, dass mehr Schilf und Teichbinsen im See wachsen. Auch im Rahmen des EFRE-Landschaftswerte Projekts „Erhaltung des Kulturlandschafts- und Naturerbes in der Dümmerniederung“, das wir gemeinsam mit dem NLWKN umsetzen, werden verschiedene Maßnahmen erprobt. Eine Schilf- und Binsenanpflanzung in der Größenordnung wie jetzt am Olgahafen ist dabei für uns ein Novum.

Inwiefern die Röhrichtbestände in den Probeflächen tatsächlich von Fischen genutzt werden, untersuchen wir in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Anglerverband Niedersachsen. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr zeigten zwar schon deutlich in die richtige Richtung, jedoch war der Wasserstand in vielen Bereichen zu niedrig, um alle Erfassungen durchzuführen. Vielleicht klappt es in diesem Jahr besser. Noch ist der Wasserstand bei ca. 37,25 m ü. NN (Pegelnullpunkt bei 35 m ü. NN).

Nun heißt es, Daumen drücken, dass sich die Pflanzen gut entwickeln. Wenn jemandem Schäden an den Zäunen oder den Pflanzen auffallen, bitte umgehend melden, sodass wir eingreifen können.

Fotos: M. Holy, Text: M. Holy / C. Poitzsch

Rehrettung

Im Moment wird die erste Silageernte eingefahren. Ackergras und Grünroggen werden früh geerntet, sodass die Flächen direkt umgebrochen und anschließend mit Mais bestellt werden können. Die starkwüchsigen Kulturen sind dabei leider auch beliebte Deckungen für Rehkitze, Hasen, die ersten brütenden Fasanenhennen und andere Tierarten. Diese finden häufig den Tod im Mähwerk, wenn nicht mit Scheuchen gearbeitet wird, die am Vortag der Mahd in den Flächen platziert werden, die Flächen nicht mit Hunden abgesucht werden, keine Wildwarner am Mähwerk angebracht sind oder zumindest bereits am Vortag ein kleiner Teil der Flächen gemäht wird, was manche Tiere zum Verlassen ihres vormals als sicher empfundenen Einstands veranlasst. Neben den Verlusten der Wildtiere, die mittlerweile schon empfindliche Strafen für Landwirte nach sich gezogen haben, die nichts unternommen haben, um diese zu verhindern, kann es zu Botulismuserkrankungen bei Rindern oder anderen Tieren kommen, die mit Silage gefüttert wurden, in der Tierkadaver enthalten waren.

Eine effiziente Möglichkeit zum Absuchen von Wiesen und Grünroggenflächen bieten mittlerweile Drohnen mit Wärmebildtechnik.

Zwar gibt es des öfteren „Fehlalarme“, weil Feldhasen aus der Luft für Rehkitze gehalten wurden, aber auch die sollen ja die Flächen verlassen. Und es gelingen erfreulicherweise immer wieder Funde der niedlichen Kitze.

Diese werden dann entweder in unmittelbarer Nähe der Mahdflächen abgelegt oder, wenn sie schon so alt sind, dass sie auf eigenen Beinen wieder in diese hinein laufen könnten, in gut durchlüfteten Kartons bis nach der Mahd verwahrt, sodass sie sich nach der Freilassung wieder mit ihren Mutterricken zusammenfinden können.

Und manchmal findet man auch ganz kleine Kandidaten, die man vor dem Mähtod retten kann.

Junghasen

Eine andere Form der Rehrettung gab es kürzlich mit diesem Bock, der sich entweder ganz versehentlich oder beim Fegen mit seinem Gehörn in einer Litze verfangen hatte. Mit dicken Handschuhen und einem Messer konnte er befreit werden. Hilfreich war, dass er im Graben lag – so gab es keine Schläge mit den Läufen.

Marcel Holy

Baumbrut von Störchen

An der Hohen Sieben wird derzeit ein Horst auf einem gekappten Baum von dem Storchenpaar fleißig renoviert.
Den Hinweis und das Foto sendete Michael Brockmeyer ein.

Storchenpaar auf Baumhorst in der Ferienhaussiedlung an der Hohen Sieben. Foto: M. Brockmeyer

Das Storchenpaar, das sich seit längerer Zeit erfolglos am Bau eines Horsts auf der Spitze einer Erle versuchte, hat zwischenzeitlich eine Nistplattform bekommen.

Foto: M. Holy

Entschlammung

Nachdem auf einer Länge von 800m aus dem Marler Graben ca. 2.000 cbm Schlamm abgepumpt wurden, um einen geregelten Wasserabfluss sicherzustellen, werden nun auch die Häfen bearbeitet. Auf den Fotos sind Schwimmbagger, Pumpstation und Arbeitsboot zu sehen. Die Pumpstation („Booster“) sorgt dafür, dass das Material den langen Weg durch die Rohrleitung bis zur Schlammdeponie im Rüschendorfer Moor schafft.

Vorne im Bild der große Saugbagger für Flächenentschlammungen und die Räumung der Baggerlöcher, hinten der „Booster“.
Im Marler Graben und den engen Hafenbecken wird kleineres Gerät eingesetzt.
Alle Fotos: Udo Effertz