Silberreiher-Synchronzählung

Wie bereits in der vergangenen Jahren haben wir auch 2021 wieder eine Zählung der Silberreiher auf ihrem Weg zu den Schlafplätzen durchgeführt.
Am 11.11.2021 haben sich 11 Mitglieder und Mitarbeiter der NUVD rund um den Dümmer positioniert und bei bedeckten Himmel und 8°C Lufttemperatur in der Abenddämmerung den Einflug der Silberreiher zu erwarten.
Zwischen 16:15 und 17:30 Uhr wurden 151 Silberreiher gezählt, davon suchten 129 ihren Schlafpaltz am Dümmer auf und 22 im Hüder Fladder.

Silberreiher auf einem Schlafbaum 2020 im Dümmer (Foto: Werner Brinkschröder).

Trotz der deutlich geringeren Zahl zu den Vorjahren überraschte uns das Ergebnis wenig, da wir bereits den Eindruck hatten, dass sich weniger Silberreiher im Gebiet aufhalten als in den Jahren zuvor.

Im Jahre 2019 zählten wir 340 Individuen und 2020 238 Indivduen dieser großen Vögel. Warum ein solcher Rückgang zu verzeichnen ist, wissen wir aktuell nicht, aber mit der Unterstützung unserer ornithologisch interessierten Mitglieder erfragen wir aktuell die Situationen in anderen Gebieten, ob dort ähnliche Beobachtungen gemacht wurden.

Solche Ansammlungen konnten in diesem Herbst bisher nicht beobachtet werden (Foto: Christian Vogel).

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Helfern und hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder mehr Silberreiher im Herbst und Winter begrüßen können.

Gewässerpflege mit der Umwelt AG der GS Lemförde

11 Schüler und ihr Betreuer der Umwelt AG der Naturparkschule der Grundschule Lemförde haben die NUVD tatkräftig bei der Pflege von Feuersalamandergewässern im Stemweder Berg unterstüzt. In eineinhalb Stunden hat die schlagkräftige Truppe alle Weiden aus den Bereich eines Gewässers entfernen können um der Verbuschung entgegenzuwirken und die Verdunstung zu verringern.

Mit Astscheren ging es gegen die Weidenbüsche vor (Foto: Christian Vogel).

Auch wenn das Gewässer aktuell fast ausgetrocknet ist, wird es über das Frühjahr und den Sommer genug Wasser führen, um den Feuersalamandern die Möglichkeiten der Laichabgabe zu bieten und somit den Feuersalamandern eine Zukunft bieten. Durch die trockenen Jahre haben die Teiche im Berg stark gelitten und sich noch nicht wieder erholt. Somit ist jede Hilfe zur Gewässerpflege gerne willkommen.

Mit Gummistiefeln und Astscheren ging es gegen die Weidenbüsche vor (Foto: Christian Vogel):

Die NUVD bedankt sich herzlich bei der Naturparkschule Grundschule Lemförde für die tatkräftige Unterstützung und beim Naturpark Dümmer für die Bereitstellung des Werkzeugs.

Arbeitseinsatz an den Schwarzstorchteichen

2015 haben wir, von der NUVD, im Naturschutzgebiet Huntebruch und Huntebruchwiesen begonnen Gewässer zu planen und umzusetzen. Eine in der NSG Verordnung genannte Zielart ist der Schwarzstorch und um ihn ein möglichst gutes Nahrungsangebot zu präsentieren, sollte er sich jemals dort ansiedeln, wurde sechs Gewässer an der östlichen Seite des Bruchwaldes angelegt.
Leider sind diese Gewässer teilweise im Laufe der Zeit mit Erlen zu gewachsen, die es nun zu entfernen galt.

Diese Gewässer ist von einem Erlenring umrundet (Foto: Christian Vogel).
Die 4 betroffenen Gewässer kurz vor dem Arbeitseinsatz, die Helfer machen sich im unteren Bildbereich langsam fertig (Foto: Marcel Holy).

Mit 8 Freiwilligen wurde diese Aufgabe nun in Angriff genommen und bewältigt. Betroffen waren 4 der ingesamt 7 angelegten Gewässer. Die Gewässer haben sich in den letzten Jahren zu einem Refugium für Amphibien und Libellen entwickelt (wir berichteten).

Nun stehen die Gewässer wieder frei und können sich weiter als Lebensraum für Insekten und Amphibien etablieren.

Gewässer nach dem Arbeitseinsatz (Foto: Marcel Holy).

Arbeitseinsatz im Goldenstedter Moor

Mit der BBS am Museumsdorf Cloppenburg haben wir am 13.10.2021 im Goldenstedter Moor den Birken, Kiefer, Kulturheidelbeeren und anderen Gehölzen in einer Fläche den Kampf angesagt. Eine Gruppe von 20 Landwirten, die ihre Ausbildung zum Betriebswirt machen, haben in einer 5 stündigen Aktion tatkräftig angepackt und die gesamte Fläche entkusselt.

Schüler der BBS am Museumsdorf Cloppenburg im Einsatz (Foto: Christian Vogel).

Es wurde aber nicht nur gearbeitet, zwischendurch gab es auch immer wieder Erklärungen, was dort eigentlich gemacht wird, wie sich die Fläche entwickeln soll und warum keine Maschinen dafür eingesetzt werden. So wurde anschaulich die Verdunstung durch die Birken dargestellt, die dem Hochmoor etliche Liter Wasser pro Tag entziehen, es wurden Toofmoose und deren Fähigkeit zur Wasserspeicherung vorgestellt und auch die Wichtigkeit der Moore im Kampf gegen den Klimawandel erläutert.

Am Ende des Tages war von den Birken nichts mehr zu sehen (Foto: Christian Vogel).

Dank der tatkräftige Unterstützung durch die angehenden Betriebswirte haben wir deutlich mehr Fläche geschafft als vorgesehen. Ein besonderer Dank geht an den Naturpark Dümmer e.V. für die Werkzeuge (Astscheren, Handsägen und eine Akkukettensägen), den Landkreis Vechta für die zur Verfügungstellung der Fläche und Unterstützung und natürlich an die Schüler und Schülerinnen der BBS am Museumsdorf Cloppenburg.

Es war ein sehr gelungener Tag an dem alle viel Spaß hatten!

Mission Schleiereule

Heute haben wir eine Schleiereule von einem Netz befreit. Eine für uns nicht alltägliche Aufgabe verbarg sich hinter einem Anruf aus Stemwede-Haldem. Ein besorgter Scheunenbesitzer rief uns an, dass sich die Krallen einer Schleiereule in einem Netz verfangen hätten und jetzt fliegt sie damit durch die Scheune.

Netz an den Ständern der Schleiereule.

Das Tier war sehr ruhig, ließ sich gut fangen und ohne anstalten aus dem Netz befreien. Das Netz war noch nicht lange an der Eule, es gab noch keine Schürfwunden, Schwellungen oder andere sichtbaren Verletzungen, so dass wir sie schnell wieder freilassen konnten.

Die Schleiereule ist befreit und konnte wieder freigelassen werden.

Fotos: Christian Vogel

Insektenmonitoring

Ein wichtiger Punkt bei der Lebensraumgestaltung für Wiesenbrüter ist die Nahrungsverfügbarkeit in den Zielflächen. Besonders die Küken brauchen viel eiweißhaltige Nahrung nach dem Schlupf aber auch die adulten Vögel ernähren sich überwiegend von Insekten. Im Rahmen des integrierten LIFE-Projekts LIFE GrassBirdHabitats des NLWKN (weitere Infos hier) wird deshalb in ausgewählten Flächen rund um den Dümmer und weiteren Untersuchungsgebieten ein Insektenmonitoring durchgeführt. Die NUVD unterstützt dabei die Feldarbeit, also die Betreuung der verschiedenen Insektenfallen am Dümmer.

Verschiedene Fallentypen im Gelände, die gerade geleert werden (Foto: Caroline Poitzsch).
Dieser Fallentyp nennt sich Malaise-Falle. Wer sich gefragt hat, was die komischen Zelte im Gebiet sind, hier die Antwort (Foto: C. Poitzsch).
Die Fallen werden alle 14 Tage kontrolliert und die Insektenbestände erfasst (Foto: C. Poitzsch).

Abfalltafel an der Bienenwiese

An der Bienenwiese ist von uns eine neue Lehrtafel installiert und eine Hecke gepflanzt worden. Die Hecke soll die Wiese von den Müllcontainern abgrenzen und die Tafel auf die Zersetzung unterschiedlicher Materialien in der Natur aufmerksam machen. „Damit soll ein Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen werden, dass der Müll richtig entsorgt und nicht mehr achtlos weggeschmissen wird“, erläutert Udo Effertz, 1. Vorsitzender der NUVD, und bedankt sich gleichzeitig bei Ralf Schmiesing von den Concordia Versicherungen in Hüde für die Finanzierung des Projekts.        

 

Ralf Schmiesing von den Concordia Versicherungen, Udo Effertz und Erik Langhorst (v.l.) (Foto: C. Vogel).

Neben der Aufforderung seinen Abfall richtig zu entsorgen stellt die Tafel die Lebensdauer unterschiedlicher menschlicher Produkte in der Natur dar und vergleicht diese mit der Lebenserwartung eines Storchs, diese liegt bei etwa 20 Jahren. Glas hingegen braucht 1.000.000 Jahre bis es in seine Bestandteile zersetzt ist, eine Plastiktüte 1.000 Jahre und eine Zeitung immerhin noch etwa 50 Jahre.  

Erik beim Aufbau der Lehrtafel (Foto: C. Vogel).

Bei der aktuellen Situation an den Müllcontainern stellt sich allerdings die Frage, ob die Lehrtafel besser auf die andere Seite der Hecke gestellt werden sollte, damit die Nutzer des Müllplatzes diese lesen können.

Momentaufnahme der Müllcontainersituation (Foto: C. Vogel).

Röhrichtpflanzungen Olgahafen

Die Röhrichtpflanzungen am Olgahafen, die bereits letztes Jahr begonnen wurden, wurden nun fortgesetzt. Am 10.06. wurden durch Mitglieder und Mitarbeiter der NUVD weitere Schilf- und Teichbinsenpflanzen eingebracht und durch einen zusätzlichen Zaun vor Fraßschäden geschützt. Die Pflanzen wurden aus autochtonen Samen und Rhizomstücken vorgezogen. Der Arbeitseinsatz dauerte den ganzen Tag und wurde zeitweise durch ein Kamerateam des NDR begleitet. Die Ausstrahlung erfolgt am 23.07.2021 um 20:15, weitere Infos gibt es hier.

Und nun ein paar Impressionen:

Voller Einsatz bei den Vorbereitung der Pflanzen: Im Hintergrund werden mit dem Boot die ersten Zaunpfähle eingespült und vorne die Pflanzen an ihre Standorte verbracht.
Das Kamerateam bei der Arbeit.
Und hier werden die ersten Pflanzen gesetzt.
Die erste Anpflanzung, leider sind ein paar Fraßschäden zu verzeichnen.

Alle Fotos Udo Effertz.

Schilfpflanzungen am Olgahafen

Die Schilfpflanzungen am Olgahafen entwicklen sich gut, jetzt im Winter liegen die Bestände trocken. Das ist aber kein Problem für die eingezäunten Pflanzen und sobald der Dümmer im Frühjahr wieder angestaut wird, werden auch die Pflanzen durchflutet.

Fotos: Petra Hensel

Natürlicherweise sind Wasserstände in Seen im Winter höher als im Sommer, da der Dümmer aber sowohl die Funktion als Rückhaltebecken für Schneeschmelzen und starke Regenfälle im Winter hat, als auch als Wassersportgebiet im Sommer dient, ist es hier genau andersherum. Wir haben hohe Wasserstände im Sommer, damit Surfer und vor allem Segler ausreichend Wasser unter dem Kiel haben und im Winter wird das Wasser abgelassen, damit der Dümmer als Puffer dienen kann. Leider ist das dem Schilfwachstum nicht zuträglich. Allerdings ist das nur einer von vielen Punkten, der Fraßdruck ist weiterhin der stärkste Einflussfaktor auf das Schilf.

Röhrichtrückgang

Im Frühjahr 2016 haben wir begonnen, Schilfbereiche mit Zäunen vor Verbiss zu schützen, da vorhergehende Erfassungen die Bedeutung dieses Einflussfaktors zeigten.
Zur Einzäunung werden dünne Sechseckgeflechte verwendet, die zwar Tiere vom Schilf fernhalten, andere Einflüsse wie Wellengang, nährstoffreiches Wasser oder Verdriftung von Schlamm jedoch nicht beeinflussen.
Die Dokumentation der eingezäunten und angrenzenden Bereiche erfolgt vom Boden mittels Fotos und Messung der Wassertiefen, in die sich das Schilf ausbreitet, sowie über senkrechte Drohnenaufnahmen aus der Luft.

Im Zuge von Arbeiten an der Hohen Sieben entstanden an einer dortigen Versuchsfläche heute zwei Fotos, die eindrucksvoll die enorme Veränderung inner- bzw. außerhalb des Zauns belegen. Der Zaun musste seit der Errichtung im Mai 2016 aufgrund der Ausbreitung des Schilfs weiter nach vorne gebaut werden. Um den Einfluss des Faktors Verbiss sowie das Ausbreitungspotenzial des Schilfs weiter zu belegen, haben wir anschließend auf einem Teilstück der Zaunfront einen weiteren Bereich eingezäunt, den das Schilf ebenfalls besiedelt hat. An den Seiten des Anbaus wurde es hingegen abgefressen.
Außerhalb des Zauns gab es nicht nur keine Ausbreitung, sondern der ursprüngliche Bestand ging deutlich zurück.

Der Abstand zwischen den äußersten Trieben im eingezäunten Bereich und der angrenzenden, ungeschützten Schilfkante beträgt rund 10 Meter! Dieser Unterschied entstand in nur 4 Jahren.

Das Schilf innerhalb des Zauns ist auf der gesamten Uferstrecke das einzige, das noch im Wasser steht. Die Wassertiefe beträgt im angebauten Zaunbereich rund 20 cm. Bei dem momentanen Winterwasserstand von 36,80 cm bedeutet dies, dass das Schilf im Sommerhalbjahr bis zu 60 cm tief im Wasser steht. Diese aquatischen Bestände sind das Ziel der Schutzbemühungen und besonders wertvoll für das Ökosystem Dümmer.
Außerhalb des Zauns steht das Schilf beim aktuellen Winterwasserstand vollständig auf dem Trockenen. Es ist deutlich sichtbar, dass der Wasserspiegel weit unterhalb der Schilfkante liegt. Somit ist der Wasserstand im Schilf auch bei 40 cm höherem Einstau im Sommer deutlich niedriger als innerhalb des eingezäunten Bereichs.
Die Drohnenaufnahme vom 16.5.2016 zeigt, dass zum Beginn der Einzäunung die Schilfkante auf einer Höhe verlief.
Am 21.6.2016 sind bereits deutliche Unterschiede durch den Verbiss des Schilfs zu sehen. Am Schilf sind Graugänse zu erkennen.
Diese Foto vom 4.6.2020 zeigt im Hintergrund den eingezäunten Schilfbereich am Ufer und im Vordergrund eine ebenfalls durch einen Zaun vor Verbiss geschützte Schilfanpflanzung im Freiwasser. Die beiden geschützten Bereiche sind die einzigen, in denen noch grüne Schilfhalme zu finden sind – alle anderen wurden abgefressen.
Die Drohnenaufnahme vom 14.9.2020 zeigt den deutlichen Unterschied zwischen dem geschützen und ungeschützen Schilf sowie die weitere Ausbreitung nach vorne nur innerhalb des erweiterten Zaunstücks.

Text und Fotos: Marcel Holy