Knabenkraut

Dieses Gefleckte Knabenkraut wächst in einem Osnabrücker Garten im Stadtteil Wüste. Im letzten Jahr noch gerade rechtzeitig beim Rasenmähen entdeckt, ist es in diesem Jahr schon deutlich höher gewachsen als zuvor. Wie genau es in den Garten kommen konnte, ist nicht ganz klar. Es wurden aber schon Orchideen dieser Art in mindestens einem anderen Garten in der Wüste entdeckt. Da die staubfeinen Samen Strecken von 10 km zurücklegen können, wäre die Entfernung also ein Klacks gewesen. Das die Keimung und Entwicklung der Pflanze gelingen konnte, zeigt, dass im Boden des Gartens wohl Mykorrhiza-Pilze vorhanden sein müssen. Diese versorgen die Samen mit Nährstoffen und ermöglichen erst die Keimung. Auch die Pflanze bezieht, besonders im Jugendstadium, wichtige Nährstoffe über die Wurzelpilze.

Dies soll also keinesfalls ein Aufruf sein, sich ein Knabenkraut zu suchen, auszugraben und in den eigenen Garten zu pflanzen. Ein Überleben der geschützten Pflanze wäre nicht gesichert. Der Standort des Gefleckten Knabenkrauts sollte außerdem einen rohhumushaltigen, kalkarmen oder kalkfreien, nährstoffarmen und eher feuchten Lehmboden aufweisen. Ob diese Ansprüche im Osnabrücker Garten erfüllt sind, ist fraglich. Lehmboden ist jedenfalls nicht vorhanden. Dem Knabenkraut scheint es trotzdem zu gefallen.

Vielleicht entdecken ja auch Sie in Ihrem Garten etwas Schönes, bei dem es sich lohnt, es beim Mähen auszusparen.

Fotos: Caroline Poitzsch

Ein Gedanke zu „Knabenkraut“

  1. Orchideen zu „wildern“ wäre eine üble Tat! Aber der Gartenhandel bietet verschiedene Orchideen der Gattungen Dactylorhiza (Knabenkräuter) und Cypripedium (Frauenschuhe) an, mit denen es sich lohnen kann, sie in seinem Garten zu versuchen. Allerdings braucht man schon Geduld und Zuwendung, um sie dann auch gedeihen zu lassen.

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