Röhrichtentwicklung

Gut durch Zäune vor Fraßschäden geschützt, pflanzen wir im Dümmer aktuell Schilf, Rohrkolben und Teichbinsen, um zu schauen, wie sich die Pflanzen unter den aktuellen Bedingungen entwickeln. Dabei wird in unterschiedlichen Wassertiefen, Substraten und Wellenexpositionen gepflanzt.

Die entstehenden Röhrichtbereiche bieten verschiedensten Arten einen Lebensraum, darunter diverse Vögel, Insekten und Fische.
Die Förderung der Fischfauna im Dümmer ist nicht nur zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit für Arten wie Haubentaucher, Rohrdommel und Trauerseeschwalbe wichtig, sondern auch um die Massenschlupfereignisse von Zuckmücken zu reduzieren.
Aktuell weist der Fischbestand des Dümmers eine sehr unnatürliche Struktur auf.

Zuckmücken an einer Sitzbank in Hüde (Fotos: M. Holy)

2 Gedanken zu „Röhrichtentwicklung“

  1. Hallo,

    mich würde interessieren, warum weist der Fischbestand aktuell eine sehr unnatürliche Struktur auf?
    Liegt das an dem hohen Komoran – Bestand ?
    Oder an der Überdüngung?

    1. Es ist ein Faktorenkomplex, in dem der Kormoran eine wichtige Rolle spielt. Durch das weitgehende Fehlen durchfluteter Röhrichtbestände und der früher verbreiteten Teichbinseninseln mangelt es an dauerhaften Einständen für Fische. Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen kommen in schwankendem Ausmaß nur im Sommerhalbjahr vor. Dadurch hat der Kormoran als hier bedeutendster Fischfresser leichtes Spiel bei der Nahrungssuche und „grast“ den Großteil der kleinen und mittelgroßen Fische ab.
      Die Fische, die nicht gefressen werden, wachsen sehr gut, wie bspw. die zur Zeit sterbenden Karpfen zeigen. Die stammen aus den Jahren 2013 und z.T. 2014. Eine „Verbuttung“, also ein „Kümmerwachstum“ wie vor der Bestandszunahme des Kormorans, gibt es also heute nicht mehr.
      Marcel Holy

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