Auch die folgenden beiden Bilder entstanden am vergangenen Wochenende am „Hotspot“ Marler Graben.


Fotos: Jürgen Anders
Fotos, Beobachtungen und Infos aus der Dümmerniederung
Auch die folgenden beiden Bilder entstanden am vergangenen Wochenende am „Hotspot“ Marler Graben.


Fotos: Jürgen Anders
Im Zusammenhang mit dem heftigen Wintereinbruch der letzten Woche wurden vermehrt Schleiereulen tot aufgefunden. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.) möchte diese -wenn auch traurige- Situation zur Datenerhebung und -auswertung nutzen. Es soll die Hunger-Mortalitätsgrenze ermittelt und ein Überblick über die Folgen des kurzen, aber intensiven Wintereinbruchs erlangt werden. Aus dem Umfeld der ÖSSM gibt es bereits fast 20 Meldungen von Schleieulen-Totfunden.
Falls auch Sie eine tote Schleiereule finden sollten, melden Sie dies bitte an Thomas Brandt von der ÖSSM unter: info@oessm.org
Folgende Angaben werden benötigt:
Auch über ornitho.de eingegangene Totfundmeldungen sollen zusammen mit dem DDA ausgewertet werden.
Landläufig hört man häufig das Wort „Rabe“, wenn man einen mittelgroßen schwarzen Vogel sieht… weit gefehlt, denn das ist eher die Ausnahme. Hier in der norddeutschen Tiefebene treffen wir auf drei verwandte aber doch sehr unterschiedliche Vogelarten.
Der kleinste dieser Arten ist die Dohle. Keck, putzig, hellwach und an allem interessiert läuft sie ein bisschen watschelnd durch die Gegend immer nach etwas am Suchen, wenn sie nicht gerade fliegt. Ihr helles Auge und der graue Hinterkopf geben ihr was Sympathisches. In Kleingruppen manchmal in Trupps mit Krähen ist sie durch ihren Ruf „kjack“ zu erkennen. Dohlen umkreisen gerne hohe Gebäude und lieben Schornsteine zum Nisten.

Größer und derber kommen die unterschiedlichen Krähenarten daher (Saatkrähe, Rabenkrähe und Nebelkrähe). Alle rufen ähnlich: „Krraah“ manchmal auch in Folge gereiht. Die Schnäbel dieser sehr wachsamen Vögel sind dominant. Sie lieben Geselligkeit und gründen Kolonien – leise sind sie dabei nicht gerade. Ihr Nahrungsspektrum ist breit: Inhalte von Abfalltonnen scheinen genauso interessant zu sein wie ein frisch umgepflügtes Feld. Im Segelflug haben alle drei Arten einen leicht gerundeten Stoß. Die Saatkrähe hat den groß erscheinenden grauen Schnabel, die Rabenkrähe ist ganz schwarz und die selten anzutreffende Nebelkrähe wirkt fast gefleckt im Wechselbild schwarz mit grau. [Anm.: Die Nebelkrähe ist östlich der Elbe angesiedelt, die Rabenkrähe westlich davon (ungefähr). Es kommt zu Hybridisierung in der Kontakzone der Populationen.]
Der „König“ dieser Gruppe ist der Rabe – genauer der Kolkrabe – so heißt er exakt. Ein tiefes „grrog“ ist sein Markenzeichen. Er ist sehr verspielt und zeigt im Frühjahr akrobatische Luftspiele oft völlig synchron mit seinem Partner, dem er zeitlebens treu ist (so wird’s gesagt). Gewaltig ist sein Schnabel und im Flugbild unterscheidet er sich von den Krähen durch einen keilförmigen Schwanz. Er liebt Wälder mit abwechselnder Feldflur und nistet gerne in Steinbrüchen oder Felsformationen.
Es lohnt sich also schon einmal genau hin zu schauen – denn schwarz ist nicht gleich schwarz.
Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen





Fotos: Caroline Poitzsch
Hier ein paar Eindrücke vom Wochenende als der Winter seinen Rückzug noch nicht angetreten hatte.



Alle Fotos: Udo Effertz
Auch wenn der Dümmer und die weiteren Gewässer im Dümmer-Randgebiet fast sämtlich zugefroren und die Felder mit Schnee bedeckt sind, lohnt sich m. E. eine Fahrt in das dortige Gebiet. Am Marler Graben, der in Höhe der Saatkrähenkolonie noch eisfrei ist, hält sich ein Eisvogel auf. Auch ca. 15 Kormorane suchen dort im Graben nach Nahrung.

In Berglage und auf den Feldern südlich vom Geestmoor sind größere Ansammlungen von Bläss- und Saatgänsen zu beobachten.

Seit etwa Mitte Januar rufen die Feldlerchen. Auch gestern konnte ich trotz des Wintereinbruchs und der kalten Nächte mehrere Feldlerchen beobachten. Die Vögel saßen jetzt an den Straßenrändern, um dort nach Nahrung zu suchen.

Bei Evershorst rastet – wie in jedem Winter – ein Schwarm (ca. 60 Ex.) Hohltauben. Gestern zogen in Höhe der Huntemündung ca. 65 Kraniche laut rufend in Richtung Geestmoor.

Trotz der Minusgrade fanden an mehreren Stellen schon Hasen-Hochzeiten statt.

Text und alle Fotos: Werner Brinkschröder
Natur von ihrer stärksten Seite: ein Moorfrosch im Schnee im Oppenweher Moor am 13.02.2021

Text und Foto: Uta Lansing
Im Dievenmoor machen sich die Schneeglöckchen startklar. Sie müssen sich wohl noch etwas gedulden, wenn nächste Woche der Winter noch mal richtig zuschlagen will. Punxsutawny Phil hat am Murmeltiertag schließlich seinen Schatten gesehen 😉

Seit 1997 wird auf Anregung der Unesco jährlich am 2. Februar der Welttag der Feuchtgebiete zur Erinnerung an die Ramsar-Konvention begangen. Ab Beginn der 1960er Jahre wurden Feuchtbegiete rücksichtslos entwässert, wodurch zum Beispiel die Bestände der Wat- und Wasservögel dramatisch reduziert wurden. Daraufhin wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran ein internationales Abkommen beschlossen, das zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume verpflichtet. Deutschland ging diese Verpflichtung 1976 ein. Die 34 nach der Ramsar-Konvention geschützten Gebiete in Deutschland sind insbesondere als Lebensraum für die Vogelwelt zu erhalten. Der Dümmer und die Diepholzer Moorniederung gehören zu diesen Gebieten.
Der Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Wert und die Bedeutung von Feuchtgebieten fördern.



Fotos: Ochsenmoor und Erlenbruch, Caroline Poitzsch
Zur Zeit sind sie sehr aktiv. Sie behaupten ihr Revier durch Flüge flankiert mit Rufen wie „krück-krück-krück“ und sitzen in hohen Bäumen an Ästen und Stämmen. Dort klingt ihr Ruf anders: „kliie-äh“. Krähengroß jedoch etwas schlanker und kantiger ist dieser schwarze Vogel mit der roten Haube und dem dominanten hellen Schnabel. Ich beobachte ihn in Wehrkamp nahe Dickel in einem lichten Buchenmischwald. Dort in den hochstämmigen alten Buchen hat er mehrere Nisthöhlen in 8m bis 12m Höhe gezimmert. In dem einen Jahr benutzt er die eine Höhle im nächsten Jahr die im Nachbarbaum. Dohlen nutzen zum Nisten die freien Höhlen und der Waldkauz findet hier Unterschlupf am Tage. Besonders jetzt vor der Beginn der Brutzeit sind sie sehr aktiv – oft sieht man zwei Schwarzspechte wie sie gemeinsam durchs Revier streichen und ihren Anspruch dadurch behaupten. Er trommelt in lauten und weit hörbaren Wirbeln.
Viele Grüße aus der Natur von Jürgen
Text: Jürgen Richter