Nutria oder Bisam?

Im letzten Beitrag ging es um die Kälteempfindlichkeit der aus südamerika stammenden Nutria, die, im Gegensatz zum aus Nordamerika stammenden Bisam, unter den niedrigen Temperaturen der letzten Wochen zu leiden hat. Anknüpfend daran hier einmal ein Vergleich der beiden Arten, als Unterstützung zur Bestimmung bei der nächsten Sichtung.

Bisam (Foto: H.J.Winkhardt)

Der Bisam erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 cm (plus Schwanz). Er hat ein eher spitzes Gesicht, die Ohren sind meist fast vollständig vom Fell verdeckt. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht, also im Querschnitt ein vertikales Oval. Er wird beim Schwimmen rasch seitlich hin und her geschlagen, um den Vortrieb zu unterstützen.

Nutria mit Jungtier (Foto: J. Anders)

Die Nutria erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 cm (plus Schwanz). Der Biber ist übrigens mit einer Körperlänge von etwa 100 cm noch deutlich größer. Der Kopf der Nutria ist stumpf geformt und ähnelt dem eines Meerschweinchens. Die Nase ist weiß behaart, die langen Barthaare sind ebenfalls weiß und damit sehr auffällig. Die unbehaarten Ohren schauen deutlich aus dem Fell hervor. Die großen, orangefarbenen Zähne sind oft schon von Weitem zu erkennen. Der Schwanz der Nutria ist im Querschnitt rund geformt und wird beim Schwimmen nicht zur Erzeugung von Vortrieb eingesetzt.

Nutria (Foto: H.J. Winkhardt)

Es gibt übrigens auch schwarze, cremefarbene und sogar weiße Nutrias, die auch am Dümmer beobachtet werden können.

Weiße Nutria (Foto: W. Brinkschröder)

Mäuseweisheit

Wir wünschen allen Leser*innen ein gesundes neues Jahr!
Herr Winkhardt hat zum Jahreswechsel auf seiner Terrasse eine Beobachtung gemacht, die er uns und der Leser*innenschaft für das neue Jahr mit auf den Weg geben möchte:

Unsere Terrassenmaus zeigt uns,
in bedrohlichen Situationen helfen oft
Gelassenheit und Augenmaß


Wir danken der Maus, räumen die Falle wieder ab und wünschen ihr ein gutes neues Jahr. 😉

Uferschnepfe ‚Werner‘

Dies ist zwar kein aktueller Beobachtungshinweis, aber dennoch ein Tipp für alle interessierten Uferschnepfenfreund*innen:
Auf der Homepage des LIFE-Projekts „Godwit Flyway“ werden in unregelmäßigen Abständen Updates aus dem Leben einer farbeberingten und besenderten Uferschnepfe gegeben. Die Uferschnepfe bekam Ringe und GPS-Sender im Mai 2024 im EU-Vogelschutzgebiet Unterelbe verpasst und wurde auf den Namen Werner getauft.
Im März 2025 kehrte Werner zur Unterelbe zurück und besetzte dasselbe Revier wie im Jahr zuvor. Informationen zu seiner Reise und dazu wie die Brutzeit für ihn verlief, können auf der Projektseite nachgelesen werden.

‚Werner‘ kurz nach seiner Beringung und Besenderung. Er hat die international geltende und individuelle Farbkombination YGY/GMR erhalten. Dabei wird das linke Bein immer zuerst abgelesen: yellow-green-yellow (gelb-grün-gelb). Und rechts: green-metal-red (grün-Metall-rot). Auf dem Metall-Ring am rechten Tarsus befindet sich ein individueller Code der die Markierungszentrale bezeichnet und eine Meldung des Vogels im Falle einer Bergung ermöglicht. Foto: NLWKN

Aktuell befindet sich Werner im nördlichen Grenzbereich des Senegals, nachdem er zuvor einige Zeit in Gambia verbracht hat. Dies ist dank des GPS-Senders und Global Flyway Network gut nachzuvollziehen.

Danke schön!

Als Dankeschön für das Engagement im Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ in der Dümmerregion haben wir die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe im November zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Der Lankreis Minden-Lübbecke hat ein lobendes Grußwort gehalten und um weitere Beteiligung am Vertragsnaturschutz geworben.

Bei gutem Essen und geselligem Austausch konnten wir einen schönen Abend verbringen, der bei allen Beteiligten sicherlich für Motivation für das kommende Jahr gesorgt hat.

Lebensraumgestaltung in Lembruch

Auf einem Grundstück in Lembruch haben wir gemeinsam mit dem Eigentümer seit Jahresanfang verschiedene Maßnahmen zur Gestaltung und Aufwertung des Lebensraums für Insekten, Amphibien, Kleinsäuger und Vögel geplant. Da für die Umgestaltung eines Uferabschnittes zur Flachwasserzone und die Anlage eines Amphibiengewässers wasserrechtliche Anträge gestellt und genehmigt werden mussten, hat es ein bisschen gedauert, bis wir loslegen konnten. Lediglich das extensive Grünland konnte bereits im Frühjahr mit Regiosaatgut angesät werden.
Ende Oktober durfte der Bagger nun endlich zur Tat schreiten, das Ufer des bestehenden Gewässers abflachen und das Amphibiengewässer ausheben.

Drohnenaufnahme: Marcel Holy

Im November sollen nun schließlich eine Wildstrauchhecke und eine Reihe aus Obstbäumen gepflanzt werden, um das Ensemble zu vervollständigen.

Finanziert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der AG Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e.V. Vielen Dank dafür!

Bartmeisen – gern gesehene Gäste

Aktuell sind am Dümmer Bartmeisen aufgrund der Zugzeit in größerer Anzahl unterwegs und auch auffälliger für den Beobachter. Passend dazu hat uns Dr. Hans-Joachim Winkhardt Fotos und Text geschickt. Vielen Dank dafür!

Bartmeisen leben in ausgedehnten Schilfflächen. Sie ernähren sich im Sommer hauptsächlich von Insekten und Spinnen, im Winter von Sämereien. Dabei halten sie sich praktisch ausschließlich im Schilf auf. Aufgrund der Spezialisierung wechseln ihre Bestände oft sprunghaft; das heißt, starke Vermehrung und Zusammenbruch von Populationen können abwechselnd auftreten.

Am Dümmer brüten sie erst seit wenigen Jahrzehnten in geringer Anzahl (4 Brutpaare 2024) [Quelle: Naturschutzring Dümmer e.V., keine gezielte Erfassung der Bartmeise im weitläufigen Schilfbestand, Anm. d. Red.]. In „Die Vogelwelt des Dümmer-Gebietes“ 1959 werden sie noch nicht erwähnt, nicht einmal als Durchzügler. Inzwischen erleben wir im Herbst immer wieder Gast-Besuche der hübschen Vögel in größerer Anzahl.

Die Männchen tragen kräftige Bartkoteletten, die Weibchen zartes Understatement. Es sind lebhafte und kommunikationsfreudige Vögel, denen man gern zusieht.

Die Fotos entstanden an der Weser. Wie der Fotograf ganz treffend anmerkte, kann man sich bei der Betrachtung einen kleinen nonverbalen Dialog vorstellen.

Männliche Bartmeise
Weibliche Bartmeise
Männliche Bartmeise
Weibliche Bartmeise
Männliche Bartmeise

Text und Fotos: Dr. Hans-Joachim Winkhardt

Brutfloß überwintert an Land

Letzte Woche haben wir gemeinsam mit Mitarbeitern des HKS Kieswerks Schwegermoor das Brutfloß für den Winter an Land geholt.
Die vielen Nilgänse und andere Wasservögel, die sich am Abbaugewässer aufhalten, sollen das Floß nicht zu sehr für sich beanspruchen und verunreinigen.
Im Frühjahr werden wir das Brutfloß dann wieder zu Wasser lassen.
Flussseeschwalben haben die schwimmende Nisthilfe übrigens in diesem Jahr noch nicht besiedelt. Einige Flussuferläufer haben es sich aber schon genauer angesehen.

Mitarbeiter des Kieswerks bergen das Brutfloß aus dem Abbaugewässer. (Foto: Jessica Schrader)
Fehlt nur noch die Plane – das Brutfloß überwintert an Land. (Foto: Jessica Schrader)
Flussseeschwalben haben das Brutfloß noch nicht für sich entdeckt, aber Flussuferläufer haben es sich schon einige Male genauer angesehen. (Wildkameraaufnahme)

Gast mit Flügeln

Ulrich Krause schickte uns dieses Foto und schrieb dazu:

Das ist Rudi. Neben den obligatorischen Hausrotschwänzchen (5 Jungvögel) in diesem Jahr, unser Gast ab Mitte August. Obwohl ja Allesfresser, nimmt dieses Exemplar nur hart gekochtes Eigelb und eine bestimmte Sorte Hundefutter. Anderes Futter? Günstigstenfalls fastet er, ansonsten schmeißt er es mir entgegen. Er scheint unseren Garten zu lieben oder den Kühlschrankinhalt?

Rabenkrähe Rudi (Foto: Ulrich Krause)