Ochsenmoor füllt sich

Wie jedes Jahr um diese Zeit können wir nun wieder berichten: Es ist wieder was los im Ochsenmoor. Nachdem Brachvogel und Uferschnepfe schon seit Februar zurück sind, können inzwischen auch Rotschenkel, Kampfläufer und Austernfischer wieder beobachtet werden. Und natürlich viiiele Enten. Schaut doch mal nach, was ihr alles entdeckt im Ochsenmoor! 🙂

Uferschnepfen im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)
Rotschenkel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)

Heckenpflege in Quernheim

Mitte Februar wurde hier ein Beitrag zu einem Heckenpflegeeinsatz versprochen, den wir bisher schuldig geblieben sind. Das soll sich nun ändern.

Im Rahmen von „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ haben wir schon Baumreihen in Strauchhecken umgewandelt und auch einige Hecken gepflegt, indem wir Überhälter – also aus der Hecke herausragende Bäume – entfernt haben. Im Februar haben wir nun in Quernheim erstmals schwerere Geschütze aufgefahren und mit dem Mulcher am Baggerarm Abschnitte einer Hecke auf den Stock setzen lassen.

Was vielleicht ein bisschen drastisch erscheint, ist eine effektive Maßnahme, Hecken im Sinne des Rebhuhns und anderer Offenlandarten zu pflegen. Denn das Rebhuhn – und auch andere Arten – halten sich lieber fern von hohen Gehölzkulissen, auf denen Greifvögel ansitzen könnten. Eine gut gepflegte Niederhecke können sie als Deckung aber gut gebrauchen. Das funktioniert nur, wenn die Hecke unten eine Krautschicht aufweist, die eben diese Deckung bietet. Werden die Sträucher zu hoch und oben zu dicht, gelangt kein Licht mehr an den Boden der Hecke, weshalb die Krautschicht verschwindet.

Zu der Strauchhecke als Lebensraum gehört auch immer ein Saum aus Kräutern und Altgras. Der bietet nicht nur Deckung, sondern – wie auch die Blüten und Früchte tragenden Sträucher der Niederhecke – Nahrung für Insekten, Vögel und Co.

Wenn man in unserer Agrarlandschaft allerdings eine Hecke sieht, ist die meist nicht nur viel zu hoch oder sogar schon dabei zu einem Baumbestand durchzuwachsen. Die häufig einzige Pflegemaßnahme, die zum Einsatz kommt, ist ein gerader Rückschnitt entlang der Seiten und die Hecke steht wie ein Kasten in der Landschaft. Krautsaum und Krautschicht am Grund der Hecke sind nicht vorhanden, was den ökologischen Wert erheblich mindert.

Ein solcher Kasten in der Landschaft, ohne Krautschicht und ohne Saum, ist die fragliche Hecke in Quernheim auf weiten Strecken, besonders auf dem Abschnitt zum Berg hin. Sie wurde als Kompensationsmaßnahme angelegt. Das heißt, es ist genau festgelegt, wie lang und breit die Hecke zu sein hat. Am Gesamtbestand darf nichts verändert werden, um den Satus der Hecke als Kompensationsmaßnahme nicht zu beeinträchtigen. Wir haben deshalb zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde des LK Diepholz besprochen, was und in welchem Umfang wir an Pflegemaßnahmen vornehmen dürfen. Die Idee, an den Seiten stellenweise Sträucher zu entfernen, um Platz für Saumstrukturen zu schaffen, konnte aufgrund der Vorgaben für die Kompensationsmaßnahme nicht umgesetzt werden. Da das auf den Stock setzen den Gesamtbestand aber nicht verändert, haben wir die Genehmigung erhalten, dies auf einem Viertel der 720 m langen Hecke durchzuführen.

Um die Pflegemaßnahmen und damit die Förderung der optimalen Struktur der Hecke möglichst gut verteilen zu können, haben wir uns folgendes Muster überlegt:

Auf der übrigen Länge der Hecke haben wir nur vereinzelt an den dichtesten Stellen den Mulcher arbeiten lassen.

Das Ergebnis sah dann so aus:

Im Mittelteil der Hecke mussten auch einige hohe Bäume gefällt werden. Das Kronenholz bleibt, wie das übrige Schnittgut, in der Hecke liegen.

Jetzt werden wir beobachten, wie sich die Hecke entwickelt und die Maßnahme ggf. in dieser Form an neuen Heckenabschnitten fortsetzen.

Vorbereitungen im Südlohner Moor

In der vergangenen Woche waren wir im Südlohner Moor unterwegs und haben Künstliche Verstecke für die Schlingnatter-Erfassung ausgebracht. Damit setzen wir die Erfassung aus dem letzten Jahr fort, bei der wir Flächen überprüfen, auf denen wir vor 3 Jahren Lebensraum verbessernde Maßnahmen für die Schlingnatter umgesetzt haben.
Da die Flächen recht strukturreich sind, haben die Schlingnattern auch ohne die Dachpappen genügend Versteckmöglichkeiten. Vielleicht sind ein paar Schlangen trotzdem so nett und lassen sich am KV erwischen.

Nähert man sich dem Südlohner Moor von Osten durch das Aschener Moor, passiert man aktive Torfabbau-Flächen auf der einen Seite des Weges und Renaturierungsflächen verschiedener Entwicklungsstufen auf der anderen Seite. Das ist im dritten Bild zu sehen.

Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Blick in die Pflanzenwelt: Das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) blüht und die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) steht in den Startlöchern.

Rebhuhnkartierung mit dem NDR

Vergangene Woche hat uns Daniel Sprehe vom NDR mit einem Team bei einer Rebhuhnkartierung im Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ begleitet. Den Beitrag, der dabei entstanden ist, könnt ihr euch hier anschauen: NDR-Mediathek

Screenshot

Der Frühling naht?

Schon seit Montag hält der Storch am Horst in Hüde-Sandbrink Ausschau nach seiner Partnerin und im Ochsenmoor ertönt der Ruf des Brachvogels. Weit kann er doch dann nicht mehr sein, der Frühling. Oder?

Storch in Hüde (Foto: Udo Effertz)
Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)
Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)

Sumpfohreule

Mit dem Vorhaben nach Sumpfohreulen (Asio flammeus) Ausschau zu halten, ist Udo Effertz, unser 1. Vorsitzender, letzte Woche durchs Ochsenmoor gefahren. Und er ist fündig geworden. Etwas verschwommen ist die Eule zwar auf den Fotos, aber dennoch sehr schön anzusehen.

Sumpfohreulen sind Teilzieher. Es gibt also Individuen, die im Brutgebiet den Winter verbringen, während andere kurze Strecken ziehen. Sumpfohreulen, die am Dümmer im Winter beobachtet werden, können also Tiere sein, die auch im Gebiet brüten oder Wintergäste aus Skandinavien oder Russland.

Nutria oder Bisam?

Im letzten Beitrag ging es um die Kälteempfindlichkeit der aus südamerika stammenden Nutria, die, im Gegensatz zum aus Nordamerika stammenden Bisam, unter den niedrigen Temperaturen der letzten Wochen zu leiden hat. Anknüpfend daran hier einmal ein Vergleich der beiden Arten, als Unterstützung zur Bestimmung bei der nächsten Sichtung.

Bisam (Foto: H.J. Winkhardt)
Bisam mit Schilfhalmen (Foto: M.E. Vergara)

Der Bisam erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 cm (plus Schwanz). Er hat ein eher spitzes Gesicht, die Ohren sind meist fast vollständig vom Fell verdeckt. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht, also im Querschnitt ein vertikales Oval. Er wird beim Schwimmen rasch seitlich hin und her geschlagen, um den Vortrieb zu unterstützen.

Nutria mit Jungtier (Foto: J. Anders)

Die Nutria erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 cm (plus Schwanz). Der Biber ist übrigens mit einer Körperlänge von etwa 100 cm noch deutlich größer. Der Kopf der Nutria ist stumpf geformt und ähnelt dem eines Meerschweinchens. Die Nase ist weiß behaart, die langen Barthaare sind meist ebenfalls weiß und damit sehr auffällig. Die unbehaarten Ohren schauen deutlich aus dem Fell hervor. Die großen, orangefarbenen Zähne sind oft schon von Weitem zu erkennen. Der Schwanz der Nutria ist im Querschnitt rund geformt und wird beim Schwimmen nicht zur Erzeugung von Vortrieb eingesetzt.

Nutria (Foto: H.J. Winkhardt)
Nutrias haben auffällige, orangefarbene Zähne. Da kann ein Bisam nicht mithalten … (Foto: W. Brinkschröder)

Es gibt übrigens auch schwarze, cremefarbene und sogar weiße Nutrias, die auch am Dümmer beobachtet werden können.

Weiße Nutria (Foto: W. Brinkschröder)

Mäuseweisheit

Wir wünschen allen Leser*innen ein gesundes neues Jahr!
Herr Winkhardt hat zum Jahreswechsel auf seiner Terrasse eine Beobachtung gemacht, die er uns und der Leser*innenschaft für das neue Jahr mit auf den Weg geben möchte:

Unsere Terrassenmaus zeigt uns,
in bedrohlichen Situationen helfen oft
Gelassenheit und Augenmaß


Wir danken der Maus, räumen die Falle wieder ab und wünschen ihr ein gutes neues Jahr. 😉