Kranichfest in den Moorwelten

In den Moorwelten in Wagenfeld-Ströhen findet dieses Jahr zum Auftakt in die Kranichsaison das erste Kranichfest statt.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielfältiges Programm mit Kunsthandwerk, regionalen Produkten und vielen Informationen und Mitmachangeboten rund um Kranich, Moor und Natur.

Vormerken und vorbeischauen!

Eindrücke aus dem Moorwald

Im Aschener/ Heeder Moor dürfen wir Lebensraum verbessernde Maßnahmen für die Schlingnatter planen und umsetzen. Der Bereich, um den es geht, ist bewaldet und erstmal nicht für die Wiedervernässung vorgesehen. Wir wollen den Wald an geeigneten Stellen auflichten und so für mehr Besonnung für die Schlingnatter sorgen. Schnittgut kann, geschichtet zu Totholzhaufen, als Versteck für Schlingnatter und andere Arten dienen.

Es gibt Waldbereiche, die schon relativ licht sind, dort kann mit wenig Aufwand für mehr Sonnenlicht am Boden gesorgt werden. Habitatbäume, also Bäume mit Höhlen oder Spalten, sollen natürlich stehen bleiben.

Besonders interessant für die Auflichtungsmaßnahmen sind Bereiche mit südexponierten Geländekanten – links im Bild – sowie Bereiche mit Heidevegation und offenen Bodenstellen – rechts im Bild. Solche Strukturen bieten für die Schlingnatter verschiedene Möglichkeiten zum Verstecken, zur Thermoregulation und in den Geländekanten finden sich auch Spalten, die als Winterverstecke dienen können.

Bei der Begehung fanden sich an mehreren Stellen dicke Bestände der Krähenbeere. Die Krähenbeere ist ein zu den Heidekrautgewächsen zählender Zwergstrauch, der saure Böden mag und bei uns an waldfreien Standorten vorkommt. Da bleiben fast nur Dünen und Hochmoore. Folglich wächste die Krähenbeere fast nur noch in Naturschutzgebieten. Zugegeben, besonders waldfrei ist es an den Standorten auf den Bildern nicht. Die Krähenbeere hat sich von den Birken und Kiefern noch nicht verdrängen lassen.

Schlingnattern haben sich bei der Gelegenheit nicht blicken lassen. Ein bisschen tierisch war es trotzdem, da es auch hier fast nicht möglich ist, einen Schritt zu machen, ohne durch ein Spinnennetz zu laufen. Daher die Dekoration in Junos Gesicht. Hirschlausfliegen waren auch unterwegs, etwas unangenehme Zeitgenossen – persönliche Meinung…
Laufkäfer sind dagegen immer gern gesehen auf Begehungen im Hochmoor. In diesem Fall war es ein hübscher Feld-Sandlaufkäfer.

Start in den Bundesfreiwilligendienst

Seit Anfang August haben wir zwei neue Bundesfreiwillige bei uns!
Aaron und Tammo werden uns ein Jahr lang tatkräftig unterstützen und reichlich Einblicke in unsere Arbeit erhalten.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen viel Spaß 🙂

Funde im Hochmoor

Ein neuer Kartierdurchgang im Hochmoor bringt meist auch neue „Entdeckungen“ mit sich. Da es in der Kartierung um die Erfassung von Schlingnattern geht, ist es erfreulich, dass zu diesen Entdeckungen auch eine Schlingnatter gehört.

Bei jedem Fund einer Schlingnatter wird ein Foto des Tieres gemacht. Besonders wichtig ist dabei der Kopf- und Nackenbereich, da die Tiere anhand der individuellen Zeichnung in diesem Bereich auseinandergehalten werden können. So kann festgestellt werden, ob das jeweilige Individuum bereits bekannt ist.

Diese Schlingnatter kannten wir noch nicht, und auf der Fläche, auf der sie gefunden wurde, gelang zuvor auch noch kein anderer Nachweis.

Schlingnatter

Ein anderer Fund dieser Begehung war eine Flügeldecke eines Hirschkäfers. Am selben Ort fand sich vor einem Jahr ein totes Hirschkäferweibchen.

Flügeldecke eines Hirschkäfers
Hirschkäferweibchen, Totfund September 2025

Auch die Pflanzenwelt im Hochmoor hält schöne Beobachtungen parat. So finden sich auf einer der Flächen, auf der die Schlingnattern erfasst werden (zur Evaluation bereits umgesetzter Lebensraum verbessernder Maßnahmen), Bereiche mit dichten Beständen der Gewöhnlichen Moosbeere. Die Gewöhnliche Moosbeere Vaccinium oxycoccos gilt mit ihren zu dünnen Ranken reduzierten , niederliegenden Stämmchen als der niedrigste Zwergstrauch. Da sie sehr nährstoffarme Moorböden bevorzugt und dieser Lebensraum schwindet, ist sie in Deutschland als gefährdet eingestuft.

Bestand der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
Bestand der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) aus der Nähe

Eine alte Bekannte ist die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges. Das Anfang August gefundene Exemplar saß in der Besenheide und hatte passend dazu rosa Punktwarzen. Das aktuelle Exemplar saß in einem Heidelbeerbestand und war mit seinen gelben Punktwarzen perfekt angepasst.

Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges an Heidelbeerstrauch

Die Bestände der Besenheide Calluna vulgaris sind kräftig am Blühen. Allerdings macht ihnen augenscheinlich die Trockenheit stellenweise zu schaffen. Das Laub ist oft braun verfärbt oder schon abgefallen. Der Hund wurde nicht „entdeckt“ sondern fürs Foto platziert. Sogar mit passendem Halsband 😉

Juno in der (vertrocknenden) Besenheide

Ergänzung zu den Rebhuhnketten

Bezüglich des Beitrags zur Rebhuhn-Kettenzählung hat uns Herr Winkhardt zwei Fotos und den folgenden Kommentar zukommen lassen:

Zur Ergänzung des Artikels über die Kettenzählung könnten möglicherweise auch Fotos einer fliegenden Rebhuhnkette nützlich sein, wie man sie bei Beobachtungsgängen häufiger sehen wird. In den erwähnten sehr informativen Links werden sie auf dem Boden gezeigt. Die Fotos wurden am 03.10.2025 bei Lübbecke aufgenommen. – H.J. Winkhardt

Fotos: H.J. Winkhardt

Auflösung des Ratespiels

Auf den Spuren unserer Zugvögel in Westafrika

FotoGruppeDeutscher NameWissen-schaftlicher NameAufnahmeort
01aZPfuhl-schnepfeLimosa lapponicaSomone
01bADünnschna-belmöweChroico-cephalus geneiSomone
02Autor & GuideBarbarie
03ASchreisee-adlerHaliaetus vociferDjoudj
04ZFischadlerPandion haliaetusBarbarie
05ZAusternfischer (im JK)Haematopus ostralegusSomone
06ABlaustirn-BlatthühnchenActophilornis africanusDjoudj
07ZHeringsmöweLarus fuscusSomone
08AGraukopf-möweChroico-cephalus cirrocephalusBarbarie
09ZBrandsee-schwalbeThalasseus sandvicensisSaloum
10ANimmersattMycteria ibisDjoudj
11AHeiliger Ibis = PharaonenibisThreskiornis aethiopicusSaloum
12AMangrove-reiherButorides striataSomone
13ZRotschenkelTringa totanusSaloum
14ZFlussufer-läuferActitis hypoleucosSaloum
15ASchlangen-halsvogelAnhinga rufaDjoudj
16ZRegenbrach-vogelNumenius phaeopusSomone

A = Brutvogel Afrika
Z = Zugvogel

Besuchte Nationalparks und Naturschutzgebiete im Senegal von nord nach süd:

Parc National des Oiseaux du Djoudj
Parc National de la Langue de Barbarie
Reserve naturelle de la Somone
Parc National du Delta du Saloum

Text: Dr. Hans-Joachim Winkhardt

Wilde Tiere im Hochmoor

Die Tiere im Hochmoor sind nicht immer leicht zu entdecken.

Wenn man bei der Schlingnattererfassung unter ein künstliches Versteck schaut, ist es nicht immer gleich offensichtlich, ob eine Schlingnatter darunter liegt. Also einen Moment Zeit nehmen und genau hinschauen.

Schlingnatter unter künstlichem Versteck

Die Moorfrösche verraten sich manchmal durch große Sprünge, sonst blieben auch sie gut verborgen.

Moorfrosch

Die Wespenspinnen sind dagegen nicht so leicht zu übersehen. Jetzt im Sommer haben sie überall am Gras und an den Zwergsträuchern ihre Netze gespannt. Man kann kaum einen Schritt machen, ohne Gefahr zu laufen, eines zu zerstören.

Wespenspinne

Die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges ist zwar recht auffällig gefärbt, in der Vegetation aber doch erstaunlich gut versteckt. Dieses Exemplar passt mit seinen rosa Gnubbeln wunderbar in die Besenheide.

Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges

Auf den Spuren unserer Zugvögel in Westafrika

Beitrag von Dr. Hans-Joachim Winkhardt

Im Dümmer-Natur-Blog war im Dezember 2025 über die Uferschnepfe Werner zu lesen, dass sie sich in Westafrika aufhält und dort überwintert wie viele andere Zugvögel. Sie trägt einen kleinen Sender, der ihren jeweiligen Aufenthaltsort durch die GPS-Koordinaten mitteilt. Ein wichtiges Überwinterungsland ist der Senegal mit seinen Nationalparks und Naturschutzgebieten. Zu den weltweit bedeutendsten Reservaten für Vögel gehört der Djoudj-Nationalpark im Norden nahe der alten, immer noch interessanten und schönen Kolonialstadt Saint-Louis an der Grenze zu Mauretanien. Dorthin reisten meine Frau und ich im März 2026, um Zugvögel, vielleicht sogar Uferschnepfen anzutreffen. Frühere Flüge waren leider ausgebucht.

Als erstes muss man natürlich unsere Zugvögel von einheimischen afrikanischen Vogelarten unterscheiden lernen, was für einen normalen Vogelinteressierten alles andere als einfach ist. Im Folgenden möchte ich den Lesern ein Gefühl davon vermitteln, sofern sie nicht schon in Afrika auf Vogelpirsch waren, und einige unserer Zugvögel im Senegal und ortsansässige Afrikaner zeigen.

Die Vögel sollen in einem Ratespiel vorgestellt werden, wobei eurasische Zugvögel und afrikanischen Vogelarten in ungeordneter Reihenfolge dargestellt werden und nur mit einer Nummer gekennzeichnet sind. Sie als Betrachter(in) können dabei raten oder wissen sogar, welcher Vogel in Europa oder in Afrika brütet. Die Auflösung, dass z.B. Vogel 007 „Bondmilan“ heißt und Zugvogel (= Z) oder aus Afrika (= A) ist, wird eine Woche später hier im DN-Blog angezeigt.

Als Beispiel kann Foto Nr. 01 dienen mit einem Wintergast aus Europa links und einer afrikanischen Art rechts im Bild. Die Auflösung wäre: 01aZ Pfuhlschnepfe und 01bA Dünnschnabelmöwe. Die beiden sind vielleicht etwas schwierig zu erkennen. Bei den „Vögeln“ im Boot (Foto 02) ist es einfacher: 02aZ Autor, 02bA Guide. Von den Fotos 03-16 gehören 7 zu A und 7 zur Gruppe Z. Viel Erfolg!

Foto 01
Foto 02
Foto 03
Foto 04
Foto 05
Foto 06
Foto 07
Foto 08
Foto 09
Foto 10
Foto 11
Foto 12
Foto 13
Foto 14
Foto 15
Foto 16

Text und alle Fotos: Dr. Hans-Joachim Winkhardt

Hecht Freddy

Als nach einer sehr trüben Phase das Wasser im Teichaquarium wieder klar wurde, stellten wir fest, dass Hecht Freddy ziemlich allein zu sein schien. Ob er seine Mitbewohner alle selbst verspeist oder vielleicht ein Graureiher seinen Schnabel im Spiel hatte, ist unklar.
Diese Woche haben wir nun etwas gegen Freddys Einsamkeit und seinen leeren Magen unternommen und ein paar Fische eingesetzt. Wie der Blitz hat Freddy zwei erwischt und verspeist, da war der Behälter mit den Besatzfischen noch gar nicht ganz geleert. Etwas behebiger hat der Hecht dann noch ein drittes Mal Beute gemacht. Da müssen wir wohl bald wieder für Nachschub sorgen.

Auf unserem Instagram-Kanal könnt ihr auch eine kleine Jagdfrequenz sehen.

Je nachdem wie sich Freddys Appetit weiterhin gestaltet, werden wir sehen, ob wir ihn noch weiter im Teichaquarium behalten können. Bisher mussten wir nicht „füttern“, aber das kann sich mit zunehmender Größe nun geändert haben.

Bekassine mit Küken

Eine Bekassine, die zusammen mit ihrem Küken auf Nahrungssuche im Schlamm unterwegs ist, bekommt man nicht so häufig zu Gesicht. Mareike Wigger ist es Anfang Juli im Ochsenmoor gelungen. Und sie hat sogar diese schönen Fotos machen können.

Vielen Dank für die Einsendung!

Fotos: Mareike Wigger