Feldhuhnstation

Für unser Rebhuhn-Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt spielt die Auswilderung von Rebhühnern zwar keine Rolle, dennoch wollten wir uns die Feldhuhnstation der Landesjägerschaft Niedersachsen einmal anschauen. Darum haben wir vorletzte Woche einen Ausflug nach Merzen gemacht.


Die Feldhuhnstation zieht autochthone Rebhühner auf und gibt sie an streng ausgewählte Reviere zur Auswilderung ab. Bisher scheinen die Auswilderungen auch gut zu funktionieren. Für eine tiefergehende Bewertung sollen in Zukunft möglichst auch Rebhühner besendert werden.


Was bei der Aufzucht der sensiblen Wildvögel alles beachtet werden muss und was dabei schief gehen kann, hat uns Frank Roeles, Leiter der Feldhuhnstation, sehr detailliert erklärt.


Von der Tüftelei an den perfekten Bedingungen im Brutkasten zur Erreichung eines Schlupferfolgs von nahezu 100 % wie in der Natur, über das Anvertrauen der Küken in die Obhut einer Zwerghuhn-Glucke, das Vermeiden von Fehlprägung und Federpicken, das richtige Futter bishin zu feingetunter Stallbeleuchtung haben wir einen Haufen interessanter Informationen erhalten.

Frank hätte wahrscheinlich noch stundenlang weitererzählen können. Zudem war es sehr schön, Rebhühner einmal aus nächster Nähe anschauen zu können!

Ausflug nach Schleswig-Holstein

Vorletzte Woche haben wir uns auf den Weg nach Schleswig-Holstein gemacht.

Dort kümmert sich die NUVD seit Herbst 2021 in den beiden NSG Beltringharder und Rickelsbüller Koog im Auftrag des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums um das Prädatorenmanagement zum Schutz der Wiesenvögel.
Nun wollten wir als Team vom Dümmer endlich die Gebiete im hohen Norden während der (wenn auch späten) Brutzeit sehen und haben unseren dortigen Berufsjäger besucht.
Die Brutvogelerfassungen zeigen einen gesteigerten Schlupferfolg in den vergangenen zwei Jahren.
Bereits 2022 waren im Beltringharder Koog die Bruterfolge bei Sandregenpfeifer, Austernfischer und Säbelschnäbler zumindest wieder ausreichend für den Bestandserhalt, nachdem die Bestandszahlen in den Vorjahren immer weiter abwärtsgingen.
Die Gebiete werden durch Rinderbeweidung offengehalten.
Die Vegetation ist Ende Juni dennoch so hoch, dass es nicht so einfach ist, Wiesenvogelküken zu entdecken. Die Säbelschnäblerküken (Bild 7) machen es einem da aber sehr einfach, weil sie in den offenen Flachwasserbereichen auf Nahrungssuche sind.
Das Gelege auf Bild 3 ist ein – leider aufgegebenes – Seeregenpfeifer-Gelege.

Ankündigung: Wanderung im Rebhuhnschutzprojekt

Vorstellung von Maßnahmen in der Gemeinde Quernheim

Drohnenaufnahme der Quernheimer Feldflur. Foto: Marcel Holy

Die Dümmerregion ist Teil des Verbundprojekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Deutschen Verband für Landschaftspflege, vom Dachverband Deutscher Avifaunisten und der Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen sowie weiteren 12 Projektpartnern umgesetzt wird.
Die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer e.V. (NUVD) ist federführend für die Maßnahmen im Projektgebiet „Dümmerregion“ zuständig. Das Gebiet beginnt im Süden der Stadt Diepholz und erstreckt sich über die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde bis in die Nordrhein-Westfälische Gemeinde Stemwede.

Mit einem Teil des Nordhangs des Stemweder Bergs, gibt es in der Gemeinde Quernheim einen Bereich, der aufgrund des Trinkwassergewinnungsgebiets eher extensiv genutzt wird und in dem bereits zahlreiche Heckenpflanzungen vorgenommen wurden. Auf der anderen Seite der Ortslage wechseln sich intensiver genutzte Ackerflächen, Brachen und erste Blühflächen ab. Uta Lansing und Marcel Holy von der NUVD erläutern die bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen und stellen die bei der Wanderung zu sehenden Tiere und Pflanzen vor.
Treffpunkt ist am 15.6.2024 um 14 Uhr am Lichtburg Kino, Unter den Eichen 19, 49448 Quernheim. Die Wanderung dauert etwa zwei Stunden, die Strecke beträgt rd. 3,5 km. Die Teilnahme ist kostenlos.  

Die Wanderung ist Teil der „Woche der Natur“ der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die die NUVD ebenfalls bei der Umsetzung von Rebhuhnschutzmaßnahmen in der Dümmerregion finanziell unterstützt.

Hintergrund
Das Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Das Teilprojekt der NUVD erhält außerdem Fördermittel vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, den Landkreisen Diepholz und Minden-Lübbecke, der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, der AG Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e.V., dem Förderverein der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, der Jägerschaft Grafschaft Diepholz e.V., der Jägerschaft Minden-Lübbecke e.V. sowie dem Hegering Lemförde.

Blick ins Storchennest

Von den vier Eiern im Storchennest in Hüde-Sandbrink sind drei geschlüpft. Die Bilder stammen von Mitte Mai und zeigen den deutlichen Größenunterschied der Küken. Das liegt daran, dass Weißstörche mit der Bebrütung beginnen, bevor das Gelege vollständig ist. Da der Legeabstand etwa 2 bis 3 Tage beträgt, ist der Altersunterschied den Küken deutlich anzusehen.

Bild vom 11. Mai 2024
Bild vom 16. Mai 2024

Zelte im Ochsenmoor?

Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes GrassBirdHabitats werden jedes Jahr in drei Untersuchungsgebieten in Friesland, an der Unterelbe und bei uns am Dümmer, Daten zur Untersuchung der Nahrungsverfügbarkeit der Uferschnepfe erhoben. Dabei kommen 4 Fallentypen für Wirbellose zum Einsatz: Malaisefalle (das Zelt aus Netzstoff), Gelbklebefalle, Emergenzfalle und Bodenfalle. Wir, die NUVD, sind für die Betreuung zuständig, die Auswertung macht die Uni Groningen.

Letzte Woche haben wir, gemeinsam mit Mitarbeiter*innen der Uni, die Fallen für dieses Jahr aufgestellt. Oder eigentlich noch nicht ganz, denn aufgrund des Wasserstandes im Ochsenmoor konnten wir auf keiner der dort liegenden Flächen die Becher der Bodenfallen versenken. Auf den ersten Bildern sind zwei besonders nasse Flächen zu sehen, auf denen das bisher sowieso immer erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich war. Auf den drei Intensivgrünlandflächen, die am zweiten Tag bestückt wurden, konnten wir dann aber Löcher machen und die Becher einsetzen. Über den Bechern befestigen wir jeweils ein kleines Gitter als Reinfallschutz für Wirbeltiere wie Mäuse und Frösche. Darüber wird ein Kunststoffteller als Regenschutz angebracht.

An jedem Standort messen wir außerdem jede Woche entlang eines Transektes an 10 Punkten die Vegetationshöhe, die Bodenfeuchte und die Festigkeit des Bodens (Stocherfähigkeit für den Uferschnepfenschnabel). Steht Wasser auf der Fläche, messen wir nur Vegetationshöhe und Wassertiefe.

Eine Gelbklebefalle wird aufgestellt. Im Hintergrund wird noch an der Malaisefalle gearbeitet.
Für den Aufbau der Malaisefallen ist es nicht schlecht, ein paar Hände mehr zu haben.
Die Malaisefallen sind für den Fang fliegender Insekten entwickelt worden. Die Insekten fliegen von der Seite gegen die Mittelwand und fliegen dann, dem Licht folgend, nach oben, wo sie im Fangbehälter enden. Die Malaisefallen werden alle mit dem Giebel, an dem der Fangbehälter befestigt ist, Richtung Nordwesten ausgerichtet. Somit sind alle dieser zeltartigen Gebilde aus Netzstoff mit der Seite zur Hauptwindrichtung gedreht.
Gesamter Aufbau im Überblick. Nur die Bodenfallen fehlen. Die beiden Kegelförmigen Fallen sind die Emergenzfallen.
Auf den drei Intensivgrünlandflächen, konnten die Bodenfallen gesetzt werden.
Ist die Fläche nicht überstaut, wird mit dem Penetrometer (links) der Bodenwiderstand gemessen, also gewissermaßen die Stocherfähigkeit des Bodens für den Uferschnepfenschnabel. Außerdem messen wir die Bodenfeuchtigkeit.
Wir messen immer auch die Vegetationshöhe an den zehn Punkten des Transektes und bei überstauten Flächen die Wassertiefe.