Silberreiher-Synchronzählung

Gestern haben wir unsere alljährliche Silberreiherzählung durchgeführt. Dazu wurde rund um den Dümmer zum Einbruch der Dunkelheit an sechs Orten Position bezogen, um die zu ihren Schlafplätzen einfliegenden Silberreiher zu zählen. Außerdem befand sich ein Zähler, wie auch schon in den Jahren zuvor, im Hüder Fladder. Bei bedecktem Himmel, etwa 7 °C Lufttemperatur und kaltem Ostwind wurden insgesamt zwischen 15:55 Uhr und 17:20 Uhr (mindestens) 144 Silberreiher gezählt. Davon bezogen 86 Exemplare ihren Schlafplatz am Dümmer. Acht Silberreiher wurden nördlich des Dümmers auf den Wiesen beobachtet, bis sie um 17 Uhr Richtung Hüde zogen. Ihr Schlafplatz ist uns unbekannt. Im Hüder Fladder wurde sogar eine Wärmebildkamera eingesetzt, weil auch bei wegen der Dunkelheit schon zu schlechter Sicht weiter Silberreiher einflogen. Dort haben mindestens 50 Exemplare einen Schlafplatz aufgesucht. Auch mit der noch schnell hinzugeholten Wärmebildkamera war nicht genau zu erkennen, wie viele Tiere tatsächlich in den Bäumen hinter dem Laub gelandet waren.

Silberreiher an der Hunte (Foto: Uta Lansing)

Mit 144 Exemplaren wurden ungefähr genauso viele Silberreiher gezählt wie im Vorjahr (151). Auffällig ist jedoch, dass vom Südturm aus, wo in den vergangenen Jahren bei unseren Zählungen immer einige Silberreiher erfasst werden konnten, in diesem Jahr nur ein Exemplar beobachtet wurde. Gleichzeitig werden es am Schlafplatz im Hüder Fladder immer mehr Tiere, im letzten Jahr wurden dort „nur“ 22 Silberreiher gezählt.

Im nächsten Jahr werden wir wieder zählen. Vielleicht finden wir bis dahin noch weitere Schlafplätze heraus.

Kranichzug

Am Wochenende war auf der sogenannten Osnabrücker Route wieder ordentlich Betrieb: der Kranichabzug in Richtung Südwesten ging weiter.

Bernhard Hülsmann und Werner Brinkschröder sammeln schon seit Jahren Daten zum Kranichzug und konnten für den Samstag ca. 22.800 sowie für den Sonntagvormittag mindestens 23.200 ziehende Kraniche verzeichnen.

Die Erfahrungen aus den Vorjahren lassen auf noch weitere interessante Zugtage hoffen.

Ziehende Kraniche (Foto: Werner Brinkschröder)

Bollerwagen im Moor

Gestern haben wir die künstlichen Verstecke eingesammelt, die im Goldenstedter Moor zur Schlingnatterfassung ausgebracht waren. Das heißt, es mussten 90 Stück nasser, dreckiger Dachpappe transportiert werden. Der Bollerwagen mit der großen Plane sieht zwar ein bisschen nach Müllkutsche aus, erfüllt aber bei genügendem Krafteinsatz seinen Zweck. Im kommenden Frühjahr werden die künstlichen Verstecke erneut ausgebracht, um weitere Bereiche des Goldenstedter Moores auf Schlingnattervorkommen zu untersuchen.

Der goldene Herbst hat im Goldenstedter Moor noch mal gezeigt, was er kann. Die Kulturheidelbeersträucher wie der im Vordergrund gehören zwar nicht ins Moor, sorgen aber mit ihrem roten Laub zurzeit für nette Farbtupfer.

Einkehr

Bei einem Wirte wundermild,
da war ich jüngst zu Gaste.
Ein gold’ner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
bei dem ich eingekehret;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leicht beschwingte Gäste;
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das Beste.

Stare, die „leicht beschwingten Gäste“ im Apfelbaum.

Text: Die ersten drei Strophen des Gedichts „Einkehr“ von Ludwig Uhland 1811
Fotos: Caroline Poitzsch

Meiseneier und Fledermauskot

Bei der jährlichen Kontrolle der Fledermauskästen im Erlenbruchwald im Ochsenmoor und am Entenfang am Dümmer-Museum konnte erfreulicher Weise wieder festgestellt werden, dass alle Kästen von Fledermäusen besetzt waren. Und nicht nur von Fledermäusen: Auch Wespen, Hummeln und Vögel nutzten die Kästen im Erlenbruchwald zum Teil als Nistplatz. Im Herbst werden die Kästen auf Spuren von Fledermäusen kontrolliert und für die nächste Saison gereinigt.

Reste eines Vogelnestes aus einem der Fledermauskästen mit schwarzem Fledermauskot im linken Bildbereich und zwei nicht ausgebrüteten Vogeleiern, vermutlich von der Sumpfmeise (Foto: C. Poitzsch)

Bunter Fang im Netz

Bei der Karpfenbefischung im Dümmer ist auch dieser Koi im Netz gelandet. Ob er dem Besitzer nicht schön genug war oder der heimische Teich zu voll wurde, ist unklar. Fest steht aber, dass das Aussetzen von Gartenteichtieren generell unzulässig ist! Auch der Besatz mit heimischen Arten bedarf einer Genehmigung und steht nur dem Fischereiberechtigten oder dem Fischereipächter zu.

Die Zuchttiere sind häufig an wärmeres Klima angepasst und nach der Entlassung aus menschlicher Obhut nicht auf die artgemäße Nahrungsaufnahme im natürlichen Gewässer vorbereitet. Außerdem stellt das Ausbringen gebietsfremder Arten eine große Gefahr für das betreffende Ökosystem dar. Es können Krankheiten verschleppt werden, heimische Arten verdrängt oder durch parasitäres Verhalten direkt geschädigt werden. (Mehr Informationen zu dem Thema unter https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tiergesundheit/fischgesundheit/aktuell/aussetzen-von-gartenteichfischen-73538.html)

Im Dümmer gefischter Koikarpfen (Foto: R. Schröter)

Die 10. Dümmer-Naturspiele

Am vergangenen Montag fanden bei uns im Ochsenmoor zum zehnten Mal die Dümmer-Naturspiele statt. Insgesamt absolvierten elf Klassen der Jahrgangsstufe 4 von vier unterschiedlichen Schulen den Kurs durchs Moor. Die Rallye führte von der Naturschutzstation zum Südturm und vorbei an der Vogelwiese wieder zurück zum Ausgangspunkt. Entlang des Weges erfuhren die Kinder an acht Stationen Wissenswertes zu den Themen Jagd, Fledermäuse, Vögel/ Vogelbeobachtung, Fische, kleine Wassertiere, Tierschädel, Eulen und Vogelfedern. Die Stationen wurden durch Mitarbeiter und Mitglieder der NUVD betreut. Als fester Bestandteil der Spiele waren darunter auch wieder Vertreter der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung e.V. (NWA) und der Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e.V.

Finanzielle Unterstützung gab es von der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz, vom Pflanzenhof Schomäcker-Nolte, von der Bäckerei Schmidt aus Lemförde, von Combi und Edeka aus Lemförde, von der NWA und von MISS MERLE.

Wir bedanken uns bei allen Sponsoren und Helfern sowie bei Lisa Effertz für die gesamte Organisation und freuen uns auf die nächste Ausgabe der Dümmer-Naturspiele in einem Jahr.

Kampfeslust

Aktuell ist die Rehbrunft in vollem Gange. Rehböcke sind territorial und markieren ihr Revier mit Plätz- und Fegestellen. Sobald ein Kontrahent dieses Territorium  besetzen will, kann es zu solchen Kämpfen  kommen. Die eigentlichen Einstandskämpfe kann man ab Mai/Juni mit etwas Glück beobachten.  

Im Winter stehen die Rehe gerne in Sprüngen  (kleinen Gruppen) zusammen und zeigen nicht dieses territoriale  Verhalten.

Text und Video: Christian Hembes

Ochsenmoor-Graben II

Es braucht wahrscheinlich einen zweiten Blick, um zu erkennen, dass die folgenden beiden Fotos an genau derselben Stelle aufgenommen worden sind. Während das erste Bild im März den höchsten Wasserstand im Graben II zeigt, ist im Juli in Bild zwei davon nichts mehr zu sehen. Inzwischen sind schon viele Flächen im Ochsenmoor gemäht, was nur möglich ist, wenn diese nicht zu nass sind.

Ochsenmoor-Graben II am 8. März 2022
Ochsenmoor-Graben II am 19. Juli 2022

Fotos: Caroline Poitzsch

Blüten auf der Bienenwiese

Auch wenn es zurzeit keinen angesäten Blühstreifen auf unserer Bienenwiese in Hüde gibt, lassen sich doch einige schöne Blüten entdecken.

Im Zuge der Umgestaltung des hinter der Fläche liegenden Bereiches um des Regenrückhaltebecken herum ist aber geplant, für noch mehr Blüten zu sorgen.

Rosen-Malve
Rosen-Malve
Flockenblume
Johanniskraut – nicht zu verwechseln mit dem giftigen Korbblüter Jakobs-Kreuzkraut.
Schwarze Königskerze
Wiesen-Labkraut

Fotos: Udo Effertz