Federn – Das Kleid der Vögel

… Haut, Haare, Fell, Schuppen, Chitin Panzer…

Die Natur hat viele Varianten geschaffen, damit Lebewesen in ihrem Biotop optimal angepasst sind. Nehmen wir die Fische. Wasser strömt entlang dem Körper, die Schuppen  bilden kaum Widerstand, sie gleiten durchs Wasser.

Vögel haben ein Federkleid, damit sie sich in der Luft bewegen können. Der eine ist ein Segler, wie die Geier z. B. – der andere ist auf den reißenden Flug ausgelegt wie die Mauersegler z. B. Eulen haben an ihren Federn am Rand kleine Härchen. Damit werden scharfe Luftverwirbelungen an den Flügeln geräuschlos aufgelöst. Für einen Jäger der Nacht genial für die Nahrungsbeschaffung.

Vögel verbringen viel Zeit mit dem Putzen und Pflegen ihrer Federn, denn sie wissen, wie wichtig das zum Überleben ist. Durch den Schnabel werden die Federn gezogen und in sich wieder „verzahnt“. Wenn ihr eine Feder findet, schaut sie euch mal genau an. Es ist ein Kunstwerk der Natur… und auch dieses nutzt sich ab. Deshalb haben die Vögel die Mauser, in der sich Teile des Federkleides erneuern.

Eine kleine Geschichte dazu: junge Entenküken werden von den Eltern gehudert. Das bietet Schutz, wärmt und fettet das Flaumgefieder ein. Wie wichtig gerade letzteres ist, konnte ich selbst erleben. Die Bürzeldrüse am hinteren Rücken einer ausgewachsenen Ente erzeugt ein Fett. Mit der Schnabelunterkanten nimmt die erwachsene Ente das Fett auf und verteilt es im Gefieder. Das ist wie „imprägnieren“. Bei Jungenten funktioniert diese Drüse nicht sofort. Sie werden durch des Federkleid der Eltern mit „imprägniert“. So hatten wir eines Tages 9 Entenküken deren Eltern verunglückt waren zur Pflege. Sie sahen den kleinen Teich und ruckzuck waren sie drin…. und ganz schnell gingen sie auch unter … mit einem Kescher konnten wir allen Entenküken fix helfen… aber wir staunten nicht schlecht bei diesem Erlebnis… Mittels einer flachen Wasserschale in „Entenstehhöhe“ konnten wir den Kleinen ihr Vergnügen gönnen… alle waren wohl auf und konnten weiter schnattern…

Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen

MammalNet – Bürgerwissenschaften zur Verbesserung des Schutzes der europäischen Säugetiere

MammalNet ist ein europäisches Projekt, welches dem Monitoring von Säugetieren dient. Da Europa sehr groß ist und damit die Aktion ein Erfolg wird, ist das Projekt auf eure Hilfe angewiesen. Es wird gezielt auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt und dafür stellt das Projekt verschiedene Hilfestellungen bereit, von Online-Kursen bis hin zu Apps.
In Deutschland wird das Projekt vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover betreut.

Weitere Informationen gibt es hier: https://mammalnet.com/de/

Und in dieser PDF.

Rehbock (Archivbild).

Das Ochsenmoor füllt sich…

Die ersten Rückkehrer trauen sich aus ihren Wintergebieten bereits in das Ochsenmoor.
Leider haben wir noch keine Fotos aber es wurden bereits Große Brachvögel, Uferschnepfen und Schafstelzen gesehen, um nur einige zu nennen.

Die ersten Störche waren schon vor dem Wintereinbruch zurück.

Wollen wir hoffen, dass es keinen erneuten Schnee gibt. Wir wünschen allen viel Beobachtungsglück und das richtige Timing.

Schleiereulen-Totfunde

Im Zusammenhang mit dem heftigen Wintereinbruch der letzten Woche wurden vermehrt Schleiereulen tot aufgefunden. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.) möchte diese -wenn auch traurige- Situation zur Datenerhebung und -auswertung nutzen. Es soll die Hunger-Mortalitätsgrenze ermittelt und ein Überblick über die Folgen des kurzen, aber intensiven Wintereinbruchs erlangt werden. Aus dem Umfeld der ÖSSM gibt es bereits fast 20 Meldungen von Schleieulen-Totfunden.

Falls auch Sie eine tote Schleiereule finden sollten, melden Sie dies bitte an Thomas Brandt von der ÖSSM unter: info@oessm.org

Folgende Angaben werden benötigt:

  • Funddatum
  • Fundort: Ortschaft, Landkreis, Umstände (z. B. in Gebäuden, Dachboden, Scheune, außerhalb, Straßenrand etc.)
  • Gewicht (möglichst auf wenige Gramm genau, mit Angaben zur Genauigkeit)
  • nach Möglichkeit ein Foto der Bauchseite (bei einigen Individuen ermöglicht das die Geschlechtszuordnung)

Auch über ornitho.de eingegangene Totfundmeldungen sollen zusammen mit dem DDA ausgewertet werden.

Die schwarzen Rabenvögel

Landläufig hört man häufig das Wort „Rabe“, wenn man einen mittelgroßen schwarzen Vogel sieht… weit gefehlt, denn das ist eher die Ausnahme. Hier in der norddeutschen Tiefebene treffen wir auf drei verwandte aber doch sehr unterschiedliche Vogelarten.

Der kleinste dieser Arten ist die Dohle. Keck, putzig, hellwach und an allem interessiert läuft sie ein bisschen watschelnd durch die Gegend immer nach etwas am Suchen, wenn sie nicht gerade fliegt. Ihr helles Auge und der graue Hinterkopf geben ihr was Sympathisches. In Kleingruppen manchmal in Trupps mit Krähen ist sie durch ihren Ruf „kjack“ zu erkennen. Dohlen umkreisen gerne hohe Gebäude und lieben Schornsteine zum Nisten.

Saatkrähen (Foto: C. Poitzsch)

Größer und derber kommen die unterschiedlichen Krähenarten daher (Saatkrähe, Rabenkrähe und Nebelkrähe). Alle rufen ähnlich: „Krraah“ manchmal auch in Folge gereiht. Die Schnäbel dieser sehr wachsamen Vögel sind dominant. Sie lieben Geselligkeit und gründen Kolonien – leise sind sie dabei nicht gerade. Ihr Nahrungsspektrum ist breit: Inhalte von Abfalltonnen scheinen genauso interessant zu sein wie ein frisch umgepflügtes Feld. Im Segelflug haben alle drei Arten einen leicht gerundeten Stoß. Die Saatkrähe hat den groß erscheinenden grauen Schnabel, die Rabenkrähe ist ganz schwarz und die selten anzutreffende Nebelkrähe wirkt fast gefleckt im Wechselbild schwarz mit grau. [Anm.: Die Nebelkrähe ist östlich der Elbe angesiedelt, die Rabenkrähe westlich davon (ungefähr). Es kommt zu Hybridisierung in der Kontakzone der Populationen.]

Der „König“ dieser Gruppe ist der Rabe – genauer der Kolkrabe – so heißt er exakt. Ein tiefes „grrog“ ist sein Markenzeichen. Er ist sehr verspielt und zeigt im Frühjahr akrobatische Luftspiele oft völlig synchron mit seinem Partner, dem er zeitlebens treu ist (so wird’s gesagt). Gewaltig ist sein Schnabel und im Flugbild unterscheidet er sich von den Krähen durch einen keilförmigen Schwanz. Er liebt Wälder mit abwechselnder Feldflur und nistet gerne in Steinbrüchen oder Felsformationen.

Es lohnt sich also schon einmal genau hin zu schauen – denn schwarz ist nicht gleich schwarz.

Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen

Die jährliche Nistkastenkontrolle

Spätherbst bis Januar ist der richtige Zeitpunkt dafür. Die neue Brutsaison steht vor der Tür also muss Hausputz gemacht werden. Der Nistkasten wird geöffnet und schon können erste Überraschungen entspringen. Bilche, das sind z.B. Siebenschläfer oder Haselmäuse huschen eiligst weg um sich zu verstecken. Sie nutzen nach der Brutvogelsaison die Kästen als Schlafstätte. Waren Meisen drin so finden wir ein mit Moos ausgepolstertes ordentliches Nest ganz im Gegensatz zum Spatz der reinstopft was rein geht: Grashalme, Federn, Blätter… meistens voll bis oben hin. War ein Kleiber drin so besteht seine Brutunterlage aus Nadelbaumrinde und häufig mauert er das Einflugloch geschickt zu, passend auf seine Größe. Nicht selten findet man zwei Nester aufeinander. Die Brutsaison von April bis Juli ist lang und wenn der eine fertig ist zieht der nächst ein. Hin und wieder liegt ein nicht ausgeschlüpftes Ei oder ein totes Jungvögelchen drin. Der gesamte Nistkasten wird geleert – alles sollte raus. Das ist die perfekte Grundlage damit die nächste Generation gut aufwachsen kann.

Gut vorbereitet ist man für diese Pflegearbeiten mit folgenden Dingen: standfeste Anstellleiter – Astschere – Handschuhe – Kratzer – Hammer und Schraubenzieher – Alu-Nägel – Aufhängeklötzchen (nicht immer). Alu-Nägel verwendet man in Bäumen, denn wenn ein Nagel versehentlich im Stamm bleibt, dann verursacht das bei Holzsägearbeiten keinen Schaden. Und bitte macht diese Arbeiten immer zu zweit. Es dient der Sicherheit, denn die Stellfläche für die Leiter ist selten eben und fest und es gibt so viele Entdeckungen, die man mitteilen möchte… Optimal hängt ein Nistkasten mit dem Einflugloch Richtung Osten dort wo die Sonne aufgeht.

Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen

Ochsenmoor am Welttag der Feuchtgebiete

Seit 1997 wird auf Anregung der Unesco jährlich am 2. Februar der Welttag der Feuchtgebiete zur Erinnerung an die Ramsar-Konvention begangen. Ab Beginn der 1960er Jahre wurden Feuchtbegiete rücksichtslos entwässert, wodurch zum Beispiel die Bestände der Wat- und Wasservögel dramatisch reduziert wurden. Daraufhin wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran ein internationales Abkommen beschlossen, das zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume verpflichtet. Deutschland ging diese Verpflichtung 1976 ein. Die 34 nach der Ramsar-Konvention geschützten Gebiete in Deutschland sind insbesondere als Lebensraum für die Vogelwelt zu erhalten. Der Dümmer und die Diepholzer Moorniederung gehören zu diesen Gebieten.

Der Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Wert und die Bedeutung von Feuchtgebieten fördern.

Fotos: Ochsenmoor und Erlenbruch, Caroline Poitzsch

Wasserstandsregulierung

Sehr bedeutend für die Wiedervernässung der Dümmerniederung sind die Stauanlagen, mit deren Hilfe die Wasserstände reguliert werden können. Im Winter werden die Wasserstände möglichst hoch gehalten, damit sich die Flächen regenerieren können.

Januar 2021 (Foto: C. Poitzsch)
Januar 2021 (Foto: C. Poitzsch)

Mitte März zu Beginn der Brutzeit der Wiesenvögel sollte das erwünschte Mosaik aus trockeneren und nasseren Bereichen ereicht sein, um allen Arten ideale Bedingungen für Nistplatz, Futtersuche und Jungenaufzucht bieten zu können.

Guter Vernässungsgrad im Dezember 2015 (Foto: M. Holy)
Guter Vernässungsgrad Anfang März 2017 (Foto: M. Holy)

Allerdings ist die Regulierung des Wasserstandes dabei eine Gratwanderung. Bei dem Zustand der Flächen spielen Niederschläge eine wichtige Rolle beim Erreichen der optimalen Vernässung. Ohne genügend Niederschlag kann der Wasserstand in den Gräben auf Niveau der Geländeoberkante eingestaut sein, ohne dass dies einen ausreichenden Einfluss auf die gesamten Flächen hätte, da die Verdunstung zu stark ist. In extrem niederschlagsreichen Wintern, können die Flächen dennoch extrem nass werden.

Extrem nasses Ochsenmoor im Februar 2016 (Foto: M. Holy)

Im Jahresverlauf werden die Wasserstände abgesenkt, um eine Beweidung und Mahd der Flächen nach der Brutzeit zu ermöglichen. Bleiben Niederschläge dabei aus, trocknen die Flächen im Sommer stark ab und die Gräben führen nur noch wenig Wasser.

Extrem trockenes Ochsenmoor im August 2019 (Foto: M. Holy)