Ökologische Stationen und Landwirtschaftskammer im Austausch
In dieser Woche fand das erste regionale Treffen der ökologischen Stationen in Westniedersachsen, die eine Biodiversitätsberatung anbieten, und der Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus diesem Aufgabenbereich, bei uns am Dümmer statt. Organisiert wurde es von der Vernetzungsstelle für die Ökologischen Stationen im Land Niedersachsen. Nach dem Austausch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Vernetzung in der Naturschutzstation, ging es an eine Blühfläche aus unserem Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, wo über Aussaattechniken, Saatzeitpunkte, Saatgutmischungen und die passende Pflege gefachsimpelt wurde.
Fotos: Lorraine Wenzel, Vernetzungsstelle für die Ökologischen Stationen im Land Niedersachsen Text: Marcel Holy
In den Moorwelten in Wagenfeld-Ströhen findet dieses Jahr zum Auftakt in die Kranichsaison das erste Kranichfest statt.
Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielfältiges Programm mit Kunsthandwerk, regionalen Produkten und vielen Informationen und Mitmachangeboten rund um Kranich, Moor und Natur.
Im Aschener/ Heeder Moor dürfen wir Lebensraum verbessernde Maßnahmen für die Schlingnatter planen und umsetzen. Der Bereich, um den es geht, ist bewaldet und erstmal nicht für die Wiedervernässung vorgesehen. Wir wollen den Wald an geeigneten Stellen auflichten und so für mehr Besonnung für die Schlingnatter sorgen. Schnittgut kann, geschichtet zu Totholzhaufen, als Versteck für Schlingnatter und andere Arten dienen.
Es gibt Waldbereiche, die schon relativ licht sind, dort kann mit wenig Aufwand für mehr Sonnenlicht am Boden gesorgt werden. Habitatbäume, also Bäume mit Höhlen oder Spalten, sollen natürlich stehen bleiben.
Besonders interessant für die Auflichtungsmaßnahmen sind Bereiche mit südexponierten Geländekanten – links im Bild – sowie Bereiche mit Heidevegation und offenen Bodenstellen – rechts im Bild. Solche Strukturen bieten für die Schlingnatter verschiedene Möglichkeiten zum Verstecken, zur Thermoregulation und in den Geländekanten finden sich auch Spalten, die als Winterverstecke dienen können.
Bei der Begehung fanden sich an mehreren Stellen dicke Bestände der Krähenbeere. Die Krähenbeere ist ein zu den Heidekrautgewächsen zählender Zwergstrauch, der saure Böden mag und bei uns an waldfreien Standorten vorkommt. Da bleiben fast nur Dünen und Hochmoore. Folglich wächste die Krähenbeere fast nur noch in Naturschutzgebieten. Zugegeben, besonders waldfrei ist es an den Standorten auf den Bildern nicht. Die Krähenbeere hat sich von den Birken und Kiefern noch nicht verdrängen lassen.
Schlingnattern haben sich bei der Gelegenheit nicht blicken lassen. Ein bisschen tierisch war es trotzdem, da es auch hier fast nicht möglich ist, einen Schritt zu machen, ohne durch ein Spinnennetz zu laufen. Daher die Dekoration in Junos Gesicht. Hirschlausfliegen waren auch unterwegs, etwas unangenehme Zeitgenossen – persönliche Meinung… Laufkäfer sind dagegen immer gern gesehen auf Begehungen im Hochmoor. In diesem Fall war es ein hübscher Feld-Sandlaufkäfer.
Seit Anfang August haben wir zwei neue Bundesfreiwillige bei uns! Aaron und Tammo werden uns ein Jahr lang tatkräftig unterstützen und reichlich Einblicke in unsere Arbeit erhalten.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen viel Spaß 🙂
Aaron und Tammo haben ihren Bundesfreiwilligendienst bei der NUVD angetreten(Fotos: C Poitzsch)
Ein neuer Kartierdurchgang im Hochmoor bringt meist auch neue „Entdeckungen“ mit sich. Da es in der Kartierung um die Erfassung von Schlingnattern geht, ist es erfreulich, dass zu diesen Entdeckungen auch eine Schlingnatter gehört.
Bei jedem Fund einer Schlingnatter wird ein Foto des Tieres gemacht. Besonders wichtig ist dabei der Kopf- und Nackenbereich, da die Tiere anhand der individuellen Zeichnung in diesem Bereich auseinandergehalten werden können. So kann festgestellt werden, ob das jeweilige Individuum bereits bekannt ist.
Diese Schlingnatter kannten wir noch nicht, und auf der Fläche, auf der sie gefunden wurde, gelang zuvor auch noch kein anderer Nachweis.
Schlingnatter
Ein anderer Fund dieser Begehung war eine Flügeldecke eines Hirschkäfers. Am selben Ort fand sich vor einem Jahr ein totes Hirschkäferweibchen.
Flügeldecke eines HirschkäfersHirschkäferweibchen, Totfund September 2025
Auch die Pflanzenwelt im Hochmoor hält schöne Beobachtungen parat. So finden sich auf einer der Flächen, auf der die Schlingnattern erfasst werden (zur Evaluation bereits umgesetzter Lebensraum verbessernder Maßnahmen), Bereiche mit dichten Beständen der Gewöhnlichen Moosbeere. Die Gewöhnliche Moosbeere Vaccinium oxycoccos gilt mit ihren zu dünnen Ranken reduzierten , niederliegenden Stämmchen als der niedrigste Zwergstrauch. Da sie sehr nährstoffarme Moorböden bevorzugt und dieser Lebensraum schwindet, ist sie in Deutschland als gefährdet eingestuft.
Bestand der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)Bestand der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) aus der Nähe
Eine alte Bekannte ist die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges. Das Anfang August gefundene Exemplar saß in der Besenheide und hatte passend dazu rosa Punktwarzen. Das aktuelle Exemplar saß in einem Heidelbeerbestand und war mit seinen gelben Punktwarzen perfekt angepasst.
Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges an Heidelbeerstrauch
Die Bestände der Besenheide Calluna vulgaris sind kräftig am Blühen. Allerdings macht ihnen augenscheinlich die Trockenheit stellenweise zu schaffen. Das Laub ist oft braun verfärbt oder schon abgefallen. Der Hund wurde nicht „entdeckt“ sondern fürs Foto platziert. Sogar mit passendem Halsband 😉
Bezüglich des Beitrags zur Rebhuhn-Kettenzählung hat uns Herr Winkhardt zwei Fotos und den folgenden Kommentar zukommen lassen:
Zur Ergänzung des Artikels über die Kettenzählung könnten möglicherweise auch Fotos einer fliegenden Rebhuhnkette nützlich sein, wie man sie bei Beobachtungsgängen häufiger sehen wird. In den erwähnten sehr informativen Links werden sie auf dem Boden gezeigt. Die Fotos wurden am 03.10.2025 bei Lübbecke aufgenommen. – H.J. Winkhardt
Im Schutzprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!„, an dem wir beteiligt sind, soll in allen Praxisgebieten eine Kettenzählung durchgeführt werden. Der Zeitraum dafür ist 15. August bis 10. Oktober. Wenn Ihr in dieser Zeit Rebhuhnketten seht, wäre es nett, wenn Ihr uns Ort und Gesamtanzahl der Rebhühner und idealerweise auch die Verteilung auf Jung- und Altvögel entweder per Email an info@nuvd.de schicken würdet oder diese selbst über Ornitho melden würdet. Von besonderem Interesse ist nämlich der Bruterfolg, also wie viele Küken in den einzelnen Projektgebieten pro Familie groß werden.
Hier gibt es noch weitere Informationen wie z.B. Bilder junger und adulter Rebhühner, um diese im Feld sicher unterscheiden zu können.
Als nach einer sehr trüben Phase das Wasser im Teichaquarium wieder klar wurde, stellten wir fest, dass Hecht Freddy ziemlich allein zu sein schien. Ob er seine Mitbewohner alle selbst verspeist oder vielleicht ein Graureiher seinen Schnabel im Spiel hatte, ist unklar. Diese Woche haben wir nun etwas gegen Freddys Einsamkeit und seinen leeren Magen unternommen und ein paar Fische eingesetzt. Wie der Blitz hat Freddy zwei erwischt und verspeist, da war der Behälter mit den Besatzfischen noch gar nicht ganz geleert. Etwas behebiger hat der Hecht dann noch ein drittes Mal Beute gemacht. Da müssen wir wohl bald wieder für Nachschub sorgen.
Auf unserem Instagram-Kanal könnt ihr auch eine kleine Jagdfrequenz sehen.
Je nachdem wie sich Freddys Appetit weiterhin gestaltet, werden wir sehen, ob wir ihn noch weiter im Teichaquarium behalten können. Bisher mussten wir nicht „füttern“, aber das kann sich mit zunehmender Größe nun geändert haben.
Vielen Ochsenmoor-Besuchern sind sicherlich die kürzlich aufgestellten Masten aufgefallen. Dabei handelt es sich um Empfänger für die Signale der Peilsender, mit denen Kiebitz-, Uferschnepfen- und Brachvogelküken ausgestattet werden. Früher mussten die Signale mit Handantennen empfangen werden und mittels Kreuzpeilungen von unterschiedlichen Standorten einzelne Positionen der Küken ermittelt werden. Das war sehr aufwändig und lieferte nur wenige Datenpunkte, obwohl die Sender jede Sekunde ein Signal abgeben. Die nun installierten Empfänger können im Idealfall aus jedem Signal eine Position berechnen und somit eine große und wertvolle Datenmenge erzeugen. Die Position soll aus der unterschiedlichen Empfangsstärke an den jeweiligen Maststandorten berechnet (trianguliert) werden.