Wer sich die Mühe macht und die Trupps von Gänsen, Enten und Möwen auf den Flächen – beispielsweise im Ochsenmoor – genauer durchscannt – hat durchaus die Chance, Arten zu entdecken, die hier eher seltener angetroffen werden können. Eine dieser Arten ist die Rothalsgans, die, trotz ihrer eigentlich recht auffälligen Färbung, in einem Trupp Bläss-, Grau- oder Weißwangengänse nicht unbedingt direkt ins Auge sticht.
Rothalsgans zwischen Blässgänsen (Foto: W. Brinkschröder)Rothalsgans zwischen Blässgänsen (Foto: W. Brinkschröder)
Wer sich mit Möwen auskennt, kann hier einige unterschiedliche Arten feststellen. Zum Beispiel Steppenmöwen in Jugendkleidern verschiedener Kalenderjahre oder auch Adulte. Viel Spaß dabei!
Unbestimmte Großmöwe, evtl. Steppenmöwe, immatur (Foto: W. Brinkschröder)
Kinderleicht eindeutig identifizierbar sind dagegen Moorfroschmännchen in ihrem Balz-Outfit. Denn wer sonst ist so schön blau?
In der vergangenen Woche waren wir im Südlohner Moor unterwegs und haben Künstliche Verstecke für die Schlingnatter-Erfassung ausgebracht. Damit setzen wir die Erfassung aus dem letzten Jahr fort, bei der wir Flächen überprüfen, auf denen wir vor 3 Jahren Lebensraum verbessernde Maßnahmen für die Schlingnatter umgesetzt haben. Da die Flächen recht strukturreich sind, haben die Schlingnattern auch ohne die Dachpappen genügend Versteckmöglichkeiten. Vielleicht sind ein paar Schlangen trotzdem so nett und lassen sich am KV erwischen.
Nähert man sich dem Südlohner Moor von Osten durch das Aschener Moor, passiert man aktive Torfabbau-Flächen auf der einen Seite des Weges und Renaturierungsflächen verschiedener Entwicklungsstufen auf der anderen Seite. Das ist im dritten Bild zu sehen.
Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Blick in die Pflanzenwelt: Das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) blüht und die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) steht in den Startlöchern.
Während seines zweiwöchigen Schülerpraktikums im Januar hat Nils Herms ein paar sehr schöne Fotos im verschneiten Ochsenmoor gemacht, die er nun mit uns geteilt hat. Vielen Dank dafür, Nils!
Schon seit Montag hält der Storch am Horst in Hüde-Sandbrink Ausschau nach seiner Partnerin und im Ochsenmoor ertönt der Ruf des Brachvogels. Weit kann er doch dann nicht mehr sein, der Frühling. Oder?
Storch in Hüde (Foto: Udo Effertz)Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)
Mit dem Vorhaben nach Sumpfohreulen (Asio flammeus) Ausschau zu halten, ist Udo Effertz, unser 1. Vorsitzender, letzte Woche durchs Ochsenmoor gefahren. Und er ist fündig geworden. Etwas verschwommen ist die Eule zwar auf den Fotos, aber dennoch sehr schön anzusehen.
Sumpfohreulen sind Teilzieher. Es gibt also Individuen, die im Brutgebiet den Winter verbringen, während andere kurze Strecken ziehen. Sumpfohreulen, die am Dümmer im Winter beobachtet werden, können also Tiere sein, die auch im Gebiet brüten oder Wintergäste aus Skandinavien oder Russland.
Nachdem in den Jahren 2023 und 2024 die Niederschläge weit über dem Durchschnitt lagen und der Dümmerpegel anstieg, fiel im gesamten letzten Jahr gerade mal 80% der durchschnittlichen Regenmenge. Besonders der trockene Frühling und der milde Herbst sorgten dafür, dass es jetzt rund um den See an Wasser fehlt. Die großen Feuchtwiesen im Ochsenmoor und deren Bewohner sind allerdings auf diese Regenfälle angewiesen. Besonders für die vielen Limikolen bieten die weiten Offenflächen essenzielle Brutgebiete und durch den weichen Boden das richtige Nahrungsangebot – ein Zustand, der nur durch die jährliche Überflutung der Wiesen besteht. Um ihren Lebensraum zu erhalten, können die Wiesen mithilfe von Stauanlagen in den Gräben gezielt geflutet werden, sodass sogar artspezifische Habitate geschaffen werden können. Möglich ist dies natürlich nur, wenn der Wasserstand hoch genug ist. In der Regel kommt das in den Sommermonaten verdunstete Wasser im Winter wieder zurück, sodass im zeitigen Frühjahr mit den höchsten Wasserständen des Jahres zu rechnen ist. Da die Niederschläge aber lange ausgeblieben sind, ist der Zielzustand für diese Jahreszeit noch nicht erreicht. Die Schneemengen der letzen Woche waren zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
Vergleichsfotos vom 18. Januar 2022 und 19. Januar 2026, die an demselben Standort aufgenommen wurden, zeigen einen deutlichen Unterschied:
Mitte Januar 2022: das Wasser stand bis zum Rand des Grabens (Foto: C. Poitzsch)Mitte Januar 2026: Das Wasser stand deutlich unterhalb der Grabenoberkante (Foto: M. Holy)
An ein paar Stellen waren bereits vor dem Schnee die ersten Flächen allerdings schon wieder überschwemmt und beherbergen zurzeit große Entenscharen. Verbunden mit dem Schnee ist das ein schöner Anblick, der die Vorfreude auf ein hoffentlich bald überflutetes Ochsenmoor und seine Bewohner weckt.
Drohnenaufnahme des Ochsenmoors vom 19. Januar 2026 (Foto: M Holy)
Beitrag von Nils Herms, Schülerpraktikant bei der NUVD.
Im letzten Beitrag ging es um die Kälteempfindlichkeit der aus südamerika stammenden Nutria, die, im Gegensatz zum aus Nordamerika stammenden Bisam, unter den niedrigen Temperaturen der letzten Wochen zu leiden hat. Anknüpfend daran hier einmal ein Vergleich der beiden Arten, als Unterstützung zur Bestimmung bei der nächsten Sichtung.
Bisam (Foto: H.J. Winkhardt)Bisam mit Schilfhalmen (Foto: M.E. Vergara)
Der Bisam erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 cm (plus Schwanz). Er hat ein eher spitzes Gesicht, die Ohren sind meist fast vollständig vom Fell verdeckt. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht, also im Querschnitt ein vertikales Oval. Er wird beim Schwimmen rasch seitlich hin und her geschlagen, um den Vortrieb zu unterstützen.
Nutria mit Jungtier (Foto: J. Anders)
Die Nutria erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 cm (plus Schwanz). Der Biber ist übrigens mit einer Körperlänge von etwa 100 cm noch deutlich größer. Der Kopf der Nutria ist stumpf geformt und ähnelt dem eines Meerschweinchens. Die Nase ist weiß behaart, die langen Barthaare sind meist ebenfalls weiß und damit sehr auffällig. Die unbehaarten Ohren schauen deutlich aus dem Fell hervor. Die großen, orangefarbenen Zähne sind oft schon von Weitem zu erkennen. Der Schwanz der Nutria ist im Querschnitt rund geformt und wird beim Schwimmen nicht zur Erzeugung von Vortrieb eingesetzt.
Nutria (Foto: H.J. Winkhardt)Nutrias haben auffällige, orangefarbene Zähne. Da kann ein Bisam nicht mithalten … (Foto: W. Brinkschröder)
Es gibt übrigens auch schwarze, cremefarbene und sogar weiße Nutrias, die auch am Dümmer beobachtet werden können.
Wir wünschen allen Leser*innen ein gesundes neues Jahr! Herr Winkhardt hat zum Jahreswechsel auf seiner Terrasse eine Beobachtung gemacht, die er uns und der Leser*innenschaft für das neue Jahr mit auf den Weg geben möchte:
Unsere Terrassenmaus zeigt uns, in bedrohlichen Situationen helfen oft Gelassenheit und Augenmaß
Wir danken der Maus, räumen die Falle wieder ab und wünschen ihr ein gutes neues Jahr. 😉
Foto und Text zum Bild: Dr. Hans-Joachim Winkhardt
Meier und Juno haben sich schick gemacht – sie waren sehr geduldig mit uns, um euch allen, im Namen des NUVD-Teams, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!