Kranichzug über der Dümmerniederung

Kraniche auf ihrem Weg in die Brutgebiete (Foto: Werner Brinkschröder).

Am vorgestrigen Tage, dem 02. März 2021, war wieder intensiver Kranichzug im Dümmer-Gebiet und auf der „Osnabrücker Route“ zu beobachten.

Allein am Dümmer wurden in den Mittags- und Nachmittagsstunden ca. 1.350 in Richtung Ost ziehende Kraniche beobachtet.

(Text: Werner Brinkschröder).

Schilfpolder Paludikultur

Der NLWKN plant im Rahmen des Verbundprojekts „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ die Anlage von zwei Erprobungsflächen zur Erzeugung von Biomasse. Dies soll in Form von „Paludikultur“, also durch die wirtschaftliche Nutzung sumpfiger bzw. mooriger Standorte mit angepassten Pflanzen erfolgen. Dazu ist am Westufer des Dümmers eine Versuchsfläche für den Anbau von Rohrkolben geplant. Der Versuchsschilfpolder am Schäferhof soll zur Gewinnung von Biomasse aus Schilf genutzt werden.

Gestern wurde der Schilfpolder mit einem Pistenbulli mit Lademulde vorbereitend gemäht. Welche Maßnahmen dort in diesem Jahr umgesetzt werden können, steht aber noch nicht genau fest.

Weitere Informationen gibt es hier:
NLWKN Kompetenzstelle Paludikultur
www.paludikultur-niedersachsen.de

Text und Fotos: Marcel Holy

Das Ochsenmoor füllt sich…

Die ersten Rückkehrer trauen sich aus ihren Wintergebieten bereits in das Ochsenmoor.
Leider haben wir noch keine Fotos aber es wurden bereits Große Brachvögel, Uferschnepfen und Schafstelzen gesehen, um nur einige zu nennen.

Die ersten Störche waren schon vor dem Wintereinbruch zurück.

Wollen wir hoffen, dass es keinen erneuten Schnee gibt. Wir wünschen allen viel Beobachtungsglück und das richtige Timing.

Die Schnäbel der Vögel

…kurz, lang, spitz, fein, dick, dünn, gebogen, gekreuzt, sichelartig, dolchartig, mit Reißzahn, löffelartig, usw…

Warum sind die Schnäbel so verschieden? Weil jeder Vogel einen anderen Gesang/Ruf hat? Nein. Die Antwort lautet: jeder Vogel ist ein Nahrungsspezialist. Die Evolution hat ihn perfektioniert. So kann er überleben und seine spezielle Nahrung erbeuten und finden. Die Natur bietet ein sehr breites Nahrungsspektrum für Vögel an z.B. Samen, Insekten, Wasserpflanzen, Gräser, Beeren, Feldfrüchte, Fische, Kleinsäuger usw… und manche Vogelarten dienen anderen Arten als Nahrungsgrundlage. Und damit jeder satt wird hat er seinen Schnabel als „Werkzeug“ fit gemacht.

Einige Beispiele dafür kann man auch direkt im und am Ochsenmoor beobachten. Die Watvögel (Limikolen) wie großer Brachvogel oder Uferschnepfe stochern gezielt in Feuchtwiesen mit dünnen langen Schnäbeln nach Würmern und Larven. Die Enten durchpflügen die morastigen Schlammschichten mit den Schnäbeln und filtern Kleinlebewesen und Pflanzen raus. Der Specht an der Erle hämmert und klopft bis er an der Made ist – seine Hirnmasse ist besonders abgefedert. Amseln picken Beeren an Sträuchern ab und Schwalben fliegen mit weit offenem feinen Schnabel durch die Lüfte um Mücken zu fangen. Der Turmfalke rüttelt über der Wiese und im Sturzflug holt er die Maus mit seinen Fängen. Ein gezielter Schnabelbiss in den Nacken der Maus – aus die Maus! Der Storch auf der Suche nach Fröschen durchschreitet die Wiese und hat mit seinem langen Schnabel Erfolg – ähnlich der Graureiher, der still verharrt und zusätzlich seinen langen Hals nutzt um zu zustoßen.

Und das manches ganz nah bei einander ist und doch verschieden ist zeigen Fichtenkreuzschnabel und Kiefernkreuzschnabel. Sie leben von den Samen der Zapfen der Nadelbäume. Gekreuzt sind diese Schnäbel damit sie in die Zapfen kommen – sie werden gespreizt. Sehr ähnlich sehen beide Vogelarten aus – auch die Schnäbel. Doch Kiefern haben gröbere Zapfen und somit ist der Schnabel dieses Kiefernkreuzschnabel auch rustikaler – ein feiner Unterschied und doch ein wichtiger damit beide Arten nebeneinander Nahrung finden.

Unendlich vielfältig ist dieses Thema – jeder kann Beispiele dafür finden… so sollte die Nahrung am winterlichen Futterhäuschen nie einseitig sein. Schaut mal genau hin wer da was aufpickt… die Meise sucht sich was anderes raus als die Heckenbraunelle…

Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen

Vogelwelt im Winter

Hier ein paar Eindrücke vom Wochenende als der Winter seinen Rückzug noch nicht angetreten hatte.

Am Marler Graben werden die ersten wärmenden Sonnenstrahlen voll genutzt.
Dieser Buntspecht sucht an den Weidepfählen im Ochsenmoor nach Nahrung.
Der Eisvogel nutzt den eisfreien Bereich am Marler Graben und lauert auf Beute.

Alle Fotos: Udo Effertz

Winterruhe am Dümmer

Auch wenn der Dümmer und die weiteren Gewässer im Dümmer-Randgebiet fast sämtlich zugefroren und die Felder mit Schnee bedeckt sind, lohnt sich m. E. eine Fahrt in das dortige Gebiet. Am Marler Graben, der in Höhe der Saatkrähenkolonie noch eisfrei ist, hält sich ein Eisvogel auf. Auch ca. 15 Kormorane suchen dort im Graben nach Nahrung.

Eisvogel am Marler Graben

In Berglage und auf den Feldern südlich vom Geestmoor sind größere Ansammlungen von Bläss- und Saatgänsen zu beobachten.

Saat- und Blässgänse

Seit etwa Mitte Januar rufen die Feldlerchen. Auch gestern konnte ich trotz des Wintereinbruchs und der kalten Nächte mehrere Feldlerchen beobachten. Die Vögel saßen jetzt an den Straßenrändern, um dort nach Nahrung zu suchen.

Feldlerche

Bei Evershorst rastet – wie in jedem Winter – ein Schwarm (ca. 60 Ex.) Hohltauben. Gestern zogen in Höhe der Huntemündung ca. 65 Kraniche laut rufend in Richtung Geestmoor.

Hohltauben

Trotz der Minusgrade fanden an mehreren Stellen schon Hasen-Hochzeiten statt.

Feldhasen

Text und alle Fotos: Werner Brinkschröder

Schwarzspechte im Revier

Zur Zeit sind sie sehr aktiv. Sie behaupten ihr Revier durch Flüge flankiert mit Rufen wie „krück-krück-krück“ und sitzen in hohen Bäumen an Ästen und Stämmen. Dort klingt ihr Ruf anders: „kliie-äh“. Krähengroß jedoch etwas schlanker und kantiger ist dieser schwarze Vogel mit der roten Haube und dem dominanten hellen Schnabel. Ich beobachte ihn in Wehrkamp nahe Dickel in einem lichten Buchenmischwald. Dort in den hochstämmigen alten Buchen hat er mehrere Nisthöhlen in 8m bis 12m Höhe gezimmert. In dem einen Jahr benutzt er die eine Höhle im nächsten Jahr die im Nachbarbaum. Dohlen nutzen zum Nisten die freien Höhlen und der Waldkauz findet hier Unterschlupf am Tage. Besonders jetzt vor der Beginn der Brutzeit sind sie sehr aktiv – oft sieht man zwei Schwarzspechte wie sie gemeinsam durchs Revier streichen und ihren Anspruch dadurch behaupten. Er trommelt in lauten und weit hörbaren Wirbeln.

Viele Grüße aus der Natur von Jürgen

Text: Jürgen Richter