Rastvögel, die zeitweise in großen Ansammlungen in der Dümmer- und Diepholzer Moorniederung zu beobachten sind, sind Sing- und Zwergschwäne.
Hier zwei Fotos von Werner Brinkschröder. Wer genau hinschaut, entdeckt in den Rastansammlungen sogar gelegentlich beringte Exemplare.
Mit einem letzten größeren Pflegeeinsatz wurde nun das Teichaquarium am Dümmer-Museum in Lembruch für den Winter vorbereitet.
Die Wasserpflanzen wurden zurückgeschnitten, Laub abgekeschert und die Filteranlage gereinigt, um dem Tag möglichst viele Nährstoffe zu entziehen.
In solch kleinen Systemen ist eine Nährtsoffanreicherung jedoch kaum zu verhindern, da die Fische, die schließlich die „Hauptattraktion“ bilden, gefüttert werden müssen. Durch die Filteranlage wird ein Teil der Pflanzenteile, Sedimente und sonstiger Feststoffe aus dem Teich entfernt, gelöste Nährstoffe werden aber in pflanzliche Biomasse, insbesondere Algen, die die Sicht behindern, umgesetzt. Abhilfe schafft hier die UV-Anlage, die Teil der technischen Ausstattung des Teichaquariums ist.
Problematisch waren in diesem Jahr allerdings aufgewirbelte Sedimentpartikel, die zeitweise nur sehr geringe Sichtweiten erlaubt haben. Der Grund hierfür waren zwei Karpfen, mit denen das Teichaquarium besetzt wurde. Nachdem einer der beiden Karpfen wieder entnommen wurde, besserte sich die Situation zwar deutlich, die Sichtweiten der Vorjahre wurden jedoch nicht erreicht. Dies soll sich im kommenden Jahr durch die Entnahme des zweiten Karpfens, die bislang leider nicht geglückt ist, bessern und wieder einen Blick durch den gesamten Teich möglich machen.
Fotos: Marcel Holy
Besuchen Sie das Teichaquarium auch gerne jetzt im Winter – es gibt reichlich Fische zu sehen, unter anderem einen großen Schwarm junger Rotfedern.
Die Karausche war früher ein Fisch, dem man nachsagte, in jedem Teich und Tümpel vorzukommen. Eigentlich ist sie auch sehr genügsam und robust, dennoch machen ihr Verluste typischer Lebensräume wie Auengewässer und Altarme sowie die Konkurrenz mit dem Giebel stark zu schaffen.
Aktuell hat die Niedersächsisch-Westfälische Anglervereingung e.V. 2.500 Karauschen besetzt, um beim Erhalt dieser für die Angelfischerei unbedeutenden, aber in unseren Gewässern eigentlich heimischen Fischart zu helfen. Das mehrjährige Projekt wird gemeinsam mit dem Anglerverband Niedersachsen e.V. durchgeführt.
Bereits 2011 haben die NWA und die NUVD gemeinsam rd. 1.500 Karauschen in der Dümmerniederung wiederangesiedelt.
Beide Fotos: NWA e.V./ Anglerverband Niedersachsen, Florian Möllers
Sollten Ihnen Karauschenvorkommen bekannt sein, würden wir uns über eine Mitteilung über kontakt@duemmer-natur-blog.de oder an info@nuvd.de sehr freuen. Mittlerweile ist diese Fischart leider selten wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.
Ein kleines Potpourri aus dem Boller Moor und dem Großen Moorkomplex zwischen Vechta und Barnstorf.
Im Boller Moor sehr wenige Vögel, abgesehen von einigen Bussarden und Krähen noch 3 Kornweihen, 76 Kiebitze und 3 überfliegende Kraniche.
2 Kornweihen:
„Die letzten Mohikaner“: Im Moor lohnt sich auch der Blick nach unten. Man findet mit Moosen und Pilzen unscheinbare, aber auf ihre Art doch faszinierende und vielfältige Organismen. Und ohne (Torf-)Moose gäbe es das Moor ja schließlich garnicht… Beim Blick nach unten findet man gelegentlich auch Fährten, die die seit 2014 territorial etablierte Wolfsfähe hinterlassen haben dürfte.
Der geschnürte Trab ist wolfstypisch, durch die Bodenverhältnisse sind die Fährten aber meistens viel zu kurz für einen sicheren Wolfsnachweis. Hilfreicher ist es da schon, wenn man im Fährtenverlauf auf weitere „Hinterlassenschaften“ stößt (hier ein früherer Losungsfund mit DNA-Nachweis der territorialen Wolfsfähe). Abends gab es dann trotz des Abzugs zahlreicher Kraniche in den vergangenen Tagen einen starken Einflug zu den Schlafplätzen.
Da er genauso schnell weg getaut ist, wie er gekommen ist, dürfte es die große Zahl der hier rastenden Gänse noch nicht dazu veranlassen, den Dümmer zu verlassen.
Foto: Udo Effertz
Beim Kranich deutet sich heute allerdings an, dass größere Zahlen nach Süden abziehen.
Werner Brinkschröder bittet in diesem Zusammenhang um Zusendung von Zugbeobachtungen an brinkschroeder.werner@web.de.
Im Bereich Huntemündung, Südbucht und Ochsenmoor war starker Gänsezug zu beobachten. Überwiegend Blässgänse die hin und her zogen. Vorsichtig geschätzt über 5.000 Exemplare.
Bezieht man den Bereich Dammer Wiesen und Borringhauser Wiesen mit ein , kommt man auf über 10.000 Ex. Der Anteil Saatgänse bei den ruhenden Gänsen war sehr gering (unter 20 Ex.).
Allabendlich versammeln sich Naturfotografen auf dem Moordamm im Geestmoor, um möglichst das beste Foto der einfliegenden Kraniche zu schießen. Schön wäre es, wenn sich dieser Personenkreis auch entsprechend im Moorschutz engagieren würde.
Text und Foto: Werner Brinkschröder
Des einen Freud, ist des anderen Leid…
Die Maisernte verlief reibungslos, das Vieh kann lange auf den Weiden stehen und auf den Grünlandflächen der Schutzgebiete konnte trotz der sommerlichen Starkregenereignisse noch eine Nutzung im Sinne des Wiesenvogelschutzes durchgeführt werden.
Allerdings sind auch zahlreiche Gewässer ausgetrocknet, was z.B. für Fische und Amphibien je nach Anbindung an andere Gewässer oder dem Stadium der Laich- bzw. Larvenentwicklung problematisch sein kann.
In den Hochmooren sind zahlreiche Wiedervernässungsflächen ebenfalls sehr trocken. Da jedoch immer mehr Flächen aus der Abtorfung in die Renaturierung gehen, stehen dennoch zahlreiche Schlafplätze für rastende Kraniche und Gänse zur Verfügung.
Anbei exemplarisch drei Fotos aus dem Oppenweher Moor von Werner Brinkschröder.