Extremer Frostschaden

Wir hatten hier ja im Januar bereits darauf hingewiesen, dass die Nutria als aus Südamerika stammende Art nicht gut an Starkfröste angepasst ist. Die Folge sind Erfrierungen, die sich zunächst am Schwanz, aber auch schnell an den unbehaarten Pfoten zeigen. Trotz des dichten Fells kann es auch insgesamt zu körperlicher Auskühlung kommen, wovon große Tiere oder Familienverbände aber sicherlich weniger betroffen sind als versprengte/abgewanderte Jungtiere.
Dies mag einerseits zu unserem Vorteil sein, da die Nutria als gebietsfremde Art ja diverse negative Auswirkungen auf unsere heimischen Ökosysteme hat (hier im Blog vielfach dargestellt) und der Frost ein natürlicher Gegenspieler ihrer Ausbreitung ist, andererseits bedeutet dies für die Tiere aber auch teils extremes Leid. Auch dies ist in der Natur allgegenwärtig, da aber viele Naturdokumentationen, Bildbände etc. dies nicht darstellen, ist der Anblick doch eher ungewohnt.

Ein Exemplar mit besonders krassen Erfrierungen, haben wir gestern in der Feldflur von Lembruch, weit entfernt vom nächsten größeren Gewässer erlegt. Es zeigte keinen Fluchtreflex mehr und war leicht abgemagert. Der Schwanz war völlig abgestorben, aber noch am Körper, die Zehen der Hinterpfoten waren abgefroren und es schauten nur noch Knochenspitzen aus den Ballen und die Vorderpfoten fehlten vollständig.

Wer zartbesaitet ist, sollte sich die folgenden Bilder vielleicht nicht anschauen.

Hinterpfoten
„Reste“ der Vorderpfoten (linke Pfote Bildmitte, rechte am oberen linken Bildrand). Diese beginnen nach dem behaarten Teil der Vorderbeine, sind hier also vollständig verloren gegangen.

Text und Fotos: Marcel Holy