Wie jedes Jahr um diese Zeit können wir nun wieder berichten: Es ist wieder was los im Ochsenmoor. Nachdem Brachvogel und Uferschnepfe schon seit Februar zurück sind, können inzwischen auch Rotschenkel, Kampfläufer und Austernfischer wieder beobachtet werden. Und natürlich viiiele Enten. Schaut doch mal nach, was ihr alles entdeckt im Ochsenmoor! 🙂
Uferschnepfen im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)Rotschenkel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)
Während seines zweiwöchigen Schülerpraktikums im Januar hat Nils Herms ein paar sehr schöne Fotos im verschneiten Ochsenmoor gemacht, die er nun mit uns geteilt hat. Vielen Dank dafür, Nils!
Schon seit Montag hält der Storch am Horst in Hüde-Sandbrink Ausschau nach seiner Partnerin und im Ochsenmoor ertönt der Ruf des Brachvogels. Weit kann er doch dann nicht mehr sein, der Frühling. Oder?
Storch in Hüde (Foto: Udo Effertz)Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)Brachvogel im Ochsenmoor (Foto: Udo Effertz)
Mit dem Vorhaben nach Sumpfohreulen (Asio flammeus) Ausschau zu halten, ist Udo Effertz, unser 1. Vorsitzender, letzte Woche durchs Ochsenmoor gefahren. Und er ist fündig geworden. Etwas verschwommen ist die Eule zwar auf den Fotos, aber dennoch sehr schön anzusehen.
Sumpfohreulen sind Teilzieher. Es gibt also Individuen, die im Brutgebiet den Winter verbringen, während andere kurze Strecken ziehen. Sumpfohreulen, die am Dümmer im Winter beobachtet werden, können also Tiere sein, die auch im Gebiet brüten oder Wintergäste aus Skandinavien oder Russland.
Nachdem in den Jahren 2023 und 2024 die Niederschläge weit über dem Durchschnitt lagen und der Dümmerpegel anstieg, fiel im gesamten letzten Jahr gerade mal 80% der durchschnittlichen Regenmenge. Besonders der trockene Frühling und der milde Herbst sorgten dafür, dass es jetzt rund um den See an Wasser fehlt. Die großen Feuchtwiesen im Ochsenmoor und deren Bewohner sind allerdings auf diese Regenfälle angewiesen. Besonders für die vielen Limikolen bieten die weiten Offenflächen essenzielle Brutgebiete und durch den weichen Boden das richtige Nahrungsangebot – ein Zustand, der nur durch die jährliche Überflutung der Wiesen besteht. Um ihren Lebensraum zu erhalten, können die Wiesen mithilfe von Stauanlagen in den Gräben gezielt geflutet werden, sodass sogar artspezifische Habitate geschaffen werden können. Möglich ist dies natürlich nur, wenn der Wasserstand hoch genug ist. In der Regel kommt das in den Sommermonaten verdunstete Wasser im Winter wieder zurück, sodass im zeitigen Frühjahr mit den höchsten Wasserständen des Jahres zu rechnen ist. Da die Niederschläge aber lange ausgeblieben sind, ist der Zielzustand für diese Jahreszeit noch nicht erreicht. Die Schneemengen der letzen Woche waren zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
Vergleichsfotos vom 18. Januar 2022 und 19. Januar 2026, die an demselben Standort aufgenommen wurden, zeigen einen deutlichen Unterschied:
Mitte Januar 2022: das Wasser stand bis zum Rand des Grabens (Foto: C. Poitzsch)Mitte Januar 2026: Das Wasser stand deutlich unterhalb der Grabenoberkante (Foto: M. Holy)
An ein paar Stellen waren bereits vor dem Schnee die ersten Flächen allerdings schon wieder überschwemmt und beherbergen zurzeit große Entenscharen. Verbunden mit dem Schnee ist das ein schöner Anblick, der die Vorfreude auf ein hoffentlich bald überflutetes Ochsenmoor und seine Bewohner weckt.
Drohnenaufnahme des Ochsenmoors vom 19. Januar 2026 (Foto: M Holy)
Beitrag von Nils Herms, Schülerpraktikant bei der NUVD.
Im letzten Beitrag ging es um die Kälteempfindlichkeit der aus südamerika stammenden Nutria, die, im Gegensatz zum aus Nordamerika stammenden Bisam, unter den niedrigen Temperaturen der letzten Wochen zu leiden hat. Anknüpfend daran hier einmal ein Vergleich der beiden Arten, als Unterstützung zur Bestimmung bei der nächsten Sichtung.
Bisam (Foto: H.J. Winkhardt)Bisam mit Schilfhalmen (Foto: M.E. Vergara)
Der Bisam erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 cm (plus Schwanz). Er hat ein eher spitzes Gesicht, die Ohren sind meist fast vollständig vom Fell verdeckt. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht, also im Querschnitt ein vertikales Oval. Er wird beim Schwimmen rasch seitlich hin und her geschlagen, um den Vortrieb zu unterstützen.
Nutria mit Jungtier (Foto: J. Anders)
Die Nutria erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 cm (plus Schwanz). Der Biber ist übrigens mit einer Körperlänge von etwa 100 cm noch deutlich größer. Der Kopf der Nutria ist stumpf geformt und ähnelt dem eines Meerschweinchens. Die Nase ist weiß behaart, die langen Barthaare sind meist ebenfalls weiß und damit sehr auffällig. Die unbehaarten Ohren schauen deutlich aus dem Fell hervor. Die großen, orangefarbenen Zähne sind oft schon von Weitem zu erkennen. Der Schwanz der Nutria ist im Querschnitt rund geformt und wird beim Schwimmen nicht zur Erzeugung von Vortrieb eingesetzt.
Nutria (Foto: H.J. Winkhardt)Nutrias haben auffällige, orangefarbene Zähne. Da kann ein Bisam nicht mithalten … (Foto: W. Brinkschröder)
Es gibt übrigens auch schwarze, cremefarbene und sogar weiße Nutrias, die auch am Dümmer beobachtet werden können.
Am 8.9.2025 hieß es wieder: Herzlich Willkommen zu den Dümmer-Naturspielen! Auch in 2025 begrüßte die NUVD die vierten Klassen aus den Schulen der Region zu den Dümmer-Naturspielen. Mit dabei waren 245 SchülerInnen aus Lemförde, Bohmte, Drebber und Neuenkirchen-Vörden. Insgesamt begaben sich 12 Klassen auf den spannenden Rundgang und konnten an den 8 Stationen nicht nur ihr Wissen beweisen sondern auch viele neue Dinge lernen. Vom Mitmachen über das stille Lauschen und Beobachten bis hin zum Anfassen und Riechen – alle Sinne waren beim Stationslauf gefragt.
An der Station der Jäger (Foto: Udo Effertz)
Angefangen mit der Station bei den Jägern, welche die Schüler zu jungen Fährtenlesern ausbildete. Dort sollten die Spuren verschiedener Säugetiere passend zugeordnet werden. Weiter ging es am Ochsenmoorturm. Dort gab es die Gelegenheit die Soziallaute von Fledermäusen zu hören, die dort hautnah nebenan ihr Tagesquartier hatten. Weiter ging es dann am Südturm, ausgestattet mit Fernglas und Spektiv wurden die SchülerInnen zu kleinen Ornithologen und beobachteten, welche Vögel auf dem Wasser zu finden waren. Bei der Station der Niedersächsisch- Westfälischen Anglervereinigung e.V (NWA) wurde unter die Wasseroberfläche geschaut und erklärt, welche Fische im Dümmer leben.
Uwe Wageringel von der NWA gab sein Wissen über die Fische des Sees weiter (Foto: Udo Effertz)
Nebenan ging es zunächst auch unter Wasser weiter, diesmal Standen aber die kleinen Wassertiere im Mittelpunkt, die genau unter die Lupe genommen wurden.
Bei den Wassertieren hat Uta Lansing von der NUVD alles für die jungen ForscherInnen vorbereitet (Foto: Dirk Stelter)Und auch ihre Schädelsammlung hatte Uta dabei (Foto: Dirk Stelter)
Die Schädelsammlung wurde mit Staunen bewundert und anschließend jeder Schädel seinem Besitzer zugeordnet. Bei der Station der AG Biotop-und Eulenschutz Stemweder Berg e.V. wurden die Eulenpräparate mit viel Liebe versorgt. Das weiche Gefieder musste ausgiebig erfühlt werden und begeisterte die SchülerInnen. Bei der letzten Station war gute Beobachtungsgabe gefragt. Die passende Feder musste dem passenden Bild Vogelbild zugeordnet werden. Das war gar nicht immer so leicht… Insgesamt schlugen sich aber alle Teilnehmenden der Dümmer-Naturspiele wieder sehr gut und konnten auch alle Fragen auf ihren Fragebögen beantworten.
An jeder Station wurde fleißig an der Beantwortung der Fragen gearbeitet (Foto: Udo Effertz)
Allen SchülerInnen, Lehrenden und Beteiligten hat der Tag wieder sehr viel Freude und Spaß bereitet. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Organisation und die Betreuenden der einzelnen Stationen. Vielen Dank an Euch und die vielen helfenden Hände! Ohne euch wären die Dümmer-Naturspiele nicht durchführbar. Ein großes Dankeschön auch an die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz, den Pflanzenhof Schomäcker-Nolte, die Bäckerei Schmidt aus Lemförde, Edeka aus Lemförde und BASF Lemförde für die finanzielle Unterstützung! Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr und planen wieder fleißig. Auf ein Neues in 2026!
Dominik Schmedt aus Dielingen hat uns diese Bilder aus dem Ochsenmoor geschickt, die zeigen wie viele Störche sich bei der Heuernte versammeln, um Frösche, Mäuse, Insekten und andere Tiere zu erbeuten.
Nein, es geht nicht um Vögel, sondern um Vogelschützer. Kürzlich hatten wir eine Delegation aus dem LIFE-Projekt Wadden Sea Birds zu Gast. Projektpartner sind dabei die dänische Gemeinde Tønder, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Dänische Naturstiftung sowie die dänische Nationalparkverwaltung Wattenmeer und die Naturagentur Wattenmeer. Nach einem Einführungsvortrag ging es raus ins Ochsenmoor, wo dann begleitet von Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und Bekassine Themen wie Wiedervernässung, Grünlandnutzung, Lebensraumoptimierung und Prädatorenmanagement vorgestellt und diskutiert wurden. Nach dem Tag am Dümmer hat die Truppe dann noch einen weiteren Tag im Bremer Blockland verbracht.