Diese Trauerseeschwalbe wurde bereits Mitte Juni bei ihrem Flug im Bereich der Kolonie fotografiert. Inzwischen, also Mitte Juli, dürfte auch die Bebrütung eventueller Nachgelege abgeschlossen sein, es beginnt sogar schon die Zeit des Wegzugs. Zahlen zum Brutgeschäft der Trauerseeschwalben erhebt der Naturschutzring Dümmer e.V., dem auch die Betreuung der Kolonie obliegt.
Jedes Jahr werden die Zusammensetzung und Entwicklung des Fischbestandes im Dümmer untersucht, um die Nahrungsverfügbarkeit für die Trauerseeschwalbe und andere fischfressende Vögel zu bewerten. Als Nahrungsgrundlage ist das Vorhandensein von Kleinfisch wichtig. Anfang Juli wurden deshalb Untersuchungen mit Kleinfischreusen in den umliegenden Gewässern und mit Multimaschennetzen im Dümmer durchgeführt. Durch die verschieden großen Maschen des Netzes werden das Größen- bzw. Altersklassenspektrum der Tiere abgebildet.
Flügelreuse mit Luft zum Atmen z.B. für Käfer (Foto: Marcel Holy)
Ende Juli wird zur Vervollständigung des Bildes noch eine Elektrobefischung an verschiedenen Strukturen im See durchgeführt. Die bisherigen Untersuchungen im See zeigten einen relativ geringen Bestand an Alanden, wie auch schon im letzten Jahr. In den Vorjahren war die Anzahl an Alanden in den Multimaschennetzen immer relativ hoch. Dafür sind in diesem Jahr erfreulich viele Barsche, Zander und Kaulbarsche ins Netz gegangen. In den Gewässern außerhalb des Dümmers scheint ausreichend viel Kleinfisch unterschiedlicher Arten vorhanden zu sein. Es wurden Moderlieschen und Stichlinge gefangen, die heimisch sind und als Nahrung für die Trauerseeschwalbe gut geeignet.
Moderlieschen Drei- und Neunstachliger StichlingSchlammpeitzger
Zusätzlich gingen Blaubandbärblinge in die Kleinfischreusen. Dabei handelt es sich um eine aus Asien stammende Art, die hier eigentlich nicht hergehört. Von der Größe her sind diese Fische aber zumindest als Nahrung für die Trauerseeschwalbe geeignet.
In größeren Vogeltrupps kann man schon mal Ungewöhnliches entdecken. Auf einem Stoppelacker hat sich diese Schwanengans zusammen mit Graugänsen auf Nahrungssuche begeben. Schwanengänse stammen aus Zentralasien und kommen in Deutschland bis auf eine Population in der Region Rhein-Neckar eigentlich nicht freilebend vor. Bei dem fotografierten Exemplar könnte es sich um einen Gefangenschaftsflüchlting handeln. Im Frühling wurde ebenfalls eine Schwanengans am Dümmer beobachtet, vielleicht dasselbe Tier.
Es ist wieder soweit: die jungen Weißstörche in Hüde-Sandbrink sind fast bereit das Nest zu verlassen! Nach einer 33 bis 34 tägigen Brutdauer, beträgt die Nestlingszeit des Weißstorches 55 bis 60 Tage. Die jungen Störche werden nach weiteren 7 bis 20 Tagen selbstständig.
Storchennest in Hüde-Sandbrink (Foto: Ralf Effertz)
Die Teichrohrsänger am Dümmer haben augenscheinlich lautstark auf sich aufmerksam gemacht und ließen sich bereitwillig fotografieren. Danke an Jürgen Anders für die Einsendung dieser Aufnahmen!
Die Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus) ist ein nicht mehr so häufiger Gast in der Dümmerniederung und an der Hunte. Mit ihren blauen Augen und der gelben Färbung ist sie eine wunderschöne Vertreterin unserer genialen Flugkünstler. Sie lebt 2-3 Jahre als Larve im Wasser, eingegraben im Sediment und ernährt sich unter anderem von Zuckmückenlarven. Dann schlüpft sie ab Mitte Mai.
Es gibt bei uns ja nicht nur die gefiederten Vertreter der Wirbeltiere zu entdecken. Auch ein paar Säugetiere lassen sich gerne ablichten. Wie zum Beispiel diese beiden schicken Rehböcke.
Dieses wunderschöne Tierchen ist ein Ampfer-Grünwidderchen. Es ist ein häufiger, tagaktiver Schmetterling, dessen Raupen gerne am Wiesen-Sauerampfer fressen. Es überwintert und verpuppt sich im Frühjahr. Das Ampfer-Grünwidderchen wurde zum Schmetterling des Jahres 2023 gekürt.