Von den vier Eiern im Storchennest in Hüde-Sandbrink sind drei geschlüpft. Die Bilder stammen von Mitte Mai und zeigen den deutlichen Größenunterschied der Küken. Das liegt daran, dass Weißstörche mit der Bebrütung beginnen, bevor das Gelege vollständig ist. Da der Legeabstand etwa 2 bis 3 Tage beträgt, ist der Altersunterschied den Küken deutlich anzusehen.
Prächtig sehen sie aus, die Kampfläufer-Hähne. Warum heißen sie eigentlich nicht Prachtläufer? 🙂 Auf den vegetationsfreien, schlammigen Flächen im Ochsenmoor sind sie zurzeit gerne auf Nahrungssuche und lassen sich ohne große Scheu beobachten.
Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes GrassBirdHabitats werden jedes Jahr in drei Untersuchungsgebieten in Friesland, an der Unterelbe und bei uns am Dümmer, Daten zur Untersuchung der Nahrungsverfügbarkeit der Uferschnepfe erhoben. Dabei kommen 4 Fallentypen für Wirbellose zum Einsatz: Malaisefalle (das Zelt aus Netzstoff), Gelbklebefalle, Emergenzfalle und Bodenfalle. Wir, die NUVD, sind für die Betreuung zuständig, die Auswertung macht die Uni Groningen.
Letzte Woche haben wir, gemeinsam mit Mitarbeiter*innen der Uni, die Fallen für dieses Jahr aufgestellt. Oder eigentlich noch nicht ganz, denn aufgrund des Wasserstandes im Ochsenmoor konnten wir auf keiner der dort liegenden Flächen die Becher der Bodenfallen versenken. Auf den ersten Bildern sind zwei besonders nasse Flächen zu sehen, auf denen das bisher sowieso immer erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich war. Auf den drei Intensivgrünlandflächen, die am zweiten Tag bestückt wurden, konnten wir dann aber Löcher machen und die Becher einsetzen. Über den Bechern befestigen wir jeweils ein kleines Gitter als Reinfallschutz für Wirbeltiere wie Mäuse und Frösche. Darüber wird ein Kunststoffteller als Regenschutz angebracht.
An jedem Standort messen wir außerdem jede Woche entlang eines Transektes an 10 Punkten die Vegetationshöhe, die Bodenfeuchte und die Festigkeit des Bodens (Stocherfähigkeit für den Uferschnepfenschnabel). Steht Wasser auf der Fläche, messen wir nur Vegetationshöhe und Wassertiefe.
Eine Gelbklebefalle wird aufgestellt. Im Hintergrund wird noch an der Malaisefalle gearbeitet.Für den Aufbau der Malaisefallen ist es nicht schlecht, ein paar Hände mehr zu haben.Die Malaisefallen sind für den Fang fliegender Insekten entwickelt worden. Die Insekten fliegen von der Seite gegen die Mittelwand und fliegen dann, dem Licht folgend, nach oben, wo sie im Fangbehälter enden. Die Malaisefallen werden alle mit dem Giebel, an dem der Fangbehälter befestigt ist, Richtung Nordwesten ausgerichtet. Somit sind alle dieser zeltartigen Gebilde aus Netzstoff mit der Seite zur Hauptwindrichtung gedreht. Gesamter Aufbau im Überblick. Nur die Bodenfallen fehlen. Die beiden Kegelförmigen Fallen sind die Emergenzfallen.Auf den drei Intensivgrünlandflächen, konnten die Bodenfallen gesetzt werden.Ist die Fläche nicht überstaut, wird mit dem Penetrometer (links) der Bodenwiderstand gemessen, also gewissermaßen die Stocherfähigkeit des Bodens für den Uferschnepfenschnabel. Außerdem messen wir die Bodenfeuchtigkeit.Wir messen immer auch die Vegetationshöhe an den zehn Punkten des Transektes und bei überstauten Flächen die Wassertiefe.
Der Frühling ist da und mit ihm beginnt die Zeit der Brutvogelerfassungen. Wir setzen in diesem Jahr die Revierkartierung im Dievenmoor fort. Kurz vor dem ersten Durchgang wurde noch mal die Lage gepeilt. Bei der Routenplanung ist auf Karten und Luftbildern nicht immer ersichtlich, wo tatsächlich passierbare Wege sind, wo ein Zaun im Weg steht oder wo ein Graben ein unüberwindbares Hindernis darstellt. Besonders wenn die erste Begehung eine Nachtbegehung ist, ist es ganz praktisch solche Fragen vorher bei Tageslicht zu klären.
Foto: Hilfsbereite Birke
Außerdem werden wir im Rahmen des Rebhuhnprojektes Feldvogelerfassungen machen, die aber in weitaus geringerem Umfang erfolgen werden, als die Revierkartierung im Dievenmoor. Es geht um die Evaluierung der rebhuhnfreundlichen Maßnahmen bezüglich Mitnahmeeffekte auf andere Vogelarten der Feldflur.
Bereits am 16. Februar wurden das erste Mal dieses Jahr Uferschnepfen im Ochsenmoor gemeldet. Udo Effertz hat am 21. Februar 8 Stück gesichtet und Nachweisbilder gemacht. Hier sind also unsere ersten Uferschnepfen-Fotos aus dem Ochsenmoor für dieses Jahr.