Faszination Fernglas – Teil 8

… alles und immer beobachten? …

Als verantwortungsbewusster Naturfreund sollte man mit gutem Beispiel vorangehen. Man wird gesehen und wahrgenommen. Was der da mit seinem Fernglas anschaut, das wird schon ok sein, der kennt sich aus. So sieht man Dich in der Natur. Du wirst einsortiert. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen.

Also worum geht es konkret? Darf ich immer alles beobachten oder gibt es „Spielregeln“? Ganz klar, es gibt Spielregeln! Störe Niemanden und nichts durch Deine Beobachtungen. Einerseits gibt es feste Bestimmungen: z. B. militärische Zonen. Wer dort von außen intensive Natur Beobachtungen macht, der wird von den Schutzkräften schon mal nach dem Ansinnen seiner Tätigkeit gefragt. Oder nehmen wir die Naturschutzgebiete, die teils immer gesperrt oder zu gewissen Zeiten gesperrt sind. Diese Grenzen sind nicht zu überschreiten – von außen reinblicken – kein Problem. Ich selbst wurde intensiv von einem Werkschutz bei Daimler-Benz befragt, weil ich mehrfach den Wanderfalkenkasten am Fabrikschornstein aus großer und erlaubter Entfernung observierte. Ein erklärendes Gespräch verschaffte den Aufsichtskräften Klarheit. Keiner ist keinem böse.

Es gibt aber auch Grenzen, die man sich selbst setzten sollte. Halte Abstand zu Tieren und Vögeln, um sie nicht zu beunruhigen. Du erkennst schnell, wenn sie unruhig und nervös werden – vorsichtiger Rückzug ist angesagt. Moralische Aspekte spielen auch eine Rolle. Der seltene Kleinvogel auf einem Friedhof z. B. sollte nicht zum Tourismus für Gleichgesinnte werden. Grundstückgrenzen und Betretungsverbote müssen immer beachtet werden. Ich denke da z. B. an den Hotspot Helgoland zu gewissen Zeiten. Man ist dort als Gast und Naturfreund gern gesehen – die dort lebenden Menschen und deren Privatsphäre gilt es zu achten.

Vorbild sein bedeutet eben auch mal zu verzichten und den Rückzug antreten. Das macht Dich als verantwortungsbewussten Naturfreund aus.

Mit Grüßen aus der Natur von Jürgen

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