Kranichzug

Bericht und Aufruf zum Kranichzug von Werner Brinkschröder und Bernhard Hülsmann (42./ 43. Kalenderwoche)

Foto: W. Brinkschröder/ B. Hülsmann

Hallo, liebe Kranichfreunde,

zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für die nationalen und auch EU-weiten Daten und Interessenbekundungen an der „Osnabrücker Kranichroute“. Wie sind erstaunt, dass unsere infos inzwischen eine solche Verteilung erreicht haben.

Schon Ende September/Anfang Oktober erreichten uns recht „nachdenkliche“ Informationen. In vielen, ansonsten von Kranichen gut besuchten Rastplätzen wurden uns teils nur geringe Rastbestände mitgeteilt. Als Gründe dieser Bestandsveränderungen wurden von den Zählern vor Ort vorrangig die Trockenheit in den Mooren, das verringerte Nahrungsangebot, Wechsel in der Bewirtschaftungsform der Nahrungsplätze und vor allen Dingen die Verbirkung der Moore genannt. Bei der Verbirkung der Moore wurde vor allen Dingen die unzureichende Pflege der Moore durch Naturschutzvereine bemängelt.

Die Aussagen zum „geringen“ Kranichdurchzug änderten sich schlagartig am Freitag (16. 10. 2026) und  den folgenden Tagen.  Am Samstag wurden schon in den Morgenstunden und dann zunehmend in den Vormittagsstunden zahlreiche Kranichbeobachtungen gemeldet. Auf der Osnabrücker Route vollzog sich der Zug vorwiegend in der Schneise Lotte (NRW) bis Melle (Nds). Die Kraniche flogen bei herrlichem Sonnenschein und geringem Ostwind in der Regel sehr hoch in Richtung SW. Der Zug ebbte dann, wie immer, gegen 13.30 Uhr ab. Aufgrund der Meldungen und der Aussortierung wahrscheinlicher Doppelzählunen ist uns eine genaue Durchzugszahl noch nicht möglich. Man kann jedoch davon ausgehen, dass inzwischen weit mehr als 10.000 Kraniche den Großraum Osnabrück überflogen haben.

Am gestrigen Montag war es wieder sonnig und es herrschte Ostwind, also ideales Kranich-Zugwetter. Gegen 12.30 Uhr setzte auf der Osnabrücker Route wieder das übliche Zuggeschehen ein.

Die anfänglich von den Kranichzählern vetretene Meinung, dass der Kranichzug in diesem Jahr vergleichsweise früh beginnt, zumal das Wetter bisher doch recht angenehm warm war, konnten wir durch unsere seit Jahren geführte Übersicht „Hauptzugtage“ entkräften.  Der Zugbeginn ist auch in diesem Jahr wieder völlig im Zeitrahmen. Alljährlich werden auf der Osnabrücker Route die ersten Zughöhepunkte Mitte Oktober verzeichnet. Der weitere Höhepunkt des Durchzugs etwa Mitte November wird sicherlich wieder spannende Daten ergeben.        

Warten wir den weiteren Zugverlauf ab.

Wir beobachten, notieren und informieren…..

Weiterhin viel Erfolg!

Bernhard Hülsmann und Werner Brinkschröder

Foto: W. Brinkschröder/ B. Hülsmann