Natur von ihrer stärksten Seite: ein Moorfrosch im Schnee im Oppenweher Moor am 13.02.2021

Text und Foto: Uta Lansing
Fotos, Beobachtungen und Infos aus der Dümmerniederung
Natur von ihrer stärksten Seite: ein Moorfrosch im Schnee im Oppenweher Moor am 13.02.2021

Text und Foto: Uta Lansing
Im Dievenmoor machen sich die Schneeglöckchen startklar. Sie müssen sich wohl noch etwas gedulden, wenn nächste Woche der Winter noch mal richtig zuschlagen will. Punxsutawny Phil hat am Murmeltiertag schließlich seinen Schatten gesehen 😉

Seit 1997 wird auf Anregung der Unesco jährlich am 2. Februar der Welttag der Feuchtgebiete zur Erinnerung an die Ramsar-Konvention begangen. Ab Beginn der 1960er Jahre wurden Feuchtbegiete rücksichtslos entwässert, wodurch zum Beispiel die Bestände der Wat- und Wasservögel dramatisch reduziert wurden. Daraufhin wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran ein internationales Abkommen beschlossen, das zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume verpflichtet. Deutschland ging diese Verpflichtung 1976 ein. Die 34 nach der Ramsar-Konvention geschützten Gebiete in Deutschland sind insbesondere als Lebensraum für die Vogelwelt zu erhalten. Der Dümmer und die Diepholzer Moorniederung gehören zu diesen Gebieten.
Der Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Wert und die Bedeutung von Feuchtgebieten fördern.



Fotos: Ochsenmoor und Erlenbruch, Caroline Poitzsch
Zur Zeit sind sie sehr aktiv. Sie behaupten ihr Revier durch Flüge flankiert mit Rufen wie „krück-krück-krück“ und sitzen in hohen Bäumen an Ästen und Stämmen. Dort klingt ihr Ruf anders: „kliie-äh“. Krähengroß jedoch etwas schlanker und kantiger ist dieser schwarze Vogel mit der roten Haube und dem dominanten hellen Schnabel. Ich beobachte ihn in Wehrkamp nahe Dickel in einem lichten Buchenmischwald. Dort in den hochstämmigen alten Buchen hat er mehrere Nisthöhlen in 8m bis 12m Höhe gezimmert. In dem einen Jahr benutzt er die eine Höhle im nächsten Jahr die im Nachbarbaum. Dohlen nutzen zum Nisten die freien Höhlen und der Waldkauz findet hier Unterschlupf am Tage. Besonders jetzt vor der Beginn der Brutzeit sind sie sehr aktiv – oft sieht man zwei Schwarzspechte wie sie gemeinsam durchs Revier streichen und ihren Anspruch dadurch behaupten. Er trommelt in lauten und weit hörbaren Wirbeln.
Viele Grüße aus der Natur von Jürgen
Text: Jürgen Richter
Sehr bedeutend für die Wiedervernässung der Dümmerniederung sind die Stauanlagen, mit deren Hilfe die Wasserstände reguliert werden können. Im Winter werden die Wasserstände möglichst hoch gehalten, damit sich die Flächen regenerieren können.


Mitte März zu Beginn der Brutzeit der Wiesenvögel sollte das erwünschte Mosaik aus trockeneren und nasseren Bereichen ereicht sein, um allen Arten ideale Bedingungen für Nistplatz, Futtersuche und Jungenaufzucht bieten zu können.


Allerdings ist die Regulierung des Wasserstandes dabei eine Gratwanderung. Bei dem Zustand der Flächen spielen Niederschläge eine wichtige Rolle beim Erreichen der optimalen Vernässung. Ohne genügend Niederschlag kann der Wasserstand in den Gräben auf Niveau der Geländeoberkante eingestaut sein, ohne dass dies einen ausreichenden Einfluss auf die gesamten Flächen hätte, da die Verdunstung zu stark ist. In extrem niederschlagsreichen Wintern, können die Flächen dennoch extrem nass werden.

Im Jahresverlauf werden die Wasserstände abgesenkt, um eine Beweidung und Mahd der Flächen nach der Brutzeit zu ermöglichen. Bleiben Niederschläge dabei aus, trocknen die Flächen im Sommer stark ab und die Gräben führen nur noch wenig Wasser.

Der Erlenbruchwald im Ochsenmoor steht in starkem Kontrast zur den offenen Flächen des Schutzgebiets. Da Wiesenvögel bei der Wahl ihres Brutplatzes die Nähe von Gehölzen zum Schutz vor Prädatoren meiden, sind Bäume in den Niedermoorflächen eher unerwünscht. Zudem entziehen sie dem Boden das immer knapper werdende Wasser. Dennoch ist auch der Erlenbruchwald ein immer seltenerer Biotoptyp, der spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Als Bruchwald wird ein permanent nasser, zeitweilig überstauter, sumpfiger Wald bezeichnet. Auwälder sind hingegen von Fließgewässern mit einer starken Wasserstandsdynamik geprägt. Bei Überschwemmungen werden anorganische Elemente wie Sand und Schlick eingetragen und abgelagert, was bei Bruchwäldern kaum geschieht.

Im Erlenbruchwald ist die dominierende und namensgebende Baumart die Schwarzerle. Sie besitzt einen mit Stelzwurzeln versehenen Stammfuß und kommt dank ihrer Adventivwurzeln vergleichsweise besser mit den schwankenden und teils hohen Wasserständen ihres Habitats zurecht als andere Arten. Doch auch die Schwarzerle kann sehr starke Vernässung nicht ewig überleben, weshalb Erlenbruchwälder oft reich an Totholz sind. Stehendes Totholz kommt beispielsweise Spechten und anderen Arten, die ihre Nahrung im Holz suchen, zugute. Entstehende Baumhöhlen werden von Höhlenbrütern und auch Fledermäusen genutzt. Der überstaute Waldboden in Bruchwäldern ist für Kraniche ein gern genutzter Brutplatz. Sollte sich ein Nesträuber die Mühe machen, durch das Wasser zu waten, so ist sein Kommen zumindest schwerer zu überhören.

Der Prachttaucher auf dem Dümmer erfreut sich offensichtlich bester Gesundheit. M. E. halten sich zwei Prachttaucher auf dem See auf. –Werner Brinkschröder

Diesmal wurden die Impressionen im Süden des Südlohner Moores gesammelt. Während letzte Woche im nördlichen Südlohner Moor frühlingshafte Temperaturen von 8 bis 10°C herrschten, war das südliche Südlohner Moor heute zum Teil zu Eis erstarrt.







Fotos: Caroline Poitzsch






Im Steinfelder Moor war die Luft zu Beginn dieser Wocher von den Rufen der Kraniche und einiger Kolkraben erfüllt. Eine Gruppe von ca. 6-8 Kolkraben hatte sich in einem Baum niedergelassen, während zwei der Tiere mit Flugspielen beschäftigt waren. Die Balz der Kolkraben findet im Januar und Februar statt. Im Osten der Republik sind diese großen Vögel deutlich häufiger und oft auch mit weniger Scheu zu beobachten, als hier bei uns.
Leider waren die Fotobedingungen eher schlecht …




Fotos: Caroline Poitzsch