Seit dem Wochenende setzt langsam der Kranichzug wieder ein. Die Tiere kommen nun wieder aus ihren Überwinterungsgebieten zurück und sind auf dem Weg in ihre Brutgebiete. Von Tag zu Tag sieht und hört man an den klaren Tagen mehr Kraniche

Fotos, Beobachtungen und Infos aus der Dümmerniederung
Große und kleine Neuigkeiten, Geschichten und Erlebnisse.
Seit dem Wochenende setzt langsam der Kranichzug wieder ein. Die Tiere kommen nun wieder aus ihren Überwinterungsgebieten zurück und sind auf dem Weg in ihre Brutgebiete. Von Tag zu Tag sieht und hört man an den klaren Tagen mehr Kraniche

Wie bereits schon in der Zeitung angekündigt und inzwischen auch berichtet, hängen wir, in Kooperation mit dem Niederäschsischen Landesbatrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und dem Naturpark Dümmer e.V., weitere Fledermauskästen an den Aussichtstürmen am Dümmer auf. Letztes Jahr konnte eine Besiedlung fast aller bereits aufgehängter Flachkästen festgestellt werden.


Über diesen schnellen Erfolg, nach bereits 3 Jahren, bieten wir nun weitere Quartiermöglichkeiten in Form von Rundkästen an.

Der Verlust von geeigneten Quartieren durch die energetische Sanierungen und der Abriss leerstehender Gebäuden und ein erhöhter Brenn- und Nutzholzbedarf macht den Tieren zu schaffen. Die NUVD versucht potenzielle Quartiere zu schützen, aufzuwerten und zu errichten.
Diese Fledermauskäasten sind nur ein kleiner Teil unserer Arbeit, so haben wir in Lemförde einen Dachboden fledermausfreundlich gestaltet, in Lohne-Kroge einen alten Kartoffelbunker optimiert und in Brockum einen alten Feldschuppen hergerichtet und zusammen mit den Lemförder Berginteressenten potentielle Quartierebäume ausgezeichnet, die aus der forstlichen Nutzung genommen wurden.
Fotos: Christian Vogel
In Hüde ist der erste Frühlingsbote eingetroffen…

Jedes Jahr wieder wächst unsere Eisvogelwand an der Hunte zu und jedes Jahr stellen wir sie wieder frei. Vielleicht wird dieses Jahr ein Eisvogel einziehen, wie gestern berichtet (hier), ist der schöne blaue Vogel ja schon ganz in der Nähe.


Ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Unser Veranstaltungskalender 2019 ist online und kann hier eingesehen werden. Vielleicht sieht man sich ja auf einer der Exkursionen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Team der NUVD
Exkursionen und weitere Veranstaltungen 2019: http://nuvd.de/umweltbildung-und-naturerleben/termine
Aufgrund verschiedener Nachfragen sind im folgenden die aktuellsten, offiziellen Zahlen zu den Wintergänsen gelistet.
Die Zahlen zu den, im Dümmergebiet, rastenden Gänsen sind vom 22./23.12.2018 und umfassen 18.792 Vögel. Diese teilen sich auf in:
Weißwangengans (Nonnengans): 11
Blässgans: 16852
Graugans: 1928
Brandgans/Brandente: 1
Die gezählte Fläche beträgt dabei 4.600 ha.
Am Alfsee konnte eine Graugans mit rotem Halsring beobachtet werden. Vermutlich stammt diese Gans von einem tschechischen Projekt.
Sollten Sie weitere Beobachtungen dieser Gänse machen, können diese unter geese.org gemeldet werden. Über Hinweise zu Beobachtungen, besonders auch am Dümmer, würden wir uns in den Kommentaren sehr freuen.
Heute setzte ein starker Kranichzug ein. In breiter Front zogen Kraniche in südwestliche Richtung.
Werner Brinkschröder aus Belm dokumentiert das Zuggeschehen im Frühjahr und Herbst seit mehreren Jahren sehr umfangreich und freut sich für die daraus entstehenden Sammelberichte über Zugbeobachtungen aus der Diepholzer Moorniederung und dem Großraum Osnabrück, am besten mit Anzahl, Uhrzeit und Zugrichtung.
Kontakt: brinkschroeder.werner@web.de
Sonntag (07.10.2018) war im Großraum Osnabrück erster nennenswerter
Kranichzug in Richtung SW zu verzeichnen.
Ebenfalls guter Zug von Rotmilanen, leider waren die Exemplare bei dem ruhigen Wetter alle sehr hoch.


Im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt das Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden eine wissenschaftliche Erhebung zur Erfassung der genetischen Diversität der Schleie (Tinca tinca) in den Haupt-Flussgebietseinheiten Deutschlands durch. Ziel ist die Identifizierung genetisch eigenständiger Populationen sowie der langfristige Erhalt dieser genetisch und phänotypisch regional angepassten „evolutionären Einheiten“.
Aufgrund der guten Kenntnisse des Gebiets und der Fischbestände wurde die NUVD vom Fachdezernat Binnenfischerei des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) als Ansprechpartner für eine Befischung in der Dümmerregion benannt.
Nach vorheriger Abstimmung und Gewässerauswahl fand nun die Befischung statt. Dafür wurde als aussichtsreichste Stelle zunächst ein Stillgewässer im Bereich der Südbucht ausgewählt.
Dabei kam die Elektrofischerei zum Einsatz. Mit einem speziellen Kescher wird ein Spannungsfeld im Wasser erzeugt, das bei den Fischen eine unwillkürliche Bewegung hin zum Kescher erzeugt und diese schließlich immobilisiert, sodass sie leicht eingesammelt werden können. Auch wenn es sich nicht so anhören mag, ist es eine sehr schonende Fischfangmethode, die jedoch streng reguliert ist und einer mehrtägigen Schulung sowie einer behördlichen Genehmigung für jede Befischung bedarf.
Dass es in dem ausgewählten Gewässer Schleien gibt, zeigten bereits mehrere tote Exemplare am Ufer, also wurde die Befischung optimistisch begonnen.
Zunächst wurde vom Boot gefischt, ein schmalerer Teil des Gewässers mit mehr Bewuchs wurde anschließend watend befischt.
Obwohl sicherheitshalber der ganze Tag und mehrere Gewässer für die Befischung eingeplant waren, wurde bereits nach etwa einer Stunde die erforderliche Gesamtzahl von Schleien erreicht, sodass anschließend die Beprobung der Fische durchgeführt werden konnte.
Hier im Bild ist eine mittelgroße, mehrjährige Schleie zu sehen. Die Fische wurden zunächst gewogen und vermessen, anschließend wurde ein kleines Stück der Bauchflosse entnommen, um daraus die benötigten genetischen Informationen gewinnen zu können. Auf der rechten Scherenklinge ist das entnommene Flossenstück zu erahnen.
Zudem wurde die Befischung genutzt, um weitere Informationen über den Fischbestand zu gewinnen. So wurden neben Plötze, Aal und Hecht sowie zahlreichen Kamberkrebsen auch mehrere Steinbeißer gefangen. Diese zählen zu den prioritären Arten im niedersächsischen Fischartenschutz und werden zudem im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt.
Text und Fotos: Marcel Holy