Eindrücke aus dem Moorwald

Im Aschener/ Heeder Moor dürfen wir Lebensraum verbessernde Maßnahmen für die Schlingnatter planen und umsetzen. Der Bereich, um den es geht, ist bewaldet und erstmal nicht für die Wiedervernässung vorgesehen. Wir wollen den Wald an geeigneten Stellen auflichten und so für mehr Besonnung für die Schlingnatter sorgen. Schnittgut kann, geschichtet zu Totholzhaufen, als Versteck für Schlingnatter und andere Arten dienen.

Es gibt Waldbereiche, die schon relativ licht sind, dort kann mit wenig Aufwand für mehr Sonnenlicht am Boden gesorgt werden. Habitatbäume, also Bäume mit Höhlen oder Spalten, sollen natürlich stehen bleiben.

Besonders interessant für die Auflichtungsmaßnahmen sind Bereiche mit südexponierten Geländekanten – links im Bild – sowie Bereiche mit Heidevegation und offenen Bodenstellen – rechts im Bild. Solche Strukturen bieten für die Schlingnatter verschiedene Möglichkeiten zum Verstecken, zur Thermoregulation und in den Geländekanten finden sich auch Spalten, die als Winterverstecke dienen können.

Bei der Begehung fanden sich an mehreren Stellen dicke Bestände der Krähenbeere. Die Krähenbeere ist ein zu den Heidekrautgewächsen zählender Zwergstrauch, der saure Böden mag und bei uns an waldfreien Standorten vorkommt. Da bleiben fast nur Dünen und Hochmoore. Folglich wächste die Krähenbeere fast nur noch in Naturschutzgebieten. Zugegeben, besonders waldfrei ist es an den Standorten auf den Bildern nicht. Die Krähenbeere hat sich von den Birken und Kiefern noch nicht verdrängen lassen.

Schlingnattern haben sich bei der Gelegenheit nicht blicken lassen. Ein bisschen tierisch war es trotzdem, da es auch hier fast nicht möglich ist, einen Schritt zu machen, ohne durch ein Spinnennetz zu laufen. Daher die Dekoration in Junos Gesicht. Hirschlausfliegen waren auch unterwegs, etwas unangenehme Zeitgenossen – persönliche Meinung…
Laufkäfer sind dagegen immer gern gesehen auf Begehungen im Hochmoor. In diesem Fall war es ein hübscher Feld-Sandlaufkäfer.

Ufer-Laufkäfer

Letztes Jahr konnte im Südlohner Moor ein Ufer-Laufkäfer Carabus clatratus beim Verspeisen eines Frosches beobachtet werden. Dieses Exemplar im Goldenstedter Moor war bei der Sichtung schon fast im Winterruhemodus und hat keine besondere Show geboten. Trotzdem ist es natürlich schön, einem seltenen Insekt zu begegnen. Der Ufer-Laufkäfer wird deutschlandweit als stark gefährdet auf der Roten Liste in Kategorie 2 geführt. In Niedersachsen kann der Ufer-Laufkäfer noch in größeren Häufigkeiten auftreten. Er ist hier hauptsächlich in den Torfmooren zu Hause, wo er seichte Wasserflächen findet, die er für seine Nahrungssuche braucht. Unter den Flügeldecken kann der Ufer-Laufkäfer Luftdepots mitnehmen, die es ihm erlauben für mehr als 15 Minuten unter Wasser zu bleiben und dort zu jagen.

Ufer-Laufkäfer im Goldenstedter Moor (Foto: Caroline Poitzsch)