Nachdem in den Jahren 2023 und -24 die Niederschläge weit über dem Durchschnitt lagen und der Dümmerpegel anstieg, fiel im gesamten letzten Jahr gerade mal 80% der durchschnittlichen Regenmenge. Besonders der trockene Frühling und der milde Herbst sorgten dafür, dass es jetzt rund um den See an Wasser fehlt. Die großen Feuchtwiesen im Ochsenmoor und deren Bewohner sind allerdings auf diese Regenfälle angewiesen. Besonders für die vielen Limikolen bieten die weiten Offenflächen essenzielle Brutgebiete und durch den weichen Boden das richtige Nahrungsangebot, ein Zustand, der nur durch die jährliche Überflutung der Wiesen besteht. Um ihren Lebensraum zu erhalten, können die Wiesen mithilfe von Be- und Entwässerungsgräben gezielt geflutet werden, sodass sogar artspezifische Habitate geschaffen werden können. Möglich ist dies natürlich nur, wenn der Wasserstand hoch genug ist. In der Regel kommt das, in den Sommermonaten verdunstete Wasser, im Winter wieder zurück, sodass im Frühling mit überschwemmten Feldern und Wegen zu rechnen ist. Da die Regenfälle aber immernoch ausbleiben, ist dies nicht mehr, als eine weit entfernte Vorstellung.
Januar: 2022
Wie im Bild zu sehen, stand das Wasser bis zum Rand des Entwässerungsgrabens.

Januar: 2026

Zur selben Zeit in diesem Jahr steht das Wasser in den Gräben weit unterhalb der Böschung, weshalb viele der Wiesen nicht Geflutet werden Können. An ein paar Stellen sind die ersten Flächen allerdings wieder überschwemmt und beherbergen zur Zeit große Entenscharen. Verbunden mit dem starken Schneefall der letzten Wochen, ein schöner Anblick, der die Vorfreude auf ein hoffentlich bald überflutetes Ochsenmoor und seine Bewohner weckt.
