Die Limikolen sind zwar noch nicht zurückgekehrt – sie würden es im Moment wohl auch etwas zu nass finden im Ochsenmoor, etwas zu entdecken gibt es aber trotzdem.




Alle Fotos: Udo Effertz
Fotos, Beobachtungen und Infos aus der Dümmerniederung
Große und kleine Neuigkeiten, Geschichten und Erlebnisse.
Die Limikolen sind zwar noch nicht zurückgekehrt – sie würden es im Moment wohl auch etwas zu nass finden im Ochsenmoor, etwas zu entdecken gibt es aber trotzdem.




Alle Fotos: Udo Effertz
Der 2. Februar ist seit 1997 auf Anregung der UNESCO Welttag der Feuchtgebiete. Er soll jährlich an die Ramsar-Vereinbarung erinnern, die 1971 im Iran beschlossen wurde. Der Dümmer und die Diepholzer Moorniederung sind eines von 34 Ramsargebieten in Deutschland.
Die Ramsar-Vereinbarung wurde getroffen, um die radikale Trockenlegung wertvoller Lebensräume zu verhindern, die bis dahin in vielen Gebieten normal war. Heutzutage kommt den Feuchtgebieten eine immer wichtigere Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu, da sie in einem guten Erhaltungszustand viele Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) speichern können.

Zur Zeit wieder ein sehr beliebtes Fotomotiv: der Schlafbaum der Waldohreulen in Hüde. Hier kann es schonmal vorkommen, dass den Fotografen etwa zehn Waldohreulen kritisch beobachten. Ob das Entdecken auch andersherum so gut funktioniert, sei einmal dahingestellt.



Henricus liest wohl den Dümmer Natur-Blog!? Bei einer kurzen Überprüfung des aktuellen Standorts der Uferschnepfe zeigte sich, dass Henricus am Abend des 3. Januar, also direkt nachdem der kleine Bericht zu den besenderten Uferschnepfen hier im Blog erschienen ist, vom Senegal nach Spanien aufgebrochen ist. Dort hält er sich im Moment im Nationalpark Coto de Doñana auf.
Laut globalflywaynetwork.org hält sich die Uferschnepfe Imke seit etwa einer Woche auf der Westfriesichen Insel Ameland auf. Demnach ist sie am 4. Januar in Mauretanien gestartet und ohne Zwischenstopp in die Niederlande geflogen.
Update: Jetzt, einen Tag nach dem Verfassen der obigen Nachricht, kommt Imkes Signal aus Portugal aus der Nähe des Reserva Natural do Estuário do Tejo. Die Technik treibt wohl manchmal ihre Späße. Zumindest müssen wir uns jetzt keine Sorgen machen, Imke könnte sich aufgrund ihrer verfrühten Rückreise erkälten.
Wir wünschen ein frohes neues Jahr allerseits! Zum Jahresbeginn schauen wir mal, was die Uferschnepfen gerade machen.
Im Rahmen des LIFE+ Natur Projekt: „Wiesenvögel“ hat der NLWKN in Zusammenarbeit mit der Universität Groningen, Niederlande, seit 2018 in jedem Jahr Uferschnepfen mit kleinen, fünf Gramm leichten Satellitensendern ausgestattet. Und zwar sowohl Alt- als auch Jungvögel. Die Sender besitzen einstellbare Schlaufen, durch die die Beine der Vögel gesteckt werden, sodass die Sender wie ein Rucksack getragen werden. Aus der Entfernung ist meist nur die dünne, 21 cm lange Antenne zu erkennen.
Die Daten, die dank dieser Sender erhoben werden können, liefern wertvolle Einblicke in das Zugverhalten zwischen den Überwinterungs- und den Brutgebieten. Auch Ortswechsel während der Brutzeit oder im Überwinterungsgebiet können mitverfolgt werden. Mit dem Wissen über konkrete Zugrouten und Rastgebiete können die potenziellen Gefahren, denen die Vögel auf ihrer Reise ausgesetzt sind, besser abgeschätzt werden. Eine gezielte Einflussnahme auf bestimmte Faktoren wird so erst möglich.
Auch individuelle Unterschiede im Zugverhalten werden so aufgedeckt. Während einige Vögel mehrere Zwischenstopps einlegen, fliegen andere nonstop vom Dümmer bis in die Überwinterungsgebiete im westlichen Afrika.
Im Jahr 2021 wurde bei der Uferschnepfe „Zola“ eine zweite Brut in einem anderen Schutzgebiet festgestellt. Nachdem sie im Osterfeiner Moor ihre Brut verloren hatte, wechselte sie in die Bleckriede und zog dort zwei Küken groß. Ob sie ihr Männchen vom Dümmer mitgenommen hat, ist unklar.
Werner Brinkschröder hat im vergangenen Mai den Sendervogel „Henricus“ im Ochsenmoor abgelichtet.

Auf der Website zum Wiesenvögel LIFE-Projekt finden sich nicht nur Hintergrundinformationen zum gesamten Projekt, sondern unter anderem auch ein Link zur Nachverfolgung der Sendervögel: https://www.wiesenvoegel-life.de/sendervoegel/ (Kleine Warnung: das Laden der verlinkten Seite im global flyway network funktioniert nicht immer, dann einfach an einem anderen Tag noch mal versuchen.)
Die Senderdaten zeigen, dass Henricus am 22.6.2021 vom Dümmer nach Westfrankreich geflogen ist. Am 25.6. erreichte er Nord-Ost-Spanien und Anfang Juli dann Süd-Ost-Spanien. Von dort aus brach er anscheinend am Abend des 14.8. Richtung Afrika auf. Er erreichte Mauretanien am frühen Morgen des 16.8 und sendete aus dem Senegal zum ersten Mal am 18.8.2021 ein Signal. Seitdem reist er im Grenzgebiet von Mauretanien und dem Senegal umher und nutzt unterschiedliche Gebiete für seine Überwinterung. Das letzte Signal wurde am 2.1.2022 von einem Standort im Nordwesten des Senegals, rund 10 km südlich der Grenze zu Mauretanien gesendet. Im Nationalpark Djoudj, der das drittgrößte Vogelreservat der Welt bildet, war Henricus aber anscheinend noch nicht.
Nun können wir gespannt warten, wann Henricus und seine Kollegen sich wieder auf den Weg zu uns machen.
Liebe Leser,
das Team der NUVD bedankt sich ganz herzlich bei allen ihren Einsendungen und Kommentaren, wir hoffen, dass auch in diesem Jahr der Dümmer Naturblog Ihnen viel Freude bereitet hat.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2022.
Bis nächstes Jahr!

Weil es auch ohne Nebel geht und sooo schön aussieht, kommen hiermit gleich nochmal eisige Weihnachtsgrüße an alle Leser!


Außer Weiß ist fast nichts zu sehen. Das müsste doch als Weiße Weihnacht durchgehen … wenn es denn am Ende der Woche auch so aussieht …
Auch ohne Weiß wünschen wir allen Lesern schon jetzt fröhliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie bereits in der vergangenen Jahren haben wir auch 2021 wieder eine Zählung der Silberreiher auf ihrem Weg zu den Schlafplätzen durchgeführt.
Am 11.11.2021 haben sich 11 Mitglieder und Mitarbeiter der NUVD rund um den Dümmer positioniert und bei bedeckten Himmel und 8°C Lufttemperatur in der Abenddämmerung den Einflug der Silberreiher zu erwarten.
Zwischen 16:15 und 17:30 Uhr wurden 151 Silberreiher gezählt, davon suchten 129 ihren Schlafpaltz am Dümmer auf und 22 im Hüder Fladder.

Trotz der deutlich geringeren Zahl zu den Vorjahren überraschte uns das Ergebnis wenig, da wir bereits den Eindruck hatten, dass sich weniger Silberreiher im Gebiet aufhalten als in den Jahren zuvor.
Im Jahre 2019 zählten wir 340 Individuen und 2020 238 Indivduen dieser großen Vögel. Warum ein solcher Rückgang zu verzeichnen ist, wissen wir aktuell nicht, aber mit der Unterstützung unserer ornithologisch interessierten Mitglieder erfragen wir aktuell die Situationen in anderen Gebieten, ob dort ähnliche Beobachtungen gemacht wurden.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Helfern und hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder mehr Silberreiher im Herbst und Winter begrüßen können.
Das der Biber in der Lohne ist, wissen wir bereits seit 2 Jahren, nun sind auch die ersten Fotos und Spuren des Landschaftsbildners im Dümmer aufgetaucht.

Der europäische Biber war lange Zeit sehr selten in Deutschland und seine Ausbreitung begann erst Anfang der 1990er Jahre, so dauerte es gut 30 Jahre bis er auf natürliche Weise aus dem östlichen Deutschland bis zu uns in den Dümmer gekommen ist.
Als Landschaftsgestalter ist er in vielen Teilen nicht sehr beliebt, durch seine Dämme kann er ganze Flusssysteme verändern und Landstriche Unterwasser setzen. Wie sich die Situation hier entwickelt muss jetzt genau beobachtet werden, so dass bereits im Vorfeld auf mögliche Konflikte reagiert werden kann.
Allerdings hat seine Anwesenheit auch gute Seiten, sein Appetite auf die Rinde von Weiden hilft uns z.B. bei der Beseitigung von Gehölzen im Röhrichtbereich des Dümmers.
