Herbstliches Hochmoor

Der Herbst spielt auch im Hochmoor sein ganzes Können in Sachen Malerei aus. An den Bäumen im Hintergrund lässt es sich erahnen: das Bild ist schon eine Woche alt. Inzwischen hat sich das Farbenspiel gewiss schon wieder verändert. Für die roten Farbtupfer im Bild sorgt übrigens das Schmalblättrige Wollgras Eriophorum angustifolium.

Südlohner Moor (Foto: Caroline Poitzsch)

Dreifarben-Glanzstar

Ein farbenfroher Exot wurde in den letzten Tagen in Dielingen An der Klapphake gesehen. Es handelt sich um einen Dreifarben-Glanzstar, der laut Wikipedia „Savanne, Busch, Ackerland, Stadtränder und Stadtgebiete in Äthiopien, Somalia, Uganda, Kenia und Tansania bewohnt“. Vermutlich ist dieses Exemplar also irgendwo ausgebüchst.

Dreifarben-Glanzstar in Dielingen (Fotos: Frauke Sacher)

Versteckte Ringelnatter

Die halbmondförmigen Flecken am Kopf, die die Ringelnatter unverwechselbar machen, kann man hier geradeso erahnen. Diese Schlangen werden etwa 80 bis 120 cm lang. Trotz der beachtlichen Größe sind sie für den Menschen vollkommen ungefährlich . Sogar untereinander verhalten sich diese Tiere friedlich.

Die Hauptnahrung der Ringelnatter sind Amphibien, weshalb sie vor allem in Feuchtgebieten und deren Umgebung anzutreffen ist. Besonders die Weibchen folgen aber ihrer potenziellen Beute nach der Laichperiode in die Landlebensräume und sind dann auch in einiger Entfernung von Gewässern zu finden.

Ringelnatter in einem Garten in der Nähe der Naturschutzstation (Foto: E. Emshoff)

Käfer frisst Frosch

Der Ufer-Laufkäfer Carabus clathratus lebt räuberisch und kann sogar unter Wasser auf die Jagd gehen. Dazu nimmt er sich ein Frischluftdepot unter den Flügeldecken mit. Das Fröschlein im Bild hat der Käfer also vermutlich selbst erlegt. In Niedersachsen und Deutschland wird der Ufer-Laufkäfer als stark gefährdet auf der Roten Liste 2 geführt.

Ein Ufer-Laufkäfer frisst einen kleinen Frosch, Südlohner Moor. (Foto: Caroline Poitzsch)

Initialstadien der Renaturierung

Im Südlohner Moor sind verschiedene Stadien der Regeneration zu sehen. Es gibt Flächen, auf denen die Abtorfung erst vor kurzem beendet worden ist. Auf anderen Flächen hat sich über die Zeit bereits teilweise wieder eine Struktur aus Bulten und Schlenken gebildet. Die Flächen auf den Fotos gehören in die erstgenannte Kategorie.

Diese Fläche wurde erst vor kurzem nach der Abtorfung eingeebnet und mit Dämmen umgeben, um das Wasser zu halten.
Dies ist die Nachbarfläche der Fläche oben. Sie ist nur durch einen kleinen Damm abgetrennt. Hier hatte die Vegetation schon etwas mehr Zeit, sich zu entwickeln.

Fotos: Caroline Poitzsch

Die Heide blüht

Das blühende Heidekraut verwandelt zur Zeit viele Flächen im Südlohner Moor (und auch woanders) in einen Traum aus Pink und Violett. Für das Moor ist das eigentlich kein so gutes Zeichen, denn optimaler Weise ist Hochmoor für die Heidekrautgewächse eigentlich zu nass. Die blühenden Flächen befinden sich daher in einem Hochmoor-Degenerationsstadium. Es sieht trotzdem schön aus, darum hier ein paar Fotos.

Übrigens: Was hier auf den Fotos blüht ist die Besenheide Calluna vulgaris. Die Bezeichnung „Erica“ im Blumenhandel bezieht sich auf die gesamte Familie der Heidekrautgewächse, die Ericaceae. Erica tetralix ist die Glockenheide, die es etwas feuchter mag und ebenfalls zur Zeit im Moor blüht.

Foto: Christian Vogel
Foto: Caroline Poitzsch
Foto: Caroline Poitzsch