Die Tiere im Hochmoor sind nicht immer leicht zu entdecken.
Wenn man bei der Schlingnattererfassung unter ein künstliches Versteck schaut, ist es nicht immer gleich offensichtlich, ob eine Schlingnatter darunter liegt. Also einen Moment Zeit nehmen und genau hinschauen.
Schlingnatter unter künstlichem Versteck
Die Moorfrösche verraten sich manchmal durch große Sprünge, sonst blieben auch sie gut verborgen.
Moorfrosch
Die Wespenspinnen sind dagegen nicht so leicht zu übersehen. Jetzt im Sommer haben sie überall am Gras und an den Zwergsträuchern ihre Netze gespannt. Man kann kaum einen Schritt machen, ohne Gefahr zu laufen, eines zu zerstören.
Wespenspinne
Die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges ist zwar recht auffällig gefärbt, in der Vegetation aber doch erstaunlich gut versteckt. Dieses Exemplar passt mit seinen rosa Gnubbeln wunderbar in die Besenheide.
Ein weiterer Schwerpunkt in unserer Arbeit als ökologische Station ist der Schutz der Hochmoore. Die Diepholzer Moorniederung mit seinen 15 Hochmooren mit einer Fläche von 24.000 ha bildet einen Schwerpunkt im niedersächsischen Hochmoorschutz. Wir konzentrieren uns dabei auf die beiden Mooren Steinfelder Moor und Südlohner Moor.
Wollgras im Südlohner Moor (Foto: Chrsitian Vogel)
Durch Entwässerung und industriellen Torfabbau, der teilweise noch
stattfindet, wurden sämtliche Hochmoore im Kooperationsgebiet größtenteils
stark verändert.
Die ursprünglich vorhandenen Pflanzengesellschaften und Lebensraumtypen
werden heute großflächig durch monotone Pfeifengras- und Moorbirkenbestände
ersetzt. Diese bieten Schlangen kaum geeignete Sommerlebensräume mit Sonnen-,
Paarungs- und Eiablageplätzen. Raubwürger finden nur noch wenige der zur
Nahrungssuche benötigten niedrigwüchsigen und lückigen Vegetationsbereiche mit
eingestreuten Ansitzwarten.
Flächen in der Abtorfung (Foto: Christian Vogel)
In den nicht maschinell abgetorften Randgebieten der Hochmoore finden
sich Bereiche, in denen typische Strukturen und Pflanzenarten erhalten
geblieben sind, jedoch durch Entwässerung und teils starkes Gehölzaufkommen
gefährdet sind.
Glockenheide im Steinfelder Moor (Foto: Christian Vogel)
Unser Projekt teilt sich dabei in vier verschiedene Schwerpunktbereiche:
Durch Bestandserfassungen der Brutvogelarten
und Winterreviere (insb. Raubwürger) soll die weitere Entwicklung der
Moorgebiete im Zuge der bereits laufenden und weiter anstehenden
Renaturierungsmaßnahmen dokumentiert werden und durch flächen- und gebietsbezogene
Konzepte die weitere naturschutzfachliche Entwicklung gestaltet werden.
Beweidungen in Zusammenarbeit mit dem
Archehof Rolfes aus Steinfeld-Holthausen stellen sicher, das bereits
entkusselte Flächen und gehölzfreie Flächen nicht verbuschen und den hochmoortypischen
Artengesellschaften Lebensraum bieten. Ein fortlaufendes Monitoring zur
Beurteilung der Maßnahmen findet begleitend statt.
Lebensraumverbessernde Maßnahmen für die
Schlingnatter. Sie besiedelt heute ebenfalls vielfach die verbliebenen,
größtenteils degenerierten Hochmoore und Moorheiden aber auch lichte
Waldbereiche, Sandheiden, Bahntrassen, Ruderalfluren und Bodenabbaugebiete.
Die Maßnahmen werden ebenfalls mit einem Monitoring begleitet.
Der letzte Schwerpunkt liegt in der
Bearbeitung von Fragestellungen die uns durch den Landkreis Vechta oder durch
das NLWKN angetragen werden. Als unsere Kooperationspartner in der Landschaftspflege
bearbeiten wir gelegentlich spezielle Fragestellungen für diese Institutionen,
so wird aktuell einen neue Biotoptypenkartierung für beide Moore durchgeführt.
Bei der Bestandserfassung der Brutvogelarten können wir inzwischen Bruten von Kranich, Ziegenmelker, Neuntöter, Schwarzkehlchen und weiteren hochmoortypischen Arten verzeichnen. Diese finden vor allem in den renaturierten und gepflegten Bereichen statt. Auch können inzwischen jährlich Winterreviere der Raubwürger festgestellt werden, leider warten wir noch immer auf die erste Brut dieser Art.
Raubwürger auf einem Zaunpfahl (Foto: Werner Brinkschröder)
Bei der Pflege der Fläche werden wir vom Archehof Rolfes unterstützt und würden diese Zusammenarbeit gerne weiter ausbauen, dazu läuft aktuell ein Crowdfundingprogramm. Weitere Infos dazu finden Sie hier: http://nuvd.de/projekte/hochmoorschutz oder sie spenden direkt hier:
Das Schlingnatterprojekt ist unser neuster Schwerpunkt. In der Vergangenheit wurden nur stichprobenartige Kartierungen in den Mooren durchgeführt. Seit 2019 wurden jetzt aber die ersten Lebensraumverbessernde Maßnahmen im Rahmen des IP-Life Atlantische Sandlandschaften umgesetzt und für die nächsten eineinhalb Jahre ist ein weiteres Projekt zur Bestandserfassung und Lebensraumverbesserung der Schlingnatter beantragt.
Aufschichten von Torfhaufen als Versteck- und Sonnmöglichkeit für Schlingnattern mit der Umwelt AG der Von-Sanden-Schule Lemförde (Foto: Anje Teerling).