Räumarbeiten am Qualmwassergraben und Marler Graben

Dem einen oder anderen ist sicher bereits aufgefallen, dass am Qualmwassergraben im Bereich der Hüder Saatkrähenkolonie derzeit mit schwerem Gerät gearbeitet wird. Man nutzt die anhaltende Trockenheit, um den ansonsten kaum befahrbaren Räumstreifen von Gehölzen zu befreien. In den letzten Jahren war eine durchgehende Unterhaltung des Qualmwassergrabens nicht mehr möglich, was bereits zu Klagen von Anwohner aufgrund der Vernässung von Grundstücken und Kellern geführt hat. Derzeit stellt ein Bagger die Trasse zwischen der Straße „Am Ochsenmoor“ und dem „Netzsegen“ im Bereich der Holzbrücke über den Marler Graben wieder her. Anschließend sollen ggf. auch noch Unterhaltungsarbeiten am stark verschlammten Marler Graben folgen.

Foto: M. Holy

Einen „Großangriff“ gibt es dann noch in der Verlandungszone des Dümmers – hier soll der niedrige Wasserstand genutzt werden, um großflächig Gehölze aus dem Röhricht zu entfernen. Hierzu hat der NLWKN eine Pressemitteilung herausgegeben.

 

Röhrichtbrand

Am Westufer des Dümmers kam es kürzlich zu zwei Bränden in der Verlandungszone. Dabei brannten ca. 1,3 ha Schilf, Seggen und Weidengebüsch ab. Nachdem am 31. Juli der erste kleinflächige Brand zunächst gelöscht wurde, flammte das Feuer am 5. August wieder auf und machte erneut einen großen Feuerwehreinsatz notwendig. Die Ursache beider Brände ist ungeklärt – ermöglicht wurden sie in diesem Umfang aber sicher durch die extreme Trockenheit. Spannend wird nun die weitere Entwicklung der Brandfläche.

Am 31.7. brannte zunächst der nördliche, in Ost-West-Richtung verlaufende Teil ab. Am 5.8. setzte sich der Brand nach Süden fort.

Freud und Leid bei Trockenheit

Die lang andauernde Trockenheit hat Vor- und Nachteile für See und Umland.
In Lembruch musste nach mehrjähriger Entspannung wieder ein Blaualgen-bedingtes Badeverbot verhängt werden. Steigende Wassertemperaturen und absterbende Blaualgen können zu niedrigen Sauerstoffgehalten führen und kritisch für Fische werden. Hoffen wir, dass wir „mit einem blauen Auge davon kommen“
Für das Schilf mag sich ingegen an der einen oder anderen Stelle die Gelegenheit ergeben, sich durch die Keimung von Samen oder die Ausbreitung über Leghalme in trocken gefallene Uferbereiche auszubreiten. Zum Ausgleich der massiven Röhrichtverluste der letzten Jahre wäre dies sehr wichtig. Aquatische Röhrichtbestände sind mittlerweile Mangelware am Dümmer.
Die schlammigen Ufer in der Südbucht werden nun hingegen von ziehenden Limikolen genutzt.

Niedriger Wasserstand und trocken gefallene, schlammige Uferbereiche in der Südbucht

Nach zwei Jahren mit ergiebigen Sommerniederschlägen, die dazu führten, dass viele Wiesen erst im Herbst oder garnicht gemäht werden konnten, wurden in diesem Sommer alle Flächen in den Schutzgebieten gemäht.  Damit sind wichtige Grundvoraussetzungen erfüllt, um im Winter attraktive Rasthabitate für Gänse und im Frühjahr geeignete Brutgebiete für die zurückkehrenden Wiesenvögel zu haben.
Sinkt der Wasserstand jedoch so weit ab, dass eine Nachlieferung von Wasser aus dem Boden nicht mehr erfolgt, trocknet die Vegetation aus und die verbliebenen Weidetiere bekommen Futtermangel. Auf vielen Wiesen ist derzeit auch an einen Folgeschnitt zur Heuernte nicht mehr zu denken.

Langfristig negative Folgen entstehen dort, wo die Trockenheit den Torfkörper und die darunter liegende Lebermuddeschicht (alte, stark wasserhaltige Seesedimente) schrumpfen lässt. Die sich daraus ergebende Sackung der Böden liegt zum Teil im Dezimeterbereich und ist größtenteils irreversibel, mit der Folge, dass Vernässung und Bewirtschaftung in den kommenden Jahren erschwert werden.

Über 40 Störche an einem kleinen Tümpel im Ochsenmoor (alle Fotos: M. Holy)

 

Baumfällarbeiten „zur Unzeit“

Regelmäßigen Ochsenmoor-Besuchern sind wahrscheinlich die zeitweisen Wegesperrungen und die Überreste der Gehölzarbeiten an der Straße „Am Ochsenmoor“ und im Bereich des Erlenbruchwaldes an der Südbucht aufgefallen. Hier führt der Bauhof der Samtgemeinde Lemförde Fällarbeiten an den dortigen Eschen durch. Diese sind im Zuge der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde notwendig geworden, da die Bäume durch das Eschentriebsterben z.T. stark geschädigt sind.

Wegesperrung

„Sommerreise“

Gestern, den 03.07.2018, besuchte der Umweltminister, Herr Lies, auf seiner Sommereise auch die Naturschutzstation am Dümmer, nach zwei kurzen Vorträgen des NLWKN zur Geschichte der Station und deren Aufgaben sowie zur Dümmersanierung wurden die Ausstellungen und der Naturgarten besucht. Der Herr Minister schien von dem Umfang und Erfolg der Projekte überrascht und lobte den Ansatz der Zusammenarbeit zwischen Touristik, Land-, Wasserwirtschaft und Naturschutz, die offensichtlich gut funktioniert.

Herr Belting (NLWKN), Marcel Holy (NUVD) informieren Umweltminsiter Lies in der Ausstellung über Semiaquaten:Lockere Gesprächsrunde zwischen Vertretern des NLWKN, des Naturschutzes und des Umweltministers im Naturgarten:

Fotos: Dieter Tornow Text: Christian Vogel

Es geht wieder weiter…

…nachdem der Dümmer Natur-Blog jetzt fast einen Monat Offline war, geht es jetzt wieder weiter.

Wir haben zahlreiche Einsendungen, die jetzt nachgeholt werden und freuen uns auch, wie immer, auf neue interessante Artikel und Bilder von euch! Ab 12:00 Uhr kommt der erste Artikel.

Viel Spaß beim stöbern und in der Dümmerniederung

Euer NUVD Team

Die Uferschnepfe im LIFE+ Naturprojekt: „Wiesenvögel“

Mit der Genehmigung des obengenannten Projektes wurden dem Schutz der Wiesenvögel in Niedersachsen eine große Bedeutung zu gesprochen. Von Ende 2011 und den daruffolggenden 9 Jahren stehen dem Projektteam somit 22,3 Millionen Euro zur Verfügung um Uferschnepfe, Kiebitz und Co. zu unterstützen und ihr überleben zu sichern. Neben dem Dümmer sind 11 weitere bedeutene Schutzgebiete für die Wiesenvögel mit involviert.

Foto: Werner Brinkschröder

Ein besonderes Augenmerk bei dem Projekt liegt auf der Uferschnepfe. Im Jahre 1980 gab es noch einen Bestand von etwa 6.000 Brutpaare in Niedersachsen, der in den folgenden Jahren dramatisch eingebrochen ist. So konnten 2014 nur noch ca. 2.000 Brutpaare nachgewiesen werden. Im Projektgebiet am Dümmer (indentisch mit dem Vogelschutzgebiet VSG 39 Dümmer) wurden im Jahre 2011 95 Brutpaare der Uferschnepfe gezählt. Durch Flächenankauf des Landes Niedersachsen aus früheren und dem aktuellen Projekt, durch, durch den Ankauf mögliche Lebensraumverbesserungsmaßnahmen (u.a. Überstauung der Flächen, Gehölzentfernung, für Wiesenvögel optimierte Bewirtschaftungsformem) und durch Prädatorenmanagement von Fuchs, Iltis und Co. konnte der Bestand bis 2017 auf 133 Brutpaare angehoben werden. Ebenfalls erfreulich ist das im südlichen Teilgebiet des Dümmerprojektgebietes (Ochsenmoor) ein mittlerer Bruterfolg für die Jahre 2012 bis 2014 von 0,8 Jungvögeln pro Brutpaar zu verzeichnen war. Im nördlichen Teilgebiet (Osterfeiner Moor) lag dieser lediglich bei 0,5. Dort fand zu diesem Zeitpunkt noch kein Prädatorenmanagement statt, dies hat sich aber inzwischen geändert. Ab 0,7 Jungvögeln pro Brutpaar und Jahr ist mit einer positiven Bestandsentwicklung bei Uferschnepfen zu rechnen.

Aktuellere Zahlen zum Bruterfolg und den Brutpaaren liegen zur Zeit leider nicht vor. Weiterführende Informationen gibt es hier:

Wiesenvögel LIFE (externer Link)

Peerenboom, C., H. Belting & J. Ludwig (2016): Zum Bruterfolg der Uferschnepfe Limosa limosa 2012-2014 in Niedersachsen. Erste Zwischenergebnisse aus dem LIFE-Projekt „Wiesenvogel-
schutz in Niedersachsen“. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 44: 235-243 (externer Link)


Foto: Werner Brinkschröder
Text: Christian Vogel

Fledermausquartier geschaffen

In einem alten verfallenden Kartoffelbunker in Kroge hat die NUVD zusammen mit dem Eigentümmer in einem ersten Schritt Quartierangebote für Fledermäuse geschaffen, dazu wurden Spalten mit sägerauen Eichenbohlen und angepassten Gewölbesteinen bereitgestellt.

In einem zweiten Schritt werden die Fenster und der eingestürzte Eingang verschlossen, bzw. es werden Einflugspalten geschaffen.

Das östliche Fenster wird zeitnah geschlossen, es bleibt lediglich ein schmaler Eingang für die Fledermäuse.Der eingestürzte Eingang wird ebenfalls verschlossen und mit einer Klappe versehen, um das Quartierangebot gegenbenenfalls problemlos eweitern zu können.

Die angebotenen Quartiere: 2 Gewölbesteine und zwei sägeraue Eichenbohlen an der Bunkerdecke.

Text und Fotos: Christian Vogel